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Studien zu Essstörungen Gen beeinflusst Körpergewicht und Magersucht

Von Dr. Milena Hänisch*

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Verschiedene Umweltfaktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, an einer Essstörung zu erkranken. Doch auch eine erbliche Komponente spielt dabei eine Rolle. Forscher haben nun ein Gen identifiziert, dass eng mit der Regulierung des Körpergewichts verbunden zu sein scheint. Und zwar bei Männern mehr als bei Frauen.

Auf der Suche nach genetischen Ursachen von Essstörungen haben Duisburger Forscher jeweils fast 200 Probandinnen und Probanden untersucht, die entweder von einer Magersucht (Anorexia nervosa) oder extremem Übergewicht betroffen waren. (Symbolbild)
Auf der Suche nach genetischen Ursachen von Essstörungen haben Duisburger Forscher jeweils fast 200 Probandinnen und Probanden untersucht, die entweder von einer Magersucht (Anorexia nervosa) oder extremem Übergewicht betroffen waren. (Symbolbild)
(Bild: Siam - stock.adobe.com)

Neben Umweltfaktoren beeinflussen auch die Gene die Wahrscheinlichkeit, an einer Essstörung zu erkranken. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben nun jeweils fast 200 Probandinnen und Probanden untersucht, die entweder von einer Magersucht (Anorexia nervosa) oder extremem Übergewicht betroffen waren.

Beim Vergleich genetischer Marker fiel v.a. ein Gen auf, von dem gleich 25 Varianten identifiziert werden konnten: das Gen für PTBP2. Dieses Gen könnte v. a. bei Männern einen ausgeprägten Einfluss auf die Regulierung des Körpergewichts haben.

„PTBP2 scheint das Körpergewicht und die Magersucht gleichermaßen zu beeinflussen“, erklärt Prof. Dr. Anke Hinney, Leiterin der Forschungsabteilung Molekulargenetik an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des LVR-Klinikums Essen. „Eine frühere Studie hat gezeigt, dass die Expression von PTBP2 bei Patientinnen und Patienten mit Adipositas höher ist als bei normalgewichtigen Kontrollpersonen.

Bei Männern nimmt das PTBP2-Gen größeren Einfluss auf Körpergewicht

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass PTBP2 mit vielen weiteren Genen in Wechselwirkung steht, die entscheidend für die Regulierung des Körpergewichts sind. Bei Männern dürfte PTBP2 zudem eine größere Rolle spielen, vermuten die Wissenschaftler, weil bei ihnen eine größere Zahl an Varianten für die Gewichtsregulation relevant ist als bei Frauen.

Yiran Zheng, Doktorandin in der Molekulargenetik, betont, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den beschriebenen genetischen Veränderungen und der Entwicklung einer Essstörung gibt: „Darüber entscheidet nicht nur ein einziges Gen. Aber wir wissen, dass sowohl Anorexia nervosa, also Magersucht, als auch ein hoher BMI in hohem Maße vererbbar sind. Deshalb ist PTBP2 für uns ein weiterer Ansatzpunkt, um die genetischen Faktoren genauer zu betrachten.“

Originalpublikation:Zheng Y, Rajcsanyi LS, Herpertz-Dahlmann B, Seitz J, de Zwaan M, Herzog W, Ehrlich S, Zipfel S, Giel K, Egberts K, Burghardt R, Föcker M, Al-Lahham S, Peters T, Libuda L, Antel J, Hebebrand J, Hinney A. PTBP2 - a gene with relevance for both Anorexia nervosa and body weight regulation. Transl Psychiatry. 2022 Jun 9;12(1):241. doi: 10.1038/s41398-022-02018-5. PMID: 35680849; PMCID: PMC9184595. (xx)

* Dr. M. Hänisch, Universität Duisburg-Essen, 47057 Duisburg

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