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Recycling seltener Metalle

Goldmine Elektroschrott

| Autor / Redakteur: Karin Weinmann / Christian Lüttmann

Recyclingquoten von Indium, Neodym und Gold

Ähnlich wie Gold befinden sich auch Indium und Neodym klar lokalisiert in separierbaren Komponenten von Elektrogeräten. Die Wiedergewinnung der Rohstoffe wäre möglich, wenn auch mit einigem Aufwand. Warum also werden diese Metalle bisher nicht zurückgewonnen?

Ein Aspekt für die geringen Recyclingquoten sind die im Umlauf befindlichen Mengen der Metalle, wie die Forscher erklären. Indium wird erst seit der Jahrtausendwende in nennenswerten Mengen genutzt. Im Jahr 2014, für das die aktuellsten Zahlen vorliegen, waren in der Schweiz 1,7 Tonnen des Metalls in Geräten vorhanden, die noch in Gebrauch waren. Die Geräte, die im gleichen Jahr entsorgt wurden, enthielten insgesamt aber nur 135 kg Indium. Rund ein Drittel davon erreichten den Recyclingprozess gar nicht – etwa, weil die Geräte in den normalen Abfall geworfen oder ins Ausland ausgeführt wurden. Von den 90 kg Indium, die den Recyclingprozess durchliefen, endeten laut Studie 90% in Müllverbrennungsanlagen, 5% gingen im Schmelzprozess verloren – und nur 5% wurden für eine eventuelle zukünftige Wiederaufbereitung aufbewahrt.

Anders als bei Indium sind die Recyclingquoten bei Verpackungsmüll sehr hoch, wie die folgende Bildergalerie zeigt:

Wie viel Verpackungsmüll wird wirklich recycelt?

Neodym ist schon seit Anfang der 1980er-Jahre in größeren Mengen in verkauften Elektronikgeräten vorhanden. 2014 befanden sich 39 Tonnen Neodym in noch genutzten Geräten, die im gleichen Jahr entsorgten Geräte enthielten 3,9 Tonnen. Davon erreichten immerhin 2,8 Tonnen den Recyclingprozess, wo das Element aber in der Schlacke des Schmelzprozesses endete. Beim Gold liegen die Zahlen dazwischen: 4,8 Tonnen waren in Geräten verbaut, 440 kg wurden in goldhaltigen Komponenten separiert, und 330 kg davon erreichten den Recyclingprozess. Ab da sind die Verluste gering: Das Gold, welches die Phase der manuellen Zerlegung erreicht, kann zu 95% wiedergewonnen werden, berichten die Forscher.

Der Wert der entsorgten Metalle

Dass nur beim Gold der zusätzliche Aufwand für die Rückgewinnung betrieben wird, hat vor allem wirtschaftliche Gründe: Die 90 kg Indium, die im Entsorgungsprozess landen, sind zurzeit umgerechnet 31.000 € wert; 2,8 Tonnen Neodym 174.000 € und 330 kg Gold 11.900.000 €. Bei Gold lohnt sich also der Aufwand wirtschaftlich betrachtet trotz der geringen Mengen – bei Neodym und Indium ist die finanzielle Motivation für die Recyclingunternehmen hingegen (noch) gering.

„Der weitaus größte Anteil an Neodym und Indium ist immer noch in den aktuell genutzten Geräten“, sagt Studienleiterin Thiébaud. „Eine geringfügige Erhöhung des vorgezogenen Recyclingbeitrags würde bereits genügen, um das Recycling wirtschaftlich attraktiv zu machen.“ Bis dahin wäre es zumindest sinnvoll, Bauteile mit einem relativ hohen Anteil an Indium und Neodym zwischenzulagern – damit die Rohstoffe nicht für immer verloren sind.

* K. Weinmann, Empa, 8600 Dübendorf/Schweiz

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