Suchen

Corporate Health Convention 2013 Gesunde Mitarbeiter bringen die höchste Rendite

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Matthias Back

Immer mehr Werktätige sind den Belastungen im modernen Arbeitsleben nicht gewachsen. Nun geht es um die beste Therapie und Vorsorge, wie die hervorragende Corporate Health Convention am 23. und 24. April 2013 in Stuttgart zeigte.

Firmen zum Thema

Die Corporate Health Convention 2013 führte am 23. und 24. April 121 Aussteller und 2417 Fachbesucher in Stuttgart zusammen.
Die Corporate Health Convention 2013 führte am 23. und 24. April 121 Aussteller und 2417 Fachbesucher in Stuttgart zusammen.
(Bild: Spring Messe Management)

Von gesunder Führung bis zur aktiven Arbeitspause

Insgesamt 2417 Fachbesucher – und damit mehr denn je – machten sich bei den 121 Austellern in Halle 8 der Landesmesse Stuttgart auf die Suche nach überzeugenden Produkten und Konzepten für gesündere Arbeitsbedingungen. Dabei trat eines deutlich zutage: Behandlungsbedürftig ist nicht nur der jeweilige Mitarbeiter, sondern das gesamte System Arbeit.

„Das Burnout-Phänomen ist keine Modeerscheinung und auch kein Medienhype“, ließ André Große-Jäger, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), keinen Zweifel am Handlungsbedarf. Dafür gebe es Zahlen: „Psychische Erkrankungen sind heute die Hauptursache für Frühverrentungen“, verwies Große-Jäger auf ein entsprechendes Ergebnis des kürzlich erschienenen Stressreports Deutschland 2012. Stress gehöre zwar zur Arbeit, aber hier gehe es um vermeidbaren, chronischen Stress, stellte der Referatsleiter klar.

Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle

Die heutige Arbeitswelt sei geprägt von Vielfalt, Komplexität und Dynamik. Die Menschen bräuchten aber auch Planbarkeit, Verlässlichkeit und Schutzräume am Arbeitsplatz. Den größten Rückhalt fänden Mitarbeiter in einer starken Unternehmenskultur, die auch in Krisenzeiten Bestand habe. Eine Schlüsselrolle spielten dabei die Führungskräfte: „Eine entscheidende Frage ist: Geben sie den Druck einfach weiter?“, verwies André Große-Jäger auf die Vorbildfunktion der Vorgesetzten.

„Ich würde gerne gute Führung verordnen – kann ich aber nicht!“, bedauerte Große-Jäger. Klarstellungen im Arbeitsgesetz seien zwar erwünscht, aber 41 Millionen Erwerbstätige ließen sich schlecht über einen Kamm scheren, gab der Referatsleiter zu bedenken. Von einer komplexen Antistress-Verordnung, wie sie jetzt einige Bundesländer auf den Weg bringen wollten, profitierten eher Rechtsanwälte und Schiedsgerichte als Personaler, Betriebsräte und die Beschäftigten. Sinnvoller erscheine ihm, die vielfältigen Handlungshilfen und Materialen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) zu nutzen, die interessierten Unternehmen kostenlos zur Verfügung stehen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung wenig standardisiert

Bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben gebe es noch keine einheitlichen Standards, stellte Benjamin Klenke, Geschäftsführer von EuPD Research Sustainable Management, fest. Paragraph 5 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichte die Betriebe dazu, Gefährdungsbeurteilungen vorzunehmen. In einer Befragung zum Corporate Health Award hätten 72 % der Unternehmen angegeben, dieser „Vorgabe zur Vorsorge“ generell nachzukommen.

(ID:39465930)