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LIMS Für ein gutes Gefühl – Trennmittelhersteller setzt auf LIMS

Autor / Redakteur: Constanze Escher* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Moderne Labore produzieren dank fortschrittlicher Analysemethoden eine enorme Menge an Daten. Diese machen den Einsatz eines Labor-Informations- und Managementsystems (LIMS) oftmals sinnvoll. Wie gelang die Implementierung bei einem Trennmittelhersteller?

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Abb. 1: Trennmittel machen die haptischen Eigenschaften von Bedarfsgegenständen erst angenehm.
Abb. 1: Trennmittel machen die haptischen Eigenschaften von Bedarfsgegenständen erst angenehm.
(Bild: Acmos)

Viele Dinge unseres Lebens begreifen wir im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Tastsinn entscheidet: Was liegt gut in der Hand, ist griffig, angenehm anzufassen? Aber was sorgt eigentlich für dieses gute Gefühl?

Trennmittel für eine bessere Haptik

Die Oberfläche eines Gegenstandes ist maßgeblich für die haptische Wahrnehmung. Neben dem dafür eingesetzten Material wird diese durch ein Trennmittel im Produktionsprozess definiert. Das Trennmittel nimmt enormen Einfluss auf die Eigenschaften einer Oberfläche, z.B. Glanz oder Struktur. Das können Standardprodukte nicht leisten, dafür braucht es spezielle Entwicklungen. Und die finden in Bremen statt, hier ist der Sitz der Firma Acmos Chemie, einem der größten Trennmittelhersteller Europas.

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Das Familienunternehmen beschäftigt 150 Mitarbeiter und blickt auf eine 100-jährige Tradition zurück. Allein 30 Prozent der Mitarbeiter sind im Bereich Entwicklung und der technischen Kundenbetreuung tätig.

Da bei der Acmos Chemie Produkte immer nach dem Kundenbedarf entwickelt werden, greifen die Mitarbeiter auf einen Erfahrungsschatz von über 3000 Rezepturen zu. Diese sind teils so speziell auf ein Anwendungsgebiet zugeschnitten, dass sie nur bei einem einzigen Kunden für ein einziges Produkt verwendet werden. Das Wort Schatz ist in diesem Zusammenhang sogar wörtlich gemeint, denn dieses Wissen und diese Erfahrung sind mehr als kostbar.

Dr. Holger Klyszcz-Nasko, Laborleiter bei Acmos Chemie: „Wir haben hier hervorragende Experten mit einem enormen Wissen und Erfahrung. Für uns gilt es, dieses Wissen festzuhalten, wertvolle Erfahrungen auch teilen zu können.“

Jeder Versuch im Labor wird erfasst, dokumentiert und bewertet. Weil Acmos Chemie keine Produkte „von der Stange“ anbietet, sondern immer individuell auf die Wünsche der Kunden eingeht, ist das Versuchs- und Datenaufkommen im Labor entsprechend hoch. Dazu kommt die Qualitätskontrolle, beim Wareneingang, der Produktion und dem Warenausgang.

3000 Rezepturen, daher hohe Ansprüche an das LIMS

Hier kommt „lisa.lims“ ins Spiel. Vor zwei Jahren war man bei Acmos Chemie auf der Suche nach einem neuen Laborinformations- und Managementsystem (LIMS). Da das Labor des Unternehmens nicht nur Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung, sondern auch der Qualitätskontrolle ist, waren die Ansprüche an das LIMS entsprechend hoch.

Regelmäßige Updates, die zu Grunde liegende Datenbank, ein Dokumentenmanagement, umfassende Recherchierbarkeit und automatisierte Musterverwaltung waren die ersten Argumente für „lisa.lims“.

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Der Liefer- und Leistungsumfang, aber auch die individuelle Anpassbarkeit und nicht zuletzt die „sanfte“, schrittweise Umstellung auf das System und die qualifizierte Betreuung bei der Implementierung und dem Betrieb gaben dann den Ausschlag.

Schritt für Schritt Module implementieren

Claudia Lukas, IT-Spezialistin bei Acmos Chemie, blickt zurück: „Uns wurde von
T&P ein Implementierungskonzept zur Verfügung gestellt, welches uns die Umstellung erheblich vereinfacht hat. Wir konnten Schritt für Schritt alle Punkte abarbeiten. Die Datenübernahme war ein großes Stück Arbeit – die sich aber ganz sicher gelohnt hat.“

Im nächsten Schritt wird das Modul Rezepturen, Rezepturentwicklung und Ansätze in das LIMS implementiert. Mit diesem Modul lassen sich nicht nur Rezepturen für die Herstellung verwalten, sondern auch Ansätze für die Dokumentation der Herstellung bereitstellen.

Bei Acmos Chemie sollen mit diesem Programm alle Entwicklungsrezepturen geplant und dokumentiert werden. Das vereinfacht nicht nur die Suche und Verwaltung der Entwicklungsrezepturen, sondern hat vor allem auch patentrechtliche Relevanz, denn die Daten werden in „lisa.lims“ revisionssicher geführt und archiviert.

Denn das Wissen der Experten bei Acmos Chemie ist zu wertvoll, um es nicht festzuhalten und für zukünftige Entwicklungen zu dokumentieren und recherchierbar zu archivieren.

* C. Escher: t&p Triestram & Partner GmbH, 44795 Bochum

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