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HIV-Infektion HIV-Infektion eines Patienten nach Knochenmarkspende besiegt

| Redakteur: Olaf Spörkel

Mit einer gezielten Transplantation von mutierten Stammzellen haben Berliner Wissenschaftler die HIV-Infektion eines Patienten erfolgreich bekämpft.

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Mithilfe einer Knochenmarkspende wurde die HIV-Infektion eines AIDS-Patienten erfolgreich bekämpft.
Mithilfe einer Knochenmarkspende wurde die HIV-Infektion eines AIDS-Patienten erfolgreich bekämpft.
( Archiv: Vogel Business Media )

Berlin – Forschern der Berliner Charité ist es gelungen, einen HIV-infizierten Patienten mithilfe einer Stammzelltherapie zu heilen. Nach Aussage der Forscher ist der Patient derzeit HIV-negativ. Dies sei allerdings nur aufgrund einer seltenen Mutation möglich gewesen.

Der HIV-infizierte Mann war an Leukämie erkrankt und hatte sich vor drei Jahren in die Behandlung des Teams um Prof. Eckhard Thiel, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, begeben. Die Stammzellen des Patienten wiesen laut Charité eine spezielle HLA-Konstellation auf, die unter weißen Amerikanern und Europäern bei einem von tausend Menschen vorkommt. Die Mediziner suchten gezielt einen Spender aus, der die Mutation Delta 32 auf dem Rezeptor CCR5 aufwies. Die Mutation tritt bei etwa einem bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Personen mit dieser Mutation sind zuverlässig gegen eine Übertragung des HI-Virus geschützt.

Mutation verhindert Eindringen in die Zelle

Unter den 60 in Frage kommenden Knochenmarksspendern fand sich eine Person mit dieser Mutation. „Diesen Spender haben wir mit der Hoffnung ausgewählt, dass nach der Transplantation seiner Stammzellen auch die HIV-Infektion des Patienten verschwinden könnte“, sagt Dr. Gero Hütter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Prof. Thiel. Damit das HI-Virus in die Zellen eines infizierten Patienten gelangen kann, bindet es sich mit dem Rezeptor CCR5. Die Mutation Delta 32 sorgt dafür, dass kein Rezeptor auf der Zelloberfläche vorhanden ist, sodass das HI-Virus nicht in die Zelle gelangen kann.

Heilung ist Einzelfall

Bei dem Patienten war das HI-Virus bereits vor mehr als zehn Jahren festgestellt worden. AIDS war zum Zeitpunkt seiner Behandlung in der Charité – Universitätsmedizin Berlin noch nicht ausgebrochen, die Leukämie-Erkrankung war keine direkte Folge der HIV-Infektion. Nach der Knochenmarkstransplantation wurde die medikamentöse Behandlung des Patienten zunächst eingestellt, da die Mediziner befürchteten, sie könnte zu einer Abstoßungsreaktion des gespendeten Knochenmarks führen. Dennoch wurde der Patient ständig beobachtet, um bei einem erneuten Auftreten des Virus sofort wieder mit der Behandlung zu beginnen. Normalerweise führt die Absetzung der Medikamente innerhalb weniger Wochen zum Ausbruch von AIDS. Bis heute, mehr als 20 Monate nach der erfolgreichen Transplantation, ist kein HIV beim Patienten nachweisbar.

„Wer jetzt jedoch Millionen von HIV-Infizierten Hoffnung auf Heilung verspricht, handelt unseriös“ erklärt Prof. Rudolf Tauber, Prodekan für Forschung der Charité. „Dieser Einzellfall unterstreicht jedoch die Schlüsselrolle des Gens CCR5 in der Übertragung und Erkrankungsentwicklung von HIV.“ Medikamente mittels CCR5 sind bereits zugelassen und werden weiter erprobt.

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