Suchen

Headhunter Headhunter entdecken die klinische Forschung als neues Geschäftsfeld

| Redakteur: Doris Popp

Seit einiger Zeit sind Headhunter verstärkt in der Branche der klinischen Forschung aktiv und werben erfahrene Klinische Monitore (CRAs) ab. Dies geht aus einer Pressemitteilung der SSS International Clinical Research GmbH hervor.

Firmen zum Thema

Seit einigen Monaten sind Headhunter verstärkt in der klinischen Forschung aktiv. (Michael Bührke, pixelio.de)
Seit einigen Monaten sind Headhunter verstärkt in der klinischen Forschung aktiv. (Michael Bührke, pixelio.de)

„Unsere Angestellten berichten, dass sie penetrant von Headhuntern belästigt werden“, bestätigt Dr. Michael Sigmund, Geschäftsführer von SSS International Clinical Research. Die Dunkelziffer der Kontakte insgesamt ist sehr hoch anzusetzen. Selbst bei zufriedenen, wechselunwilligen Mitarbeitern bleiben die Personalberater hartnäckig – so lange, bis es ihnen gelungen sei, Bedürfnisse zu generieren, die vorher nicht vorhanden waren, weiß Sigmund aus Erfahrung. „Wenn lange genug geschmeichelt wird, lässt sich doch der eine oder andere Mitarbeiter dazu überreden, sich die Vorschläge der Headhunter zumindest anzuhören“, so der Geschäftsführer von SSS.

Gerade bei Auftragsforschungsinstituten (CROs) verursacht der Verlust erfahrener Mitarbeiter erhebliche Kosten bei Personalsuche und -einarbeitung. Die Arbeit der meist hochqualifizierten Klinischen Monitore ist sehr anspruchsvoll, erfahrene CRAs sind daher in der Branche ebenso begehrt wie rar. Gleichzeitig gibt es immer weniger Nachwuchs, da viele Pharmaunternehmen mittlerweile nur noch CRAs mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung für ihre Studien akzeptieren. Für CROs wird es daher immer unattraktiver, Mitarbeiter einzustellen, die noch eingearbeitet werden müssen. Angesichts dieser Tatsachen gehen immer mehr Forschungsinstitute dazu über, verstärkt Personalberater zu engagieren, um ihre Human-Resources-Probleme zu lösen.

Der Mangel an erfahrenen CRAs in der Branche und die Überredungskünste der Personalberater haben bei vielen Unternehmen zu einer Zunahme an Mitarbeiterwechseln geführt. „Für CROs ist schon eine geringe Fluktuationssteigerung problematisch. Jeder einzelne Angestellte ist für uns wichtig“, betont Sigmund. Die vermehrte Abwerbung von Mitarbeitern durch Headhunter führt dazu, dass interne Ressourcen belastet werden. Der Auswahlprozess und die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter kosten Zeit und erhöhen den Stressfaktor zusätzlich. Die Personalplanung, die in der Klinischen Forschung sowieso schon schwierig ist, wird so zu einem Dauerproblem. Ganz zu schweigen von der finanziellen Seite.

Klinische Monitore schließen sich jedoch über Headhunter-Bewerbungen bei vielen suchenden Unternehmen zunehmend selbst als ernstzunehmende Kandidaten aus. Der Personal-Pool, aus dem die Unternehmen auswählen können, wird dadurch künstlich weiter ausgedünnt. Das eigentliche Problem der Branche, der Mangel an erfahrenem Personal, werde damit nicht gelöst, heißt es in der Pressemeldung.

(ID:30099050)