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Umgang mit Gefahrstoffen und mehr Gesund und sicher arbeiten im Labor

Von Julia Meier

Anbieter zum Thema

Labormitarbeiter sind mitunter täglich einer Vielzahl von Gefahrstoffen ausgesetzt. Auch zu viel Routine oder der Laborarbeitsplatz selbst machen den Laboralltag zur Gefahrenquelle. Worauf es für ein gesundes und sicheres Arbeiten im Labor ankommt, lesen Sie hier.

Abb. 1: Die Arbeit im Labor birgt Gefahren, vor denen Mitarbeiter geschützt werden müssen.
Abb. 1: Die Arbeit im Labor birgt Gefahren, vor denen Mitarbeiter geschützt werden müssen.
(Bild: © Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Die Arbeit im Labor ist spannend und anspruchsvoll. Meist werden Mitarbeiter im Zuge ihrer Ausbildung auf diverse Eventualitäten im Laboralltag vorbereitet. Wichtig ist hier insbesondere die Gesundheit der Labormitarbeiter sicher zu stellen, denn gerade beim Umgang mit Gefahrstoffen ist korrektes Arbeiten das Gebot der Stunde.

Die Vorschriften

Die Gesundheit von Mitarbeitern sollte – egal in welcher Umgebung – stets an erster Stelle stehen. Für das sichere und gesunde Arbeiten im Labor gibt es einige Grundsätze, die in jedem Labor und unter allen Umständen eingehalten werden müssen. In Laboren, in denen mit Bio- und Gefahrstoffen gearbeitet wird, gibt es viele Vorschriften, die dem Schutz von Mensch, Tier und Umwelt dienen.

Abhängig von der Tätigkeit und den verwendeten Stoffen gelten verschiedene Vorschriften.

Gefahrstoffe – Regulatorik

Labore, die Gefahrstoffe verwenden und mit chemischen, physikalischen bzw. physikalisch-chemischen Methoden arbeiten, müssen die TRGS 526 und DGUV-I 213-850 einhalten. Kommen biologische Stoffe zum Einsatz, dann gilt auch die TRBA 100.

Das Problem mit der Gewohnheit

Leider kommt es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu menschlichem Fehlverhalten durch Nichtwissen und fehlende Achtsamkeit. Auch sind Gefahrensituationen im Labor Teil des dortigen Alltags und verlieren durch ihre ständige Präsenz an Aufmerksamkeit. Die Routine, die sich im Arbeitsalltag einschleicht, ist einerseits zwar förderlich, wenn es darum geht, die Sicherheitsmaßnahmen in richtiger Reihenfolge korrekt und effizient umzusetzen. Allerdings ist zu viel Routine gerade bei Sicherheitsvorkehrungen trügerisch – zu selbstverständlich und geistesabwesend passieren die Schritte unter Umständen. Das bedeutet, dass Labormitarbeiter immer wieder daran erinnert werden müssen, dass höchste Aufmerksamkeit das Um und Auf ist.

Gesund arbeiten im Labor

Um die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz permanent gewährleisten zu können, müssen unterschiedliche Aspekte stets Beachtung finden. Zum gesunden Arbeiten gehören nicht nur Vorkehrungen, die im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen etc. wichtig sind, sondern auch Maßnahmen, die explizit die Gesundheit von Labormitarbeitern in den Mittelpunkt stellen, wie eine ergonomische Einrichtung und Laborausstattung.

Folgende Liste dient als Überblick über die Faktoren, die gesundes Arbeiten im Labor gewährleisten:

  • klare Definition der Zuständigkeiten (Arbeitgeber, Laborleiter, Laborpersonal)
  • Kleiderordnung und Schutzausrüstung
  • Beurteilung, Kennzeichnung und Handhabung von Gefährdungen bzw. Gefahrstoffen
  • Schulung im Umgang mit gefährlichen Substanzen und regelmäßige Auffrischung
  • ergonomische Arbeitsplätze

Im Folgenden wird jeder dieser Aspekte näher beleuchtet.

Zuständigkeiten definieren

Ein Labor hat i. d .R. einen Betreiber wie etwa ein Unternehmen. Dieser ist dazu verpflichtet, die Gesundheit und Sicherheit aller Angestellten zu gewährleisten. Dafür muss der Betreiber des Labors einige Vorschriften umsetzen. Dazu gehören:

  • Beurteilung von Gefährdungen
  • Unterweisung von Mitarbeitern im Umgang mit Stoffen und Geräten
  • Einweisen von Dritten, die nicht für die Laborarbeit zuständig sind (Hausmeisterei, Reinigung etc.)
  • Hygienemaßnahmen (Hautschutzpläne etc.)
  • arbeitsmedizinische Vorkehrungen
  • Kennzeichnung von gefährdenden Stoffen
  • Notfallpläne

Andere Aufgaben fallen eventuell auch einem Laborleiter zu, der als Fachkraft mit Führungsverantwortung diverse Aufgaben des Betreibers übernimmt. Diese Person kennt sich mit den Vorschriften zum Arbeitsschutz aus und ist mit dem sicheren Umgang bzw. der Lagerung und Entsorgung von Gefahrstoffen vertraut.

Kleiderordnung und Schutzausrüstung

In Laboren aller Art – mikrobiologisch, analytisch, medizinisch oder physikalisch-technisch – gibt es Vorschriften zur Kleidung, die getragen werden muss. Meist ist Straßenkleidung verboten.

Es kommt auf das Labor und die dort verrichteten Arbeiten an, ob etwa eine Maske getragen werden muss, Schutzbrillen unumgänglich sind und Handschuhe ständig verwendet werden müssen. Unter Umständen muss auch auf Schmuck jeglicher Art sowie Parfums und andere Dinge verzichtet werden.

Abb. 2: Die richtigen Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen.
Abb. 2: Die richtigen Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen.
(Bild: © Medsolut)

Beurteilung und Kennzeichnung

Im Labor braucht es fachkundige Personen wie etwa den Laborleiter, der sich mit Gefahrgutklassen, Arbeitsschutz, Umweltauflagen und dem Thema Gefahrstofflagerung hervorragend auskennt. Gefahrstoffe müssen als solche eingestuft und gekennzeichnet werden. Eine Instanz im Labor sollte die Stoffe bzw. die Tätigkeit damit …

  • … hinsichtlich des Risikos einstufen.
  • … einer Schutzstufe zuteilen.
  • … mit konkreten Schutzmaßnahmen versehen.

Andererseits müssen die räumlichen bzw. einrichtungstechnischen Voraussetzungen für das sichere Arbeiten im Labor gegeben sein. Hier kommt es wieder auf die Art des Labors an, welche Vorrichtungen unabdingbar sind. Meist gehören Laborabzüge, Sicherheitswerkbänke, Lüftungsanlagen, Brandschutzvorkehrungen und Notstromaggregate bzw. Not-Aus-Schalter zu der Ausstattung eines Labors. Hinzu kommen noch die Maßnahmen, die sich explizit auf die Verwendung und die Lagerung von Gefahrstoffen beziehen. Sie müssen so gehandhabt, gelagert und entsorgt werden, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden können. Um dies zu gewährleisten, braucht ein Labor Sicherheitsschränkebzw. Gefahrstofflager, die auf die Lagerung von entzündbaren Flüssigkeiten, Säuren und Laugen ausgelegt sind.

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Schulung von Mitarbeitern

Alle Labormitarbeiter sind dazu verpflichtet, den Anweisungen, die der Laborbetreiber oder der Laborleiter gibt, Folge zu leisten. Auch müssen Fachkräfte am Schutz ihrer Sicherheit und Gesundheit mitwirken und es vermeiden, andere Mitarbeiter bzw. Dritte zu gefährden. Wie bereits erwähnt, kommt es nicht zu vielen Arbeitsunfällen im Labor – wenn jedoch trotzdem etwas passiert, dann i. d. R. aufgrund menschlichen Fehlverhaltens. Fehlendes Wissen rund um Gefahrstoffe sowie die Routine, die sich etabliert, wirken kontraproduktiv, denn die stumpfe, selbstverständliche Wiederholung der immer gleichen Vorgänge führt zu Unachtsamkeit (s. Kasten). Absolut essenziell ist es – hinsichtlich der Gewohnheiten, die sich entwickeln – dieses Wissen aus den Schulungen in regelmäßigen Abständen aufzufrischen und eventuell mit neuen Erkenntnissen oder Verbesserungen zu erweitern.

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Treten Unachtsamkeiten auf, müssen Laborleiter sofort reagieren – nicht nur mit Hinweisen, sondern auch mit ausführlichen Schulungen, die Sicherheit im Betrieb gewährleisten. Auch ein Simulieren von Worst-Case-Szenarios kann die Achtsamkeit und somit die Sicherheit und Gesundheit im Labor maßgeblich verbessern.

Ergonomische Arbeitsplätze

Zum gesunden Arbeiten im Labor gehören nicht nur Aspekte wie Gefahrstofflagerung und Schutzkleidung, sondern auch Maßnahmen, die die Gesundheit von Beschäftigten aktiv fördern. Auch wenn im Labor viel Bewegung zwischen den unterschiedlichen Stationen stattfindet, so ist eine ergonomische Sitzgelegenheit trotzdem eine gute Möglichkeit für Pausen und Wartezeiten. Für zusätzlichen Komfort lassen sich beispielsweise Labortische, an denen viel gearbeitet wird, höhenverstellbar machen. 360° schwenkbare Vorrichtungen sind eine weitere Option, die zudem Zeit im Arbeitsalltag einsparen.

Auch die Beleuchtung ist ein wichtiger Aspekt für ergonomische Arbeitsplätze. Einerseits sollte sie schonend für die Augen sein und dem Labor entsprechend platziert werden, andererseits ist die Beleuchtung auch ein Faktor in Sachen Sicherheit.Sicherheitsbeleuchtungen als Teile der Notbeleuchtung müssen gewährleisten, dass eine Arbeit trotz ausgefallener regulärer Beleuchtung beendet und der Arbeitsplatz gefahrlos zurückgelassen werden kann.

Fazit

Sicher und gesund arbeiten im Labor ist nur dann zu gewährleisten, wenn alle Beteiligten sich strikt an diverse Vorgaben halten. Sowohl das genaue Befolgen von Verhaltensregeln als auch das gewissenhafte Tragen von Schutzkleidung gehört zum Arbeitsalltag von Labormitarbeitern, so auch die Teilnahme an diversen Schulungen. Um die Gesundheit zu fördern, kann in ergonomische Möbel und Vorrichtungen investiert werden.

* J. Meier, Content Managerin, Medsolut

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