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Alzheimer Früherkennung von Alzheimer-Demenz

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Weltweit sind mehr als 20 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt. Aufgrund der demoskopischen Entwicklung wird sich dies in den kommenden Jahren auch noch deutlich verstärken. Die Bündlung von Forschungsaktivitäten soll die Alzheimer-Forschung nun deutlich vorantreiben. Wissenschaftler der Uni Düsseldorf und des Forschungszentrum Jülich arbeiten in diesem Forschungsverbund an der Früherkennung von Alzheimer.

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Dr. Susanne Aileen Funke, Arbeitsgruppenleiterin am Institut for Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6), und Prof. Dieter Willbold, Direktor des ICS-6 und Leiter des Instituts für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Dr. Susanne Aileen Funke, Arbeitsgruppenleiterin am Institut for Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6), und Prof. Dieter Willbold, Direktor des ICS-6 und Leiter des Instituts für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
(Bild: Forschungszentrum Jülich)

Jülich, Düsseldorf – Für die frühe Diagnose von Alzheimer entwickeln Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Forschungszentrums Jülich neue Methoden. Dafür erhielten sie nun eine Förderung des Bundesforschungsministeriums in Höhe von 64.400 Euro. Die Arbeiten der Forscher sind Teil des internationalen Projekts „BiomarkAPD“, in dem über 70 Arbeitsgruppen aus mehr als 20 Ländern vernetzt sind. BiomarkADP hat als Forschungsziel Alzheimer-Demenz schon viele Jahre vor dem Ausbruch zweifelsfrei zu diagnostizieren. Dazu gehört unter anderem, Fortschritte bei der Medikamentenentwicklung zu dokumentieren.

Eiweißzusammenschlüsse im Gehirn als Alzheimer-Auslöser

Bei Alzheimer treten im Gehirn der Patienten Protein-Ablagerungen auf, die als Amyloid- oder Alzheimer-Plaques bezeichnet werden. Das sind weitläufig in die Hirnrinde und verschiedene andere Gehirnregionen eingestreute Eiweißzusammenschlüsse, deren Hauptbestandteil das Amyloid-β-Peptid (Aβ) ist. Zusätzlich zu den Plaques entstehen schon zu Beginn der Erkrankung kleine, frei bewegliche Aβ-Oligomere im Gehirn der Patienten, die als Krankheitsauslöser gelten.

„Wir konnten einen hochsensitiven Test zum Nachweis und zur Charakterisierung dieser Aβ-Oligomere in Körperflüssigkeiten entwickeln“, erklärt Prof. Dieter Willbold, Direktor des Instituts for Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6), am Forschungszentrum Jülich und Leiter des Instituts für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Diesen Test wollen wir nun innerhalb des Alzheimer-Forschungsnetzwerkes prüfen, um festzustellen, ob Aβ-Oligomere Biomarker für eine möglichst frühe Diagnose von Morbus Alzheimer herangezogen werden können“, ergänzt Dr. Susanne Aileen Funke, Arbeitsgruppenleiterin im ICS-6.

Dazu werden Rückenmarksflüssigkeits-Proben von Alzheimer-Patienten und gesunden Kontrollprobanden vermessen und der Gehalt an Aβ-Oligomeren bestimmt und verglichen. Als nächstes soll das Testsystem dann für seinen routinemäßigen Einsatz weiter entwickelt werden.

Europaweite Alzheimer-Forschung soll gebündelt werde

Die Alzheimersche Demenz ist eine chronische, neurodegenerative Erkrankung, von der weltweit mehr als 20 Millionen Menschen betroffen sind, eine Million davon alleine in Deutschland. In der Regel wird die Krankheit erst dann erkannt, wenn schon Symptome der Demenz auftreten. Dann ist im Gehirn des Patienten bereits ein unheilbarer Schaden entstanden. Früherkennung erhöht die Chance, den Verlauf der Krankheit zu verzögern und ist daher das Ziel der europäische Forschungskooperation BiomarkADP. BiomarkADP ist in das „Joint Programme Neurodegenerative Disease Research“ (JPND) eingebettet.

Es soll europaweit die Forschung im Bereich altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen bündeln und stärken, etwa indem nationale Forschungsprogramme besser aufeinander abgestimmt werden.

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