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Biomarker

Identifizierung von Biomarkern ermöglicht gezieltere Behandlung

| Redakteur: Marc Platthaus

Abb.1: Die Identifikation von Biomarkern erlaubt gezieltere und wirksamere Behandlungsmethoden beispielsweise von Tumoren. Betroffene Patienten müssen dadurch weit weniger belastende toxische Substanzen zu sich nehmen als bei herkömmlichen Pauschaltherapien. (Bild: Grace Winter/pixelio.de)
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Abb.1: Die Identifikation von Biomarkern erlaubt gezieltere und wirksamere Behandlungsmethoden beispielsweise von Tumoren. Betroffene Patienten müssen dadurch weit weniger belastende toxische Substanzen zu sich nehmen als bei herkömmlichen Pauschaltherapien. (Bild: Grace Winter/pixelio.de)

Genau auf den Patienten – aufgrund seiner genetischen Disposition – optimierte Therapien sind die Wunschvorstellungen von Medizinern. Die Identifizierung von Biomarkern liefert für diesen Wunsch die nötigen molekulardiagnostischen Voraussetzungen.

Erst kürzlich gelang der medizinischen Forschung ein neuer Durchbruch: Der Biomarker M2-PK wurde als Schlüsselenzym für die Krebsdiagnostik und -therapie identifiziert. Allein durch den Nachweis des M2-PK im Patienten-Stuhl können nun sowohl Darmpolypen als auch Darmtumore frühzeitiger erkannt werden.

Auch für die Verlaufskontrolle während der Therapie stehen bereits effektive Testsysteme zur Verfügung, mit denen der Gehalt des Enzyms im Blut festgestellt werden kann. Für die Zukunft steckt in der Biomarker-Forschung noch großes Potenzial: Die Identifizierung solcher Schlüsselenzyme erlaubt viel gezieltere, individualisierte Behandlungsmethoden, die auf die speziellen Eigenschaften des jeweiligen Tumors ausgerichtet sind. Dadurch bleiben den Patienten unspezifische und deshalb häufig unwirksame Therapien mit belastenden Nebenwirkungen weitgehend erspart – und die Erfolgschancen der Behandlung steigern sich um ein Vielfaches. Jedoch ist die Erforschung der Biomarker mit sehr hohen Kosten verbunden, für die bisher meist noch entsprechende Geldgeber fehlen.

Dabei sprechen die durch Biomarker erzielten Ergebnisse für sich: Von hundert an Darmkrebs erkrankten Patienten wurden bis zu 97 Prozent durch den M2-PK-Stuhltest erkannt – dies ergaben verschiedene klinische Studien aus Deutschland, England und Irland, in denen der Nachweis dieses Schlüsselenzyms im Stuhl als Stoffwechselmarker zur Früherkennung von Darmkrebs getestet wurde. Dank der weiteren Möglichkeit zur Bestimmung des M2-PK-Gehalts im Blut kann außerdem schon während des Therapieverlaufs frühzeitig kontrolliert werden, ob die Behandlung Erfolg versprechend verläuft und eine bessere Prognose über die Heilungschancen gemacht werden.

Zukunftsvision: Ein gezielt wirksames Medikament

„Bei Zulassungsverfahren für neue Wirkstoffe gegen Krebserkrankungen gibt es immer zwei relevante Fragen zu beantworten“, berichtet Dr. Michael Sigmund, Geschäftsführer des Unternehmens SSS International Clinical Research. „Zum einen, in welchem Umfang sich durch das neue Medikament die Lebenserwartung des Patienten erhöht, und zum anderen, wie stark die Nebenwirkungen sind.“

Etwa 70 Prozent aller klinischen Studien, die das Auftragsforschungsinstitut aus Germering bei München betreut, sind aus dem Bereich der Onkologie. Da Patienten bei herkömmlichen Krebstherapien eine sehr große Menge an hochtoxischen Substanzen verabreicht bekommen, sieht Sigmund besonders für die Behandlung von Krebserkrankungen großes Potenzial in der personalisierten Medizin: „Die Zukunftsvision ist, dass Krebspatienten künftig nur noch ein ganz gezielt wirksames Medikament nehmen müssen, auf das der Tumor dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit reagiert.“

Im Vergleich zu den bisher noch vorrangig angewandten Pauschaltherapien sei die personalisierte Behandlung aufgrund der größeren Erfolgsaussichten und den deutlich reduzierten Nebenwirkungen außerdem weitaus kosteneffektiver, ist sich Sigmund sicher.

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