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Digitale Arbeitswelt als Infektionsschutz Homeoffice boomt wegen Corona-Pandemie

| Autor / Redakteur: Bastian Pauly* / Christian Lüttmann

Solange keine Impfung gegen das Coronavirus verfügbar ist, muss man auf andere Präventionsmaßnahmen zurückgreifen. Neben Nies-Etikette und persönlicher Hygiene helfen digitale Lösungen. So verringert die Arbeit von zu Hause aus die Gefahr, sich bei anderen mit dem Virus anzustecken. Homeoffice ist daher zurzeit ein gefragtes Arbeitsmodell.

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Arbeiten von zu Hause aus ist in Zeiten der Corona-Pandemie eine zunehmend genutzte Option (Symbolbild).
Arbeiten von zu Hause aus ist in Zeiten der Corona-Pandemie eine zunehmend genutzte Option (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei, markusspiske / Pixabay )

Berlin – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie misst eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger der Digitalisierung große Bedeutung bei. Zwei Drittel (65%) sind der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, etwa durch Homeoffice. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1000 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Von den berufstätigen Befragten arbeitet mittlerweile jeder Zweite (49%) im Homeoffice. Für einige von ihnen ist das völlig neu: 18% durften zuvor gar nicht im Homeoffice arbeiten und machen das jetzt zeitweise (15%) oder ganz (3%). Weitere 31% konnten bereits vorher im Homeoffice arbeiten und tun das jetzt häufiger (17%) oder ganz (14%). Dagegen geben 41% an, ihre Tätigkeit sei grundsätzlich nicht für Homeoffice geeignet.

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Digitalisierung und Aufklärung gegen Corona

Nach Angaben der befragten Berufstätigen haben viele Arbeitgeber auf die Corona-Pandemie reagiert und setzen verstärkt auf ortsunabhängiges Arbeiten. Bei jedem dritten Berufstätigen (33%) wurde erstmals Homeoffice eingeführt, bei 43% wurden bestehende Homeoffice-Regelungen durch den Arbeitgeber ausgeweitet. Bei 45% der Berufstätigen ersetzen Telefon- und Webkonferenzen die bisherigen Treffen mit persönlicher Anwesenheit.

Weitere Maßnahmen betreffen Hygieneregeln und Informationspolitik. Klassische Umgangsformen sind tabu: 96% der Berufstätigen sagen, ihr Arbeitgeber habe Begrüßungen per Handschlag verboten. 88% wurden über persönliche Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßiges und häufigeres Händewaschen informiert. 29% berichten von einem speziellen Informationsangebot zur Corona-Pandemie, etwa im Intranet oder am Schwarzen Brett. Bei 22% gibt es zusätzliche Desinfektionsmittel auf Toiletten und am Eingang.

Für einige Berufstätige ist die Corona-Pandemie mit erheblichen Einschnitten im gewohnten Arbeitsalltag verbunden, wie ein komplettes Empfangsverbot jeglicher Gäste am Unternehmensstandort (19%), der Absage eigener Veranstaltungen mit externen Gästen (14%), der Absage von Teilnahmen an externen Veranstaltungen wie Messen und Kongressen (11%), der Einschränkung von Dienstreisen (10%) oder einem grundsätzlichen Verbot von Dienstreisen (8%).

Aufruf zu flexiblerer Arbeitsgestaltung

„Die Corona-Pandemie und die drastischen Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens erzwingen ein radikales Umdenken in der Kultur vieler Unternehmen. Noch stärker gefordert sind öffentliche Arbeitgeber, für die Homeoffice oft ein Fremdwort ist“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Seiner Meinung nach seien digitale Technologien der Schlüssel, um die Arbeitsfähigkeit von Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen wie Ämtern und Schulen in einer Krise wie der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. „Dass mobiles Arbeiten und mobiles Lernen zum Standard werden könnten, schien bislang undenkbar. Jetzt aber werden wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar, die digitale Technologien grundsätzlich bieten – im Kampf gegen das Virus wie auch in der Reduzierung des Berufsverkehrs und verkehrsbedingter Emissionen. Alle Unternehmen sind gefordert, Homeoffice für die dafür geeigneten Tätigkeiten einzuführen. Die Politik muss das Arbeitsrecht zwingend modernisieren, etwa indem aus der Zeit gefallene Regelungen wie die elfstündige ununterbrochene Mindestruhezeit gestrichen und der starre Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzt werden“, meint Berg.

* B. Pauly, Bitkom Servicegesellschaft, 10117 Berlin

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