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Chemieunfall Großeinsatz am Kekulé-Institut - Explosives Gemisch mit Spezialroboter des SEK entschärft

Redakteur: Marion Henig

Unachtsamkeit im Umgang mit Chemikalien hat am Mittwoch, 25. Mai, zu einem Großeinsatz auf dem Campus der Universität Bonn geführt: Beim Nachfüllen der Trocknungsanlage für Diethlyether hat ein wissenschaftlicher Mitarbeiter versehentlich einen gefährlichen Chemikaliencocktail gemixt.

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Großeinsatz der Polizei, des LKA und der Feuerwehr am Organischen Institut der Uni Bonn: Das gefährliche Chemikaliengemisch wurde mit einer Wasserkanone kontrolliert zur Explosion gebracht. (Bild: Volker Lannert/Uni Bonn)
Großeinsatz der Polizei, des LKA und der Feuerwehr am Organischen Institut der Uni Bonn: Das gefährliche Chemikaliengemisch wurde mit einer Wasserkanone kontrolliert zur Explosion gebracht. (Bild: Volker Lannert/Uni Bonn)

Bonn - Der Notfall geschah am Mittwochmorgen in einem Arbeitsraum im vierten Stock des Kekulé-Instituts für Organische Chemie und Biochemie, in dem unter anderem mehrere Destillen zum Trocknen und Reinigen von Lösungsmitteln stehen. Beim Nachfüllen der Trocknungsanlage für Diethlyether griff ein wissenschaftlicher Mitarbeiter versehentlich zu dem Lösungsmittel Dichlormethan. Für die Trocknung von Diethylether wird eine flüssige Kalium-Natrium-Legierung verwendet; diese Alkalimetalle können sehr heftig mit Dichlormethan reagieren. Schlimmeres wurde vielleicht verhindert, weil der Mitarbeiter seinen Irrtum bemerkte und die Befüllung sofort unterbrach. Er alarmierte die Institutsleitung, und diese rief die Feuerwehr.

Bei Eintreffen der Feuerwehr hatten rund 110 Studenten und Mitarbeiter das Institutsgebäude bereits verlassen. Die Feuerwehr zog zur Gefahrenabwehr das Sondereinsatzkommando (SEK) des Landeskriminalamtes hinzu. Weil eine erschütterungsbedingte Detonation des gefährlichen Chemikaliencocktails nicht ausgeschlossen werden konnte, entschied die Einsatzleitung, die unvermeidlichen Handgriffe am Reaktionsgefäß von einem Roboter des SEK, einem so genannten „Manipulator“, durchführen zu lassen.

Uni-Mitarbeitern, Feuerwehrleuten und SEK gelang schließlich mit Hilfe des Roboters, Schlauchleitungen in die Trocknungsanlage einzuführen, das gefährliche Lösungsmittelgemisch von der Alkali-Legierung abzupumpen und mit einem unreaktiven Kohlenwasserstoff zu ersetzen. Nachdem die Explosionsgefahr gebannt war, konnte das Reaktionsgefäß geborgen und in einem sandgefüllten Eimer vom Fluchtbalkon des Gebäudes abgeseilt werden.

Um 17:35 Uhr krachte es dann doch noch auf dem Campus Endenich: Mit einer Art „Wasserkanone“ zerstörten die Spezialisten des SEK das gläserne Reaktionsgefäß vor dem Institutsgebäude. Im Kontakt mit dem Wasserstrahl zersetzten sich die Alkalimetalle mit heftiger Reaktion – ein Knall, ein Feuerball, dann war der Einsatz vorbei.

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