Suchen

Kooperation IBM und Nuance wollen Supercomputer Watson im Gesundheitswesen einsetzen

| Redakteur: Doris Neukirchen

IBM und Nuance Communications haben eine Forschungsvereinbarung geschlossen, um die analytischen Fähigkeiten des IBM-Watson-Supercomputersystems weiter zu entwickeln und in der Gesundheitsbranche kommerziell zu nutzen.

Firmen zum Thema

IBM's Watson Computer System spielt Jeopardy! in einer Übungsrunde. (Bild: IBM)
IBM's Watson Computer System spielt Jeopardy! in einer Übungsrunde. (Bild: IBM)

Stuttgart-Ehningen – Die Forschungs- und Technologieinitiative kombiniert die Frage- und Antwort-Methodik, die Verarbeitung der natürlichen Sprache und die Lerneigenschaften des IBM-Systems mit den Spracherkennungslösungen von Nuance zur klinischen Fachsprache für die Diagnose und Behandlung von Patienten. Damit sollen Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen schnelleren und besseren Zugang zu wichtigen Informationen erhalten. Die beiden Firmen rechnen mit ersten kommerziell verfügbaren Angeboten aus der Zusammenarbeit in 18 bis 24 Monaten.

Darüber hinaus tragen das Medizinzentrum der amerikanischen Columbia-Universität und die School of Medicine der Universität Maryland ihre medizinische Expertise und Forschung zu dieser gemeinsamen Initiative bei. Beispielsweise helfen Ärzte an der Columbia-Universität bei der Identifizierung kritischer Sachverhalte in der Ausübung medizinischer Tätigkeiten, in denen die Watson-Technologie helfen könnte. Ärzte der Universität Maryland untersuchen die Möglichkeiten, wie eine Technologie dieser Art mit praktizierenden Ärzten am sinnvollsten interagieren könnte.

Die Fähigkeit von Watson, die Bedeutung und den Kontext natürlicher Sprache zu analysieren, und daraufhin schnell Informationen zu verarbeiten, um präzise Antworten zu finden, kann Entscheidungsträger wie Ärzte oder Krankenpfleger unterstützen. Dabei geht es insbesondere um den Zugang zu Fachwissen und Fakten, die in riesigen Datenbergen versteckt sein können. Dabei könnten Antworten vorgeschlagen werden, die solche Entscheider noch nicht in Betracht gezogen haben, um eigene Ideen oder Hypothesen zu validieren. Beispielsweise könnte ein Arzt, der eine Diagnose stellen möchte, die Analytikfähigkeiten von Watson in Kombination mit den Spracherkennungs- und Fachsprachelösungen von Nuance nutzen, um schnell alle verfügbaren Texte, Referenzen, Informationen über vorherige Fälle und aktuelles Wissen aus medizinischen Fachveröffentlichungen heranzuziehen. Dies könnte helfen, die wahrscheinlichste Diagnose zu stellen und die erfolgversprechendsten Behandlungsmethoden auszuwählen.

„Die Kombination der Nuance-Spracherkennung und der vorhandenen Klinikfachsprache-Lösungen mit der Leistungskraft der Watson-Technologie macht ein bisher nicht gekanntes Niveau an Fortschritt im Gesundheitswesen möglich“, sagt Paul Ricci, Chairman und CEO von Nuance. „Diese Initiative ist ein logischer nächster Schritt in der Entwicklung von Nuance, der unsere Fähigkeiten vom Erkennen des Gesagten hin zum Verständnis des Inhalts und der Bereitstellung assistierender Empfehlung bringen kann. Die Lösungen, die wir mit IBM entwickeln, wird die Art, den Datenfluss und die Nutzung medizinischer Daten verändern und die beteiligten Funktionen im Gesundheitswesen dazu befähigen, intelligentere und effizientere medizinische und ökonomische Entscheidungen zu treffen.“

Unter der jetzigen Vereinbarungen planen IBM und Nuance, gemeinsam in eine mehrjährige Forschungsinitiative zu investieren, die auf die Anwendung der Watson-Technologie in Kombination mit den Spracherkennungs- und Klinikfachsprache-Lösungen von Nuance zugeschnitten ist, um die Diagnose und Behandlung von Patienten zu unterstützen. IBM hat Nuance den Zugang zur Watson-Technologie lizenziert. IBM und Nuance sind derzeit in einer auf fünf Jahre angelegten Forschungsinitiative engagiert, um die nächste Generation von Technologien zur natürlichen Sprache zu entwickeln. Die Ergebnisse werden von Nuance kommerziell genutz. IBM hat Nuance auch zum Preferred Business Partner für Sprachtechnologien und darauf bezogene Professional Services ernannt, zur Ergänzung des IBM-Branchenlösungsportfolios.

(ID:25789840)