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THC-Gehalt hanfhaltiger Lebensmittel

Hygge statt High: Per GC/MS Cannabis in Lebensmitteln auf der Spur

| Autor / Redakteur: Erik Hofmann*, Dr. Günther Kempe*, Prof Dr. Karl Speer**, / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Der THC-Gehalt von beispielsweise Hanftee darf 5 µg/kg nicht überschreiten.
Abb. 1: Der THC-Gehalt von beispielsweise Hanftee darf 5 µg/kg nicht überschreiten. (Bild: ©creativefamily - stock.adobe.com)

Hanftee, Hanfmehl, Hanfbier – verschiedene Lebensmittel können Bestandteile von Cannabis enthalten und dürfen dies seit 1996 auch. Damit die gemütliche Teestunde jedoch nicht zum Rausch wird, dürfen verwendete Hanfsorten maximal 0,2 Prozent THC enthalten. Dies zu kontrollieren, obliegt seither den Lebensmitteluntersuchungsämtern. Forscher der TU Dresden haben dazu nun eine halbautomatische GC/MS-Methode entwickelt.

Üblicherweise sind es forensische Toxikologen, die sich mit dem Metier der Cannabis­analytik befassen: Haare, Speichel oder Urin werden einer forensisch-toxikologischen Untersuchung unterworfen, um einen möglichen Drogenmissbrauch nachzuweisen. Denn Cannabis zählt laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zu den verbotenen Substanzen und gehört in Deutschland zu den am häufigsten konsumierten Drogen. Sowohl der Handel, der Konsum, der Besitz als auch der Anbau von Cannabis sind hierzulande unerlaubt und strafbar. Dennoch werden inzwischen Bestandteile der Cannabispflanze als Lebensmittelzutat in Hanföl, Hanfproteinpulver, Hanftee oder Hanfbier verwendet. Wie passt das zusammen? Möglich wurde dies durch eine grundlegende Änderung des BtMG im Jahre 1996, die den Anbau von Hanffasern in Deutschland erlaubt. Allerdings dürfen nur solche Cannabissorten angepflanzt werden, deren Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) kleiner 0,2 Prozent beträgt.

Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) ist hauptverantwortlich für die psychoaktive Wirksamkeit von Cannabis und zählt zur Stoffgruppe der Cannabinoide; diese terpenophenolischen Kohlenwasserstoffe sind spezifisch für die Hanfpflanze. In der frischen Pflanze liegen die Cannabinoide größtenteils als inaktive Carbonsäuren (Precursorsäuren) vor. Für THC sind zwei Precursorsäuren (THCA-A und THCA-B) bekannt, erst bei Wärmeeinwirkung kommt es zur Decarboxylierung und somit zur Freisetzung der psychoaktiven Substanz THC [1].

THC-Richtwerte für hanfhaltige Lebensmittel

Für den THC-Gehalt in hanfhaltigen Lebensmitteln gibt es derzeit nur Richtwerte: 5 µg/kg für nicht alkoholische und alkoholische Getränke, 5000 µg/kg für Speiseöle und 150 µg/kg für alle anderen Lebensmittel. Der jeweilige Richtwert bezieht sich auf den Gesamt-THC-Gehalt, einschließlich der Precursorsäuren, pro Kilogramm verzehrfertiges Lebensmittel [2]. In der amtlichen Lebensmittelüberwachung erfolgt die Bestimmung dieses Gehaltes nach Flüssig-Flüssig-Extraktion mit der GC-MS/(MS). Bei GC-Analysen kommt es aufgrund der hohen Temperaturen im Injektor zu einer vollständigen Decarboxylierung der Carbonsäuren, sodass generell der Gesamt-THC-Gehalt ermittelt wird [1]. Zur Bestimmung der Säuren muss vorher eine Derivatisierung durchgeführt werden, gängig ist die Silylierung etwa mit N-Methyl-N-(trimethylsilyl)-trifluor­acetamid (MSTFA) [3].

Die traditionelle Probenaufarbeitungsmethode ist relativ zeitaufwändig und benötigt größere Mengen an Lösungsmitteln. Eine Bestimmung von Δ9-THC und weiteren Cannabinoiden in Lebensmitteln soll aber auch mithilfe einer vollautomatisierten HS-SPME-GC/MS möglich sein [4]. Im Jahr 2016 veröffentlichte die Europäische Union die Empfehlung 2016/2115, gemäß der die Mitgliedsstaaten angehalten sind, ein Verfahren zu entwickeln, das es möglich macht, neben Δ9-THC auch die Vorgängersäuren sowie weitere Cannabinoide, wie Cannabidiol, Cannabinol, Δ8-THC und Δ9-Tetrahydrocannabivarin in Lebensmitteln zu erfassen und zu quantifizieren [5].

THC-Gehalt messen: Entwicklung einer HS-SPME-GC-MS/MS Methode

Aufbauend auf der EU-Empfehlung und den Vorarbeiten von Lachenmeier et al. [4] hat die Technische Universität Dresden in Kooperation mit der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) eine HS-SPME-GC-MS/MS-Methode entwickelt, die eine Bestimmung der von der EU empfohlenen Cannabinoide in hanfhaltigen Lebensmitteln ermöglicht.

Für die Messungen wurde ein GC-MS/MS-System (Agilent GC-MS/MS 7010) mit Gerstel-Multi-Purpose-Sampler (MPS) und entsprechendem SPME-Zubehör (Agitator, Bakeout Station) verwendet. Die Methodenentwicklung erfolgte aufbauend auf den Ergebnissen von Lachenmeier et al., deren Methodik die Bestimmung von Cannabinol, Cannabidiol und Δ9-THC in hanfhaltigen Lebensmitteln über eine HS-SPME-GC-MS ermöglicht [4].

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