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Auswirkungen von Megatrends auf die Chemiebranche Frost & Sullivan: Megatrends als zukünftige Wachstumstreiber für die Chemie- & Werkstoffindustrie

| Redakteur: Marion Henig

Viele Strategien der weltweit wichtigsten Chemieunternehmen basieren auf einem Verständnis globaler Megatrends. Diese eröffnen jedoch Unternehmen aller Größen interessante Möglichkeiten, sowohl in der Chemieindustrie wie auch alle anderen Branchen.

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Pflanzen liefern nicht nur Nahrung, sondern auch wertvolle Rohstoffe für die Industrie. Die Entwicklung pflanzenbasierter Rohstoffe anstelle von Rohöl wird laut Studie bis 2020 der wichtigste Trend in der Chemieindustrie sein. (Bild: Bayer AG)
Pflanzen liefern nicht nur Nahrung, sondern auch wertvolle Rohstoffe für die Industrie. Die Entwicklung pflanzenbasierter Rohstoffe anstelle von Rohöl wird laut Studie bis 2020 der wichtigste Trend in der Chemieindustrie sein. (Bild: Bayer AG)

Frankfurt – In einer aktuellen Studie "Impact of 2020 Megatrends on Chemicals" identifiziert, definiert und bewertet Frost & Sullivan Megatrends und deren zukünftige Auswirkungen auf die Chemie- und Werkstoffindustrie. „Das Wachstum der Megastädte zum Beispiel wird das Wachstum vieler chemischer Produkte vorantreiben, wie z.B. Verglasung mit zusätzlicher akustischer Isolierung, und auch von Werkstoffen wie Kunststoffe und Klebstoffe, welche die Herstellung von kompakteren Haushaltsgeräten ermöglichen“, erklärt Brian Balmer, Industry Principal bei Frost & Sullivan.

Die fortschreitende Verstädterung in den Industrieländern werd zudem langfristig zu einer Nachfrage nach mehr Werkstoffen führen, die dazu beitragen, Gebäude gesundheitsfreundlicher zu machen, wie zum Beispiel geruchsneutralisierende Farben.

Pflanzenbasierten Rohstoffen anstelle von Rohöl

„Auf ähnliche Weise werden gesellschaftliche Trends, vor allem hin zu umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Lösungen, der ausschlaggebende Faktor für die Nachfrage nach chemischen Produkten sein“ betont Balmer. „Die Entwicklung von pflanzenbasierten Rohstoffen anstelle von Rohöl wird bis 2020 der wichtigste Trend in der Chemieindustrie sein, angetrieben zum Teil durch die von gesellschaftlichen Trends gelenkte Konsumentennachfrage.“

Die Auswirkungen gesellschaftlicher Belange in Bezug auf nachhaltige und erneuerbare Werkstoffe werde die Entwicklung von aus Algen hergestellten Biotreibstoffen der zweiten Generation anregen, und damit die Frage nach dem Wettbewerb zu Nahrungspflanzen beseitigen.

Technische Kunststoffe für kompaktere Geräte

„In Produkten, die für moderne und zukünftige Lifestyles (Stichwort ‘Generation Y’) entwickelt werden, kommt ein breites Spektrum von innovativen chemischen Produkten zum Einsatz“, vermerkt Balmer. „Dies schließt strukturelle Werkstoffe mit ein, wie zum Beispiel technische Kunststoffe für kompaktere konvergierte Geräte mit umfassenderem Funktionsumfang wie Smartphones, Verbundstoffe für leichtere und widerstandsfähigere Sportausrüstung sowie umweltfreundliche Materialien für biobasierte, recyclebare, wieder verwendbare oder biologisch abbaubare Verpackung.“

Produktbereiche, die aufgrund der Auswirkungen von Megatrends in Zukunft an vorderster Stelle stehen werden, reichen von Nanomaterialien, intelligenten Werkstoffen und nachhaltigen/erneuerbaren Werkstoffen bis hin zu organischer Elektronik, Biotechnologie, Kohlenstofffasern und technischen Naturfasern. Deren steigendes Aufkommen werde im Gegenzug Auswirkungen auf zahlreiche chemische Produkte haben.

Nanotechnologie spielt wichtige Rolle

Nanotechnologie wird laut Studie eine wichtige Rolle bei Kunststoffen, Farben, Kosmetik und in vielen anderen chemischen Bereichen spielen. Auch werde das Aufkommen von organischer Elektronik die Attraktivität von polymeren Werkstoffen erhöhen, die elektrische Leiter oder Halbleiter darstellen und ein breites Spektrum von Vorrichtungen ermöglichen wie Kleidung mit eingebetteter Elektronik, E-Papier und Tapeten mit Beleuchtungsfunktion.

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