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Katalyseforschung Forscher will Kieselgel-Partikel seifenartige Eigenschaften verleihen

Redakteur: Tobias Hüser

Der iranische Chemiker Majid Vafaeezadeh hat von der Alexander von Humboldt-Stiftung ein Georg Forster-Forschungsstipendium für Postdoktoranden erhalten. Im Rahmen dessen ist er zwei Jahre zu Gast am Fachbereich Chemie der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) und beschäftigt sich mit den Eigenschaften von Partikeln aus sogenanntem Kieselgel. Mit ihnen möchte er neuartige Katalysatoren entwickeln, die dabei helfen sollen, bestimmte chemische Reaktionen schneller ablaufen zu lassen. Vorbild seiner Forschungsarbeit sind die Eigenschaften von Seifen.

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Der Humboldt-Stipendiat Majid Vafaeezadeh entwickelt neuartige Katalysatoren für chemische Reaktionen.
Der Humboldt-Stipendiat Majid Vafaeezadeh entwickelt neuartige Katalysatoren für chemische Reaktionen.
(Bild: TU Kaiserslautern)

Kaiserslautern – Seifen zählen zu den sogenannten Detergentien. Ihre Molekülstruktur ist derart aufgebaut, dass ein Teil wasserabweisend, der andere jedoch wasseranziehend ist. „Sie bestehen zum einen aus langen Kohlenwasserstoffketten, die unpolar sind, das heißt, sie haben keine elektrische Ladung“, sagt Vafaeezadeh. Dieser Teil der Seife ist wasserabweisend. Der andere Teil besitzt eine elektrische Ladung und ist damit polar, das heißt wasseranziehend. Aufgrund dieser chemischen Zusammensetzung binden Seifen sowohl an Fette und Schmutzpartikel als auch an Wasser.

Der Stipendiat möchte in seinem Projekt Partikel des Kieselgels ähnlich ausstatten, also auf einer Seite polar und auf der anderen Seite unpolar. „An der polaren Seite sollen Katalysatoren angebunden werden“, erläutert der Chemiker, „die unpolare Seite sorgt hingegen dafür, dass sich die Partikel gut mit organischen Lösungsmitteln mischen lassen.“ Auf diese Weise können z.B. Moleküle und ihre Katalysatoren bei chemischen Reaktionen effektiver zusammengebracht und so die Reaktionsgeschwindigkeit deutlich erhöht werden. Vafaeezadeh forscht bei Professor Werner R. Thiel im Fachgebiet Anorganische Chemie und Katalyse. Die Chemiker um Thiel möchten das Verfahren etwa bei Reaktionen mit nachwachsenden Rohstoffen nutzen, beispielsweise um ungesättigte Fettsäuren aus Brauereirückständen als Grundchemikalien nutzbar zu machen.

Vafaeezadeh hat an der Mazandaran University in der iranischen Stadt Babolsar und am Institute for Advanced Studies in Basic Sciences Chemie studiert. Anschließend hat er an der Sharif University of Technology in Teheran promoviert. Dort ist er als Assistenzprofessor im Fachbereich Chemie tätig und beschäftigt sich mit katalytischen Reaktionen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jedes Jahr Stipendien und Preise an Wissenschaftler aus aller Welt. Das Georg Forster-Forschungsstipendium für Postdoktoranden richtet sich an talentierte Forscher aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Vafaeezadeh ist bereits der sechste Humboldt-Stipendiat in der Arbeitsgruppe von Professor Thiel.

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