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Otto-Bayer-Preis 2014 Forscher wird für Arbeiten zur Molekülspektroskopie geehrt

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Mit dem Otto-Bayer-Preis 2014 wird Prof. Dr. Frédéric Merkt von der ETH Zürich ausgezeichnet. Seine Forschung auf dem Gebiet der Molekülspektroskopie hilft dabei, Fragestellungen zum chemischen Bindungsverhalten zu beantworten.

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Der ETH-Zürich-Forscher Dr. Frédéric Merkt erhält den Otto-Bayer-Preis 2014.
Der ETH-Zürich-Forscher Dr. Frédéric Merkt erhält den Otto-Bayer-Preis 2014.
(Bild: Bayer AG)

Leverkusen – Der Preisträger des „Otto-Bayer-Preises 2014“ steht fest: Kuratorium und Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation haben Prof. Dr. Frédéric Merkt die mit 75.000 Euro dotierte Auszeichnung zuerkannt. Der Forscher von der ETH Zürich erhält den Preis für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Molekülspektroskopie. Der Otto-Bayer-Preis gilt als eine der angesehensten und begehrtesten Ehrungen für Naturwissenschaftler im deutschsprachigen Raum.

Mit dem Otto-Bayer-Preis werden Wissenschaftler geehrt, die wegweisende Forschungsbeiträge auf innovativen Gebieten der Biochemie und Chemie geleistet haben. Er wird bereits seit 1984 im Andenken an den Preisstifter und Erfinder der Polyurethan-Chemie, Prof. Dr. Otto Bayer, verliehen. Der 1982 verstorbene ehemalige Forschungsleiter der Bayer AG (nicht verwandt mit dem Firmengründer) förderte einen intensiven Kontakt zu den Hochschulen und unterstützte die universitäre Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Wie verhalten sich Moleküle?

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär der Human Frontier Science Program Organization und Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, erklärt: „Frédéric Merkt arbeitet auf dem Gebiet der Molekülspektroskopie und der Charakterisierung von hoch elektronisch aktivierten Atomen und Molekülen durch neuartige XUV-Spektroskopie und Lasertechnik-Anwendungen. Er hat bedeutende Erkenntnisse zum Verständnis des grundlegenden chemischen Verhaltens von Molekülen und ungewöhnlichen molekularen Eigenschaften von Rydberg-Zuständen geliefert. Aufgrund seiner herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten erschien uns Prof. Merkt als ein idealer Empfänger dieses so renommierten Preises".

„Fortschritte in der Grundlagenforschung und der industriellen Forschung sind das Zukunftskapital des Standorts Deutschland. Wir wollen die Forschung fördern und Exzellenz stärken“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, für Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit verantwortliches Bayer-Vorstandsmitglied und Vorstand der Stiftung. „Für das Erfinder-Unternehmen Bayer spielt die Forschung eine zentrale Rolle. Die Kenntnis, die Akzeptanz und die Anwendung von Zukunftstechnologien sind zentrale gesellschaftliche Rahmenbedingungen, zu denen die Bayer AG auch über ihre Stiftungen und die Vergabe dieses Preises beitragen will“, so Plischke weiter.

Der Preis wird von der „Bayer Science & Education Foundation“ vergeben. Diese Stiftung verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung bedeutender, naturwissenschaftlicher Schulprojekte. Im inhaltlichen Fokus der Fördertätigkeiten stehen die Naturwissenschaften und die Medizin. Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung honoriert die Stiftung im jährlichen Wechsel mit dem Familie-Hansen-Preis und dem Otto-Bayer-Preis, die mit jeweils 75.000 Euro dotiert sind.

Spektroskopische Messungen an Molekülkationen

Merkt und seine Arbeitsgruppe forschen auf dem Gebiet der hochauflösenden Molekülspektroskopie. Mit an der ETH entwickelten abstimmbaren schmalbandigen Laserlichtquellen im vakuumultravioletten Bereich des elektromagnetischen Spektrums untersuchen sie den Prozess der Photoemission in Molekülen mittels Photoelektronen-, Photoabsorptions- und Photoionisationsspektroskopie, und zwar mit den drei folgenden Schwerpunkten: Erstens studieren sie, wie sich die Emission eines Photoelektrons auf die Struktur und die Rotations- und Schwingungsbewegung des Molekülgerüsts auswirkt, und welche Rolle Kernspins dabei spielen. Zweitens untersuchen sie elektronisch hoch angeregte Atome und Moleküle (sogenannte Rydberg-Zustände), in denen sich eines der Elektronen in sehr großer Entfernung vom positiv geladenen Ionenrumpf bewegt. Solche Zustände ermöglichen ihnen drittens, präzise Messungen der Eigenschaften von Molekülkationen durchzuführen. Im Zentrum des Interesses stehen dabei prototypische Molekülkationen wie H2+, He2+, O2+, N2+, H2O+, CH2+, CH4+, C2H4+, c-C5H5+, c-C3H4+ oder O3+, die in chemischen Prozessen in der oberen Atmosphäre, in molekularen Wolken im interstellaren Raum oder als Modellsysteme zum Verständnis der chemischen Bindung eine wichtige Rolle spielen.

Die feierliche Verleihung durch den Bayer-Vorstandsvorsitzende Dr. Marijn Dekkers erfolgt am 11. Juni 2014 in Berlin im Rahmen eines Festaktes.

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