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Wissenschaftsstandort Forschungscampus kommt nach Jena

| Redakteur: Doris Popp

Wie das Bundesforschungsministerium (BMBF) heute bekanntgegeben hat, erhält der Standort Jena eine Förderung in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro zum Aufbau des Forschungscampus Infecto Gnostics.

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Der Physikochemiker Prof. Dr. Jürgen Popp koordiniert das Projekt für die Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Der Physikochemiker Prof. Dr. Jürgen Popp koordiniert das Projekt für die Friedrich-Schiller-Universität Jena.
(Bild: Jan-Peter Kasper/FSU)

Jena – In den kommenden 15 Jahren arbeiten Partner aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zusammen, um neue Wege in der Diagnostik von Infektionserregern zu beschreiten. Ziel ist es, neuartige, marktreife Verfahren zur schnellen Vor-Ort-Analyse zu entwickeln.

Die Anwendungsfelder und Herausforderungen, mit denen sich der Forschungscampus konfrontiert sieht, sind vielfältig und anspruchsvoll. Der Einsatz schneller, sicherer und empfindlicher Vor-Ort-Analysesysteme geht weit über die Anwendung in Krankenhäusern hinaus. Das Aufspüren von Keimen in der Nahrungsmittelproduktion, in der Tierhaltung oder auch der Erregernachweis von Malaria und HIV in Entwicklungsländern und Krisengebieten zählt ebenso zu den Zielen von Infecto Gnostics. Zu den Partner zählen, neben der Universität Jena und ihrem Klinikum auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wie das Institut für Photonische Technologien (IPHT), das Hans-Knöll-Institut sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik sowie Anbieter medizinischer Diagnostika und Analysetechniken.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Optik und Photonik, Molekularbiologie und Mikrofluidik sollen schnell in anwendergerechte diagnostische und analytische Methoden überführt werden. „Die Forschungsarbeiten innerhalb des Forschungscampus orientieren sich an der Innovations- und Wertschöpfungskette und verknüpfen akademische mit industrieller Forschung“, erläutert Eugen Ermantraut von Alere Technologies, einem der Kernpartner, die Ausrichtung des Forschungscampus. „Infecto Gnostics bündelt und verstärkt vorhandene Ressourcen, um das Forschungsfeld auf hocheffiziente Weise zu erschließen“, ergänzt Prof. Dr. Jürgen Popp, Leiter des Instituts für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Photonische Technologien (IPHT). „Der Erfolg ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Kooperationsfreudigkeit am Standort ganz Jena voranbringt“, ergänzt Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Der Forschungscampus wird sein Domizil im neuen Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) der Universität am Max-Wien-Platz in Jena beziehen. Hier und im benachbarten Gebäude des Instituts für Physikalische Chemie stehen Infecto Gnostics mehr als 1200 Quadratmeter Labor- und Bürofläche zur Verfügung.

Das kommende Jahr soll genutzt werden, um die Forschungsstrategie weiter auszuarbeiten. Das Konzept muss anschließend noch einmal vom BMBF begutachtet werden, bevor Infecto Gnostics die eigentliche Arbeit aufnehmen kann.

Der Forschungscampus Infecto Gnostics wird außer vom BMBF auch mit Mitteln des Freistaates Thüringen gefördert werden. Einen weiteren Teil des benötigten Etats finanzieren die beteiligten Partner aus Forschung und Industrie. In der Summe sollen in den kommenden 15 Jahren 111 Millionen in den Forschungscampus investiert werden.

Im Forschungscampus Infecto Gnostics engagieren sich Kernpartner wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Universitätsklinikum Jena, die Analytik Jena AG, die Cybio AG, die Alere Technologies GmbH, das Institut für Photonische Technologien, das Hans-Knöll-Institut und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik.

Ein wesentliches Anliegen der Hightech-Strategie der Bundesregierung ist es, die Zusammenarbeit zwischen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. Mit der neuen Förderinitiative Forschungscampus soll ein weiterer Schritt angeregt werden, mittel- bis langfristig wirkende, auf strategische Partnerschaften in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung ausgerichtete Kooperationen einzugehen. Innovative und zukunftsorientierte Partnerschaften zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Unternehmen sollen an einem Ort die Technologien und Dienstleistungen von morgen und übermorgen entwickeln.

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