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„Women in Work“-Index Frauen im Job fast gleichberechtigt

Deutschland verbessert sich im„Women in Work“-Index auf Rang 7 von PWC. Auch die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland nehmen ab. Allerdings sei man noch nicht am Ziel, stellt das Beratungsunternehmen fest.

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Immer mehr Frauen stehen im Job „ihren Mann“.
Immer mehr Frauen stehen im Job „ihren Mann“.
(Bild: Lizenz: CC0 Public Domain)

Die Diskussion um die Gleichbehandlung von Frauen im Berufsleben ist wieder aufgeflammt im Zusammenhang mit dem von Familienministerin Manuela Schwesig geplanten Gesetz zur Offenlegung der Gehälter. Faktisch sind die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland 2014 deutlich zurückgegangen. Im aktuellen „Women in Work“-Index der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC verbessert sich Deutschland deshalb auf den 7. Rang (Vorjahr 8. Rang).

Deutschland liegt heute über dem OECD-Durchschnitt

Mit 47,7 Index-Punkten (18. Rang) lag Deutschland im Jahr 2000 noch unter dem OECD-Durchschnitt (50 Punkte). Seitdem hat sich die Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben in Deutschland deutlich verbessert. Die Bundesrepublik liegt mit einem Index-Wert von 66,6 Punkten heute deutlich über dem OECD-Durchschnitt (59,1 Punkte). Spitzenreiter bleibt Norwegen (82,9 Punkte), es folgen Dänemark (77,9 Punkte) und Schweden (75 Punkte).

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„In Deutschland nehmen Frauen heute weitgehend gleichberechtigt am Berufsleben teil. Zwar ist es Deutschland als einzigem OECD-Staat bisher gelungen, sich im Women in Work-Index seit 2000 kontinuierlich zu verbessern“, stellt Petra Justenhoven, Mitglied des Vorstands von PWC Deutschland, fest, „am Ziel sind wir aber noch nicht. Vor allem in Führungspositionen sind Frauen hierzulande noch immer deutlich unterrepräsentiert“, so Justenhoven weiter.

Der Frauenanteil in den Vorständen der Dax 30 - Unternehmen war seit Ende 2012 von 7,8 % auf 5,5 % im Juli 2014 gesunken. Ende 2014 war der Frauenanteil wieder auf 7 % gestiegen. Der Anteil weiblicher Aufsichtsräte in den Dax 30 - Unternehmen lag Ende 2014 bei 24,7 % (Erhebung des DIW). 2016 tritt die gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte in Kraft und schreibt einen Frauenanteil von 30 % vor.

Gehaltslücke hat sich leicht verringert

In Deutschland verringerte sich im letzten Jahr die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern von 16 auf 14 %. Der Anteil der erwerbstätigen Frauen blieb bei 72 %, der Anteil der Frauen in Vollzeitbeschäftigung bei 62 % konstant, ebenso die Arbeitslosenrate von Frauen (5 %) und der Unterschied zwischen den Anteilen von Frauen und Männern an der Erwerbstätigkeit (72 zu 82 %).

Der "Women in Work"-Index misst die Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsgeschehen einer Volkswirtschaft anhand von fünf standardisierten und gewichteten Kriterien, die zu einem Index-Wert aggregiert werden:

  • Gehaltsunterschiede (25 %)
  • Anteil der Frauen in Erwerbstätigkeit (25 %)
  • Unterschied zwischen den Anteilen von Frauen/Männern an Erwerbstätigkeit (20 %)
  • Arbeitslosenrate von Frauen (20 %)
  • Anteil von Frauen in Vollzeitbeschäftigung (10 %).
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Der Index misst sowohl absolute als auch relative Fortschritte und berücksichtigt die neuesten Daten der OECD. Der „Women in Work“-Index kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Der Basiswert für das Jahr 2000 wurde auf 50 festgelegt.

Im Vergleich zum Vorjahr steigt der „Women in Work“-Index von durchschnittlich 58,6 auf 59,1 Punkte leicht an. 19 der 27 OECD-Staaten können ihren Index-Wert verbessern. Besonders deutlich sind die Verbesserungen in den USA (16. auf 13. Rang) und Ungarn (21. und 16. Rang). In den Vereinigten Staaten arbeiten heute mehr Frauen in Vollzeitjobs.

Wirtschaftslage wirkt sich deutlich auf Erwerbstätigkeit der Frauen aus

In Ungarn kann man beobachten, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängt. 2007 belegte Ungarn im Ranking noch den 7. Platz. Bis 2012 stürzte es auf den 21. Platz ab und konnte sich nun wieder deutlich verbessern. Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich in Südeuropa. Weil sich die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Portugal vergrößert haben, rutscht es um vier Plätze und unter den OECD-Durchschnitt (14. auf 18. Rang) ab.

Auch Italien und Griechenland bleiben wie in den vergangenen Jahren unter dem OECD-Durchschnitt. Der „Women in Work“-Wert sinkt sowohl für Italien (41,5 auf 40,4 Punkte) und Griechenland (33,9 auf 33,8 Punkte) im Vergleich zum Vorjahr.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

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