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Energieforschung Forschungsprojekt für energiesparende Produktionstechnologien gestartet

| Redakteur: Doris Popp

Der Freistaat Bayern fördert den Aufbau eines interdisziplinären Forschungsprojekts für energiesparende Produktionstechnologien. Der Technologieverbund „Green Factory Bavaria“ will im Rahmen einer bayernweiten, interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hochschulen erforschen, wie Industrieproduktion in Zukunft ressourcen- und energieeffizienter gestaltet werden kann.

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Sieben nordbayerische Forschungseinrichtungen haben sich zum Forschungsverbund „Green Factory Bavaria“ zusammengeschlossen
Sieben nordbayerische Forschungseinrichtungen haben sich zum Forschungsverbund „Green Factory Bavaria“ zusammengeschlossen
(Bild: FAU)

Erlangen – Zunächst stehen in den Haushalten 2013/2014 hierfür insgesamt sechs Millionen Euro an zusätzlichen Forschungsmitteln zur Verfügung. Das Vorhaben ist auf vier Jahre angelegt mit einem geplanten Gesamtvolumen von zwölf Millionen Euro. Die Leitung des Forschungsverbunds liegt bei Prof. Dr. Jörg Franke vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Energie als strategischer Wettbewerbsfaktor

Das verarbeitende Gewerbe verbraucht fast die Hälfte des elektrischen Stroms in Deutschland, produzierende Betriebe wenden bis zu zehn Prozent ihrer Gesamtkosten für Energie auf. Durch den stetig zunehmenden Energiebedarf, die begrenzten fossilen Ressourcen sowie die investitionsintensiven regenerativen Energien werden diese Aufwendungen zukünftig noch steigen. Dadurch wird Energie zu einem wichtigen strategischen Wettbewerbsfaktor: Immer mehr Unternehmen setzen auf den sparsamen Umgang mit Energie, schließlich sind die Einsparungspotenziale mit bis zu zehn Milliarden Euro deutschlandweit immens. Hier fügt sich das Projekt der Green Factory Bavaria ein: Sieben nordbayerische Forschungseinrichtungen – neben der FAU die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg sowie die Hochschulen in Ansbach, Coburg, Hof, Würzburg/Schweinfurt und Amberg/Weiden – haben sich zu diesem Forschungsverbund zusammengeschlossen, um mit eigenen, an den jeweiligen Hochschulen installierten Labors zu erforschen, wie die Industrie zukünftig energieeffizienter oder sogar energieautark produzieren kann.

Um dieses Ziel zu erreichen, bündeln die Hochschulen in ihren Modellfabriken – den so genannten Green Factories – die für die energieeffiziente Produktion relevanten Fachbereiche, wie zum Beispiel Maschinenbau und Fertigungstechnik, Elektro-, Informations-, und Verfahrenstechnik sowie Werkstoffkunde und Wirtschaftswissenschaften. So können die Wissenschaftler Methoden und Technologien entwickeln, um den Energieverbrauch in der Produktion zu minimieren und den Wärmeverlust in den Laborhallen zu reduzieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung: Wie lässt sich der Energieverbrauch an das tatsächliche Angebot anpassen? Außerdem wollen die Wissenschaftler Verfahren zur dezentralen regenerativen Energieerzeugung entwickeln.

Hochschulen und Industrie forschen gemeinsam

In den Green Factories sollen Forschungsinstitutionen und Industrie eng zusammen arbeiten: Auf den verfügbaren Labor- und Produktionsflächen können innovative Industriepartner ihre fortschrittlichen Verfahren und Technologien in diesem Forschungsgebiet demonstrieren und sie anschließend zusammen mit den Hochschulen weiterentwickeln. Dieses einzigartige Konzept zur Gemeinschaftsforschung von Industrie und Hochschulen garantiert neben einer effizienten Forschungsarbeit auch einen effektiven und schnellen Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft.

„Mit den Green Factories an sieben Hochschulen in Nordbayern sowie der intensiven Kooperation mit den Green Factories an den Fraunhofer Instituten in Augsburg und Bayreuth werden wir Bayern im Bereich der nachhaltigen Produktionstechnologien wissenschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch in eine weltweite Spitzenposition bringen“, formuliert Projektleiter Prof. Dr. Jörg Franke den Anspruch des Forschungsvorhabens.

„Wir freuen uns, im Rahmen des Projekts Green Factory Bavaria einen weiteren Beitrag zur Energiewende in Bayern zu leisten, sowie die Attraktivität der Europäischen Metropolregion Nürnberg für zukunftsfähige, innovative Technologieträger zu steigern“, sagt FAU-Präsident Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske.

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