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ACHEMA 2012-Trendbericht Lebensmittelbiotechnologie Functional Food – zwischen Nahrung und Medizin

| Autor / Redakteur: Dechema / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Gesundheit ist eines der wichtigsten Gesellschaftsthemen unserer Zeit. Dennoch gibt es viele Gründe, warum eine gesunde Ernährung keinen Platz in unserem Alltag findet: Oft fehlt es an Organisation, Zeit und Wissen. In dieser Gemengelage hat sich ein Zweig innerhalb der Lebensmittelindustrie etabliert, der den Verbrauchern bei ihrem Wunsch nach einer gesunden und gleichzeitig unkomplizierten Ernährung entgegenkommen will: Functional Food - funktionelle Lebensmittel, die einen nachweislich positiven Effekt auf die Gesundheit haben sollen.

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Functional Food - funktionelle Lebensmittel sollen eine positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Dabei geht es vor allem um die ausreichende Versorgung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen sowie um die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten.
Functional Food - funktionelle Lebensmittel sollen eine positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Dabei geht es vor allem um die ausreichende Versorgung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen sowie um die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten.
(Bild: Beneo)

Funktionelle Lebensmittel gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten. Dabei es geht es zumeist um die ausreichende Versorgung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen sowie um die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten. Produkte, die sich positiv auf die Immunabwehr oder die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems auswirken, den Cholesterinspiegel senken, für ein gesundes Hautbild sorgen oder die Knochendichte fördern sowie Lebensmittel, die speziell auf die Bedürfnisse von Sportlern, älteren Menschen oder Kleinkindern eingehen - die Bandbreite der potentiellen Wirkweisen ist enorm. Eine einheitliche Definition für funktionelle Lebensmittel gibt es in Europa bislang noch nicht. Um Willkür vorzubeugen und im Sinne des Verbraucherschutzes wird allerdings die Wirksamkeit der funktionellen Inhaltsstoffe von der European Food Safety Authority (EFSA) geprüft, bevor diese im Rahmen der Produktauslobung an den Verbraucher kommuniziert werden darf.

Health Ingredients

Im Mittelpunkt stehen in diesem Zusammenhang die funktionellen, bioaktiven Inhaltsstoffe oder "Health Ingredients". Denn sie sind es, die im Kontext einer komplexen Lebensmittelmatrix eine besondere ernährungsphysiologische Wirksamkeit erreichen. Bioaktive Substanzen bezeichnen in Lebensmitteln enthaltene gesundheitsfördernde Wirkstoffe ohne Nährstoffcharakter. Dabei handelt es sich vorwiegend um sekundäre Pflanzenstoffe sowie um Ballaststoffe oder auch Substanzen aus fermentierten Lebensmitteln.

Für die Lebensmittelindustrie ist die Herstellung funktioneller Produkte Chance und Herausforderung zugleich. Denn einerseits gibt es eine große Nachfrage nach Produkten, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Andererseits sind für Nahrungsmittel andere Kriterien anzulegen als für Arzneimittel. Essen ist in erster Linie Erfüllung eines essentiellen Bedürfnisses und Genuss. Und diese Maßgabe gilt auch für funktionelle Lebensmittel mit ernährungsphysiologischem Zusatznutzen.

Strenge EFSA-Prüfung

Werden solche Produkte den hohen Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Geschmack, Textur und Aussehen nicht gerecht, greifen diese kein zweites Mal zu. Für die Akzeptanz ist außerdem der wissenschaftlich nachgewiesene Nutzen ausschlaggebend. Die EFSA prüft dazu für die jeweiligen Inhaltsstoffe die konkreten Claims und veröffentlicht die Ergebnisse; so wurde beispielsweise für eine ganze Reihe von gängigen Inhaltsstoffen wie Beta-Carotin oder Lycopin die postulierte antioxidative Wirkung bereits verneint.

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