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Präzisionswaagen Globetrotter-Gartenzwerg wird berühmt

Es war einmal ein Zwerg namens Kern. Seine Leidenschaft: Das Reisen. Sein Vorbild: Isaac Newton. Seine Mission: Der Welt zu zeigen, wie Präzise eine Waage sein soll. Er begab sich auf eine jahrelange, aufregende Expedition um den Globus und zog heute in das Kölner Abenteuer- und Wissenschaftsmuseum Odysseum ein.

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Das sogenannte “Gartenzwerg-Experiment” vereinte Wissenschaftler, Schulen und Menschen aus aller Welt mit dem Ziel, das Phänomen der weltweit unterschiedlichen Erdanziehungskraft zu erklären und diese auch noch präzise zu messen.
Das sogenannte “Gartenzwerg-Experiment” vereinte Wissenschaftler, Schulen und Menschen aus aller Welt mit dem Ziel, das Phänomen der weltweit unterschiedlichen Erdanziehungskraft zu erklären und diese auch noch präzise zu messen.
(Bild: Kern)

Aber zurück zum Anfang: Der Baden-Württembergische Präzisionswaagenhersteller Kern & Sohn wollte beweisen, wie präzise eine Kern-Waage misst und dabei der Welt einen wissenschaftlichen Dienst erweisen. 2011 wurde daher eine außergewöhnliche Idee geboren und mit ihr Kern, der Globetrotter-Gartenzwerg.

Das sogenannte “Gartenzwerg-Experiment” vereinte Wissenschaftler, Schulen und Menschen aus aller Welt mit dem Ziel, das Phänomen der weltweit unterschiedlichen Erdanziehungskraft zu erklären und diese auch noch präzise zu messen. Kern, der Gartenzwerg, wurde zum Probanden der Schwerkraft.

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Schwerer in der Antarktis oder in Afrika?

Und so begab sich der kleine Zwerg im November 2011 auf seine abenteuerliche Reise rund um den Globus, über den Äquator und bis ins ewige Eis. Ob in Japan, Indien, Mexiko, Südafrika, Australien oder am Südpol – wohin er auch kam, Kern wurde von Wissenschaftlern, Lehrern, Kindern oder der Presse begeistert empfangen. Und überall kam der kleine Kerl auf den Prüfstand, sprich auf die Waage. Der Zwerg dokumentierte präzise, dass die Schwerkraft auf der Erde nicht überall gleich ist und dass daher ein Mensch (oder ein Zwerg) beispielsweise in der Antarktis mehr wiegt als in Kenia. Die Erdanziehungskraft hat also Einfluss auf das Gewicht.

Die Erde dreht sich nicht überall gleich schnell

Und wieso ist die Schwerkraft nicht überall gleich? Das liegt zum einen daran, dass die Erde rotiert und alles auf ihrer Oberfläche einer Zentrifugalkraft, ähnlich der in einem Kettenkarussel, ausgesetzt ist. Außerdem ist die Erde keine perfekte runde Kugel, sondern gleicht in ihrer Form eher einer Kartoffel.

Deswegen variieren die Abstände von der Oberfläche zum Erdmittelpunkt und damit auch die Erdanziehungskraft, die bis zu 0,5 Prozent abweichen kann. „Es ist sehr wichtig, zu wissen, wie die Schwerkraft Dinge beeinflusst, die wir wiegen müssen. Wenn man eine Waage verwendet, die nicht an ihren Standort angepasst wurde, kann es schnell zu ungenauen Messergebnisse kommen“, erklärt Kern-Geschäftsführer Albert Sauter. „Das kann bei vielen Dingen, wie Lebensmitteln oder Gold sehr entscheidend sein. Da die Masse des Gartenzwergs immer gleich ist, war er das perfekte Versuchsobjekt”, so Sauter.

Marie McLane vom United States Antarctic Program durfte Kern am Südpol wiegen und war begeistert: „Es ist unglaublich toll, Teil dieses Experiments zu sein. Das Zwergen-Gewicht war höher als in anderen Teilen der Welt, weil die Erdrotationsgeschwindigkeit an den Polen gegen Null tendiert“, erzählt die Wissenschaftlerin.

Ein Gartenzwerg wird weltberühmt

Im indischen Mumbai brachte der Zwerg dagegen nur 307,56 Gramm auf die Waage. Das Experiment führte den kleinen Globetrotter aber noch an viele weitere aufregende Stationen. So war Kern außerdem zu Gast im kanadischen Elementarteilchen-Forschungslabor Snolab, das zwei Kilometer unter der Erde liegt, er wurde schwerelos bei einem Parabelflug in Cape Canaveral, Florida, und er besuchte die nördlichste Schule Europas in Norwegen. Kerns Stationen und Messergebnisse wurden unter Gnomexperiment.com präzise dokumentiert.

Mehr als 355 Millionen Menschen in 152 Ländern verfolgten die Reise des putzigen Kerls. Und der bärtige kleine Mann mit der blauen Mütze ließ die Welt teilhaben. Bereits zwei Wochen nach dem Projektstart hatte Kern über 23.000 Facebook-Likes und weit über 2.000.000 Follower auf Twitter. In einem Reisetagebuch dokumentierte er seine Erlebnisse. Das Gartenzwerg-Experiment wurde zum festen Unterrichtsbestandteil an Schulen auf der ganzen Welt und Kern zum “kleinen” Star. Er bekam Fanpost und Geschenke – Zeitungen und Fernsehsender berichteten über den Globetrotter-Zwerg.

Im Köln endet die Reise

In Köln wurde Kern heute von Kern-Marketingleiter, Thomas Fimpel, zum letzten Mal gewogen, bevor er mit seinen hier dokumentierten 308,30 Gramm in die eigens für ihn gestaltete Ausstellungsvitrine im Themenbereich „Erde“ einzog. Odysseum- Pressesprecherin, Carola Richter, hieß den neuen Gast herzlich willkommen: „Wir freuen uns sehr, den Gnom in unserer Ausstellung begrüßen zu dürfen. Die Projektidee, ein physikalisches Gesetz als spielerisches Erlebnis für Groß und Klein erfahrbar zu machen, entspricht ganz der Philosophie des Odysseum. Wir sind daher überzeugt, dass der Gartenzwerg die letzte Station seiner Reise nicht passender hätte wählen können.“

Auch wenn die Reise für den Gnom nun zu Ende geht, wird es kaum ruhig um ihn werden. Denn ab sofort können ihn seine Fans, Familien, Schulklassen und alle anderen Interessierten dienstags bis sonntags in seinem neuen Zuhause besuchen und mehr über das Experiment erfahren. Lehrer und Schüler auf der ganzen Welt dürfen sich außerdem freuen, denn schon bald wird Kern & Sohn zahlreiche Unterrichts-Kits mit Zwerg und Waage zu Schulungszwecken an Schulen rund um den Globus verschicken.

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