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Recycling seltener Metalle

Goldmine Elektroschrott

| Autor/ Redakteur: Karin Weinmann / Christian Lüttmann

Ein alter Fernseher ist mehr als bloß Abfall: In Elektrogeräten sind zahlreiche seltene Metalle verbaut, die derzeit noch zu wenig recycelt werden. Welche Schätze in noch genutzten Mobiltelefonen, Computern und Bildschirmen stecken und was mit diesen wertvollen Stoffen geschieht, haben nun Empa-Forscher in der Schweiz untersucht.

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Gold aus elektronischen Kontakten wird heute größtenteils wiedergewonnen. Andere Metalle wie Indium und Neodym hingegen gehen verloren.
Gold aus elektronischen Kontakten wird heute größtenteils wiedergewonnen. Andere Metalle wie Indium und Neodym hingegen gehen verloren.
(Bild: gemeinfrei (Pixabay/Capri23auto) / CC0)

Dübendorf/Schweiz – In unserer Konsumgesellschaft ist es nicht selten, dass alle zwei Jahre ein neues Smartphone gekauft wird oder das alte Notebook nach fünf Jahren einem aktuellen Modell weichen muss. Im Jahr 2016 kamen in Deutschland so durchschnittlich 22,8 kg Elektroschrott pro Person zusammen, wie aus dem „Global E-waste Monitor 2017“ hervorgeht. In dem Elektronikschrott stecken wertvolle Ressourcen, etwa Neodym, Indium und Gold.

Diese Rohstoffe gehören zu den seltensten Elementen auf der Erde: In einer Tonne Erdmasse kommen durchschnittlich nur rund 38 g Neodym, 50 mg Indium und 4 mg Gold vor. In elektrischen Geräten sind diese Elemente zwar auch nur in geringen Mengen verbaut, erfüllen dort aber Schlüsselfunktionen: Indium ist als Indiumzinnoxid elektrisch leitend und gleichzeitig durchsichtig. Wegen diesen Eigenschaften wird das Material etwa in LCD-Bildschirmen eingesetzt. Neodym wird in Verbindung mit Eisen und Bor verwendet, um starke Magnete herzustellen. Sie finden sich etwa in Festplatten, Lautsprechern, Kopfhörern und Mobiltelefonen. Gold ist ein sehr guter Leiter, der nicht korrodieren kann. Das Metall wird deshalb in Elektronikbauteilen wie Schaltkontakten oder Leiterplatten verwendet.