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Mitarbeiterführung Führung von Mitarbeitern fällt jungen Ingenieuren schwer

| Autor / Redakteur: Andreas Lutz / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Junge Ingenieure verfügen heute meist über das nötige betriebswirtschaftliche Know-how, um Unternehmensbereiche zu führen. Und wenn nicht? Dann können sie es sich rasch aneignen. Schwer fällt ihnen aber oft das Führen von Mitarbeitern. Denn diese ticken anders als Maschinen.

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Die Übernahme einer Führungsposition stellt meist einen tiefen Einschnitt in die berufliche Laufbahn von Ingenieuren dar.
Die Übernahme einer Führungsposition stellt meist einen tiefen Einschnitt in die berufliche Laufbahn von Ingenieuren dar.
(Bild: Fotolia)

Bis vor wenigen Jahren war die Karriere von Ingenieuren weitgehend auf die Fachlaufbahn in den Unternehmen beschränkt. Die oberen Sprossen der Karriereleiter hingegen waren „meist für Betriebswirte und Juristen reserviert“, erklärt Prof. Dr. Karl-Müller Siebers, Präsident der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) Hannover. Denn die obersten Firmenlenker trauten den Ingenieuren das Leiten größerer Unternehmensbereiche nicht zu – unter anderem, weil ihnen im Studium kaum betriebswirtschaftliches Know-how vermittelt wurde. Auch in das Einmaleins der Personalführung wurden sie nicht eingeführt.

„Diese Zeiten sind vorüber“, betont Stefan Bald, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal. Denn viele Firmen haben erkannt: „Wenn wir uns am Markt behaupten wollen, müssen wir unseren Kunden innovative Problemlösungen bieten. Also müssen in unserer oberen Führungsetage auch Leute mit technischem Sachverstand sitzen.“ Hinzu kommt: Auch zum Abschätzen, inwieweit sich Geschäftsprozesse effektiver gestalten lassen, ist meist technisches Know-how nötig.

Mehr Ingenieure in den Führungsetagen

Deshalb gelangen seit einigen Jahren mehr Ingenieure, aber auch Naturwissenschaftler und IT-Experten in die Beletage der Unternehmen. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Dessen ist sich Rainer Nollens, Geschäftsführer der Mittelstandsberatung Nollens, Dessel & Kollegen, Soyen, gewiss. Das zeige schon ein Blick auf die Zusammensetzung der Förderkreise für den Führungsnachwuchs in den Unternehmen. „Dort sind heute mehr Ingenieure als früher vertreten.“

Trotzdem stellt die Übernahme einer Führungsposition meist einen tiefen Einschnitt in der beruflichen Laufbahn von Ingenieuren dar, weiß Julia Voss, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Voss+Partner, Hamburg: „Denn als Fachkraft war vor allem ihr technisches Know-how gefragt. Als Führungskraft hingegen müssen sie eher Generalisten als Spezialisten sein.“ Denn Führungskräfte müssen ihren Bereich mit und zum Erfolg führen. Das setzt ein breiteres Wissen als eine Fachfunktion voraus.

Breiteres Know-how gefragt

Nötig ist zum Beispiel betriebswirtschaftliches Know-how. Denn ein Bereichsleiter muss auch Kostenrechnungen erstellen und Kennzahlen interpretieren können. „Bereichsleiter brauchen aber auch juristisches Know-how“, weiß Voss, „und zwar nicht nur in personalrechtlichen Fragen.“

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