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Besuch des Bundespräsidenten Gauck besucht Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Redakteur: Doris Popp

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 1. September 2016 das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Bonner Venusberg besucht.

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Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt im Gespräch mit Prof. Frank Bradke.
Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt im Gespräch mit Prof. Frank Bradke.
(Bild: DZNE / Volker Lannert)

Bonn - Das DZNE erforscht Demenz- und Nervenerkrankungen - wie Alzheimer und Parkinson - und entwickelt neue Maßnahmen für die Prävention, Therapie, Pflege und Patientenversorgung.

„Schön war für mich auch zu erleben, dass es nicht nur um Erweiterung des Wissens geht, was im Gehirn passiert, welche Prozesse ablaufen, wenn wir in Richtung Demenz und Alzheimer gehen, sondern dass auch neue Therapieansätze erdacht werden. Und dass sich aus der Grundlagenforschung auch ein Fortschritt für die Therapie ergeben kann“, sagte der Bundespräsident zum Abschluss seines Besuchs. „Wir haben noch nicht das Medikament, auf das viele Menschen warten, aber wir sind heute dichter dran. Deshalb will ich noch einmal die Bundesregierung, die Landesregierung und alle Beteiligten, die solche Zentren fördern, loben dafür, dass sie in diesem Land eine Heimstadt von Wissenschaft und Grundlagenforschung schaffen.

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Ergänzendes zum Thema
LP-Info: 3. Würzburger Demenztag am 17. September

Der dritte Würzburger Demenztag findet am Samstag den 17. September 2016 von 9 bis 16 Uhr statt. Er wird gemeinsam von der Vogel Stiftung, dem Unibund und dem Uniklinikum im Vogel Convention Center veranstaltet. Alle Interessierten sind bei freiem Eintritt eingeladen.

Die Vogel Stiftung ist seit 2010 Förderer der „Vogel-Studie“, eines Forschungsprojekts zur Demenzfrüherkennung, und unterstützt diese Info-Veranstaltung.

Mehrere Referenten, zum Teil auch vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, berichten über den aktuellen Forschungsstand, die zeitgemäße Diagnostik und neue Therapieoptionen und berücksichtigen dabei insbesondere praxisnahe Hilfen im Versorgungsalltag. Diese Fort- und Weiterbildungsveranstaltung des Zentrums für Psychische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesärztekammer, der Alzheimer-Gesellschaft Unterfranken e.V., HALMA e.V. und vielen weiteren veranstaltet.

„Die Vogel Stiftung fördert die Vogel-Studie zur Früherkennung von Demenz seit sechs Jahren mit über einer halben Million Euro. Nun freuen wir uns, das Forschungsprojekt auch auf andere Weise zu unterstützen“, kommentiert Stifter Dr. Kurt Eckernkamp: „Wir stellen das Vogel Convention Center zur Verfügung und tragen das Thema in die Öffentlichkeit. Wir hoffen, dass sich am 17. September viele Menschen über das Thema Demenz informieren, denn die Zahl der Demenzkranken steigt weiter und der Aufklärungsbedarf wächst!“

Mehr Informationen finden Sie hier: Programm des 3. Würzburger Demenztag

Mein letzter Wunsch geht aber an diejenigen, die als Ehrenamtliche in der Begleitung Demenzkranker und Alzheimerkranker aktiv sind. Das ist ein ganz zermürbendes Geschäft, das ist etwas wie Hochleistungssport. Unzählige Menschen in Deutschland sind hier an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gekommen, auch wenn sie noch so solidarisch empfinden und noch so gutherzige Menschen sind. Diese Begleitung und Betreuung solcher Menschen im häuslichen Bereich bringt viele Menschen an ihre Grenzen. Daher ist es so wichtig, dass die Gesellschaft wahrnimmt, wo sie helfen kann und wo sie auch für solche Angehörige Hilfe bereit hat.“

Begleitet wurde der Bundespräsident von Frau Daniela Schadt, vom Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan sowie von Staatssekretär Dr. Georg Schütte (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Staatssekretär Dr. Thomas Grünewald (Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW) und von der Bundestagsabgeordneten Dr. Claudia Lücking-Michel.

„Der Besuch des Bundespräsidenten ist für uns eine große Ehre. Das DZNE bringt die besten Köpfe aus verschiedenen Fachdisziplinen innerhalb einer Forschungsorganisation zusammen. Unser Ziel ist, dass Forschungsergebnisse den Betroffenen schnellstmöglich zugutekommen. Denn bisher fehlen effektive Wirkstoffe zur Heilung vieler neurodegenerativer Erkrankungen“, so Prof. Pierluigi Nicotera, wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DZNE. „Inzwischen sind wir eines der weltweiten Spitzenzentren in unserem Forschungsbereich. Ein Schlüssel für unseren Erfolg ist die enge Kooperation mit Universitäten und Kliniken und mit der pharmazeutischen Industrie.“

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Bundesweite Infrastruktur

Angesichts steigender Lebenserwartung wird die Häufigkeit von Demenzerkrankungen weiter zunehmen. Denn das Risiko für eine Demenz steigt mit dem Alter. Ohne entscheidende Fortschritte bei Vorbeugung und Therapie könnte die Zahl der Betroffenen in Deutschland von derzeit etwa 1,5 Millionen auf rund zwei Millionen im Jahr 2025 anwachsen. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2009 das DZNE gegründet. Bereits heute zählt es mit bundesweit neun Standorten und rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus über 50 Nationen zu den weltweit führenden Einrichtungen im Bereich der Demenzforschung. In Bonn, dem größten DZNE-Standort, arbeiten derzeit rund 450 Fachleute.

Das DZNE ist die einzige außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die sich Demenzerkrankungen in all ihren Facetten widmet: Dazu bündelt es Expertise aus Grundlagenforschung, Klinischer Forschung, Pflege- und Versorgungsforschung sowie der Populationsforschung (Bevölkerungsstudien) innerhalb einer einzigen Forschungseinrichtung.

Einblicke in verschiedene Forschungsbereiche

Diesen ganzheitlichen Ansatz präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZNE dem Bundespräsidenten. Beim Besuch der klinischen Forschungsstationen ging es zum Beispiel um Studien zu Demenz und Parkinson, die in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn durchgeführt werden, um Diagnose und Therapie zu verbessern.

Außerdem erhielt der Bundespräsident Einblicke in Themen der Grundlagenforschung wie der Erforschung von Krankheitsursachen. Vorgestellt wurden dem Bundespräsidenten auch die Aktivitäten des DZNE im Bereich der Versorgungsforschung und die Kooperationen mit Selbsthilfeorganisationen wie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und mit der „Allianz für Menschen mit Demenz.“

Auf dem Programm stand zudem die „Rheinland Studie“ des DZNE, eine der weltweit größten Gesundheitsstudien. Ihr Ziel ist herauszufinden, welche Faktoren die Gesundheit von Erwachsenen bis ins hohe Alter beeinflussen. Dazu werden bis zu 30 000 Personen aus Bonn und Umgebung alle drei bis vier Jahre zu einer Bestandsaufnahme ihrer körperlichen und geistigen Fitness eingeladen – und idealerweise ein Leben lang begleitet.

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