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Seedfinanzierung High-Tech Gründerfonds investiert in junges Bioprozesstechnikunternehmen

Redakteur: Doris Popp

Die PS Biotech GmbH – ein Spin-off der RWTH Aachen und des DWI an der RWTH Aachen – hat ein Verfahren zur Produktion von Mikrotiterplatten entwickelt, das ein realitätsnahes Screening unter Fed-batch-Bedingungen erlaubt. Im Juni 2013 erhielt das Unternehmen eine Seedfinanzierung durch den High-Tech-Gründerfonds (HTGF).

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Die PS Biotech GmbH erhielt im Juni 2013 eine Seedfinanzierung durch den High-Tech Gründerfonds (HTGF).
Die PS Biotech GmbH erhielt im Juni 2013 eine Seedfinanzierung durch den High-Tech Gründerfonds (HTGF).
(Logo: High-Tech Gründerfonds)

Aachen, Bonn – Nach Aufbau der Produktionsanlagen wird PS Biotech seine Produkte ab Herbst 2013 in großen Stückzahlen an seine Kunden ausliefern können.

Die bisherigen Standards im Bereich des Primärscreenings führen immer wieder zu kostspieligen Falschaussagen hinsichtlich der Produktivität eines Bakterienstammes. Auch wiederholtes Screenen führt oft nicht zum optimalen Ergebnis, da sich die Nährstoffsituationen im Screening mit den bisherigen Methoden stark von denen in der späteren Produktion im großvolumigen Bioreaktor unterscheiden.

Das will die im Mai 2013 gegründete PS Biotech aus Aachen ändern. „Durch das Screenen der Mikroorganismen unter möglichst produktionsnahen Bedingungen ist es nun erstmals möglich, präzise Aussagen über die Produktivität eines Stammes zu treffen“, sagt Kristina Bruellhoff, Geschäftsführerin des jungen Unternehmens mit Sitz in Aachen. „Unsere Kunden bestätigen, dass herkömmlichen Screeningmethoden dagegen einem Würfelspiel gleichen“, berichtet Bruellhoff.

„Durch die Nutzung der kontrollierten Nährstofffreisetzung aus der am Boden der Mikrotiterplatte fixierten Matrix können die Aussagen signifikant verbessert werden. Wir bieten unseren Kunden ein Werkzeug, das es in dieser Art noch nicht gibt. Verpackung öffnen, Medium und Mikroorganismen hinzufügen und die Kultivierung kann beginnen“, erklärt Sebastian Selzer, zweiter Geschäftsführer der PS Biotech.

„Klassische Methoden, wie die enzymatisch gesteuerten Freisetzungsysteme sind bislang auf die Freisetzung von Glukose beschränkt. Enzymatische Systeme sind generell wesentlich empfindlicher und schwieriger zu kontrollieren. Die Ergebnisse, die mit solchen Systemen im Primärscreening erreicht werden sind in Hinblick auf die Präzision und Validität in keiner Weise mit den Produkten der PS Biotech GmbH vergleichbar“, so Dr. Christian Jung vom HTGF. Darüber hinaus können die Platten auch bereits vor dem eigentlichen Screening zur Synchronisation des Stoffwechsels aller Testorganismen zum Einsatz kommen und schaffen dadurch auf einfache Art und Weise gleiche Ausgangsbedingungen.

Über den High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der Fonds beteiligt sich initial mit 500 000 Euro; insgesamt stehen bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung. Investoren der Public-Private-Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die 17 Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, B. Braun, Robert Bosch, CEWE Color, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik, Lanxess, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, METRO, Qiagen, RWE Innogy, SAP, Tengelmann und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 573,5 Mio. Euro.

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