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Biomarker

Identifizierung von Biomarkern ermöglicht gezieltere Behandlung

| Redakteur: Marc Platthaus

Krebsforschung setzt verstärkt auf personalisierte Medizin

Entsprechend hat sich das Interesse von Ärzten, Wissenschaftlern und Unternehmen im Bereich der personalisierten Medizin deutlich verstärkt. „Die Erforschung von Krebserkrankungen und die Entwicklung innovativer Therapiekonzepte auf diesem Gebiet sind seit vielen Jahren ein großer, wahrscheinlich sogar der bedeutendste Schwerpunkt in der medizinischen Forschung und Medikamentenentwicklung“, sagt Prof. Dr. Horst Domdey, Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Development. Gemeinsam mit verschiedenen Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen, Kliniken und wissenschaftlichen Instituten aus dem Großraum München und der Clustermanagementgesellschaft BioM startete Domdey im Oktober 2010 den Münchner Spitzencluster m4. Das Konzept der Initiative ist, durch die frühzeitige Vernetzung aller Beteiligten, die zielgerichtete Medikamentenentwicklung effizient voranzutreiben und eine Wirksamkeitsverbesserung neu entwickelter Medikamente zu erreichen. Allerdings hat erst der enorme Wissenszuwachs aus der Genomforschung die personalisierte Medizin auf den heutigen Stand gebracht. „Man weiß inzwischen, dass Krankheit nicht gleich Krankheit und dass Patient nicht gleich Patient ist“, erklärt Domdey. „Neben den Lebensumständen muss man deshalb auch den genetischen Hintergrund eines Patienten kennen, um mit der Diagnostik erfolgreich zu sein und die richtige Therapie auszuwählen.“ Bei der personalisierten Medizin im Bereich der Krebsforschung gelte es daher, die jeweiligen Biomarker, die nur bei bestimmten Tumorgruppen auftreten, zu identifizieren und deren Genom zu entschlüsseln. In einem nächsten Schritt können dann spezifische Wirkstoffe entwickelt werden, die gezielt den Stoffwechsel dieser Krebszellen blockieren. Schließlich muss das neue Medikament in einer klinischen Studie geprüft werden, bevor entschieden wird, ob es auf den Markt kommt.

Biomarker-Identifizierung: Die Vor- und Nachteile

Ein Hemmnis für die flächendeckende Etablierung der innovativen Therapieformen ist jedoch, dass das Auffinden und die Validierung aussagekräftiger Biomarker mit sehr teuren Verfahren verbunden sind. Vor allem bei Medikamenten, die bereits auf dem Markt sind, fehlen die Geldgeber, um die Kosten für die Biomarker-Identifizierung zu übernehmen: „Je älter ein Medikament ist, desto geringer ist der Finanzierungsanreiz für Pharmaunternehmen“, so Sigmund. „Da der Patentschutz nach einigen Jahren abläuft, würden letztlich nur die Generika-Hersteller vom Erkenntniszugewinn über die Wirkweise profitieren.“ Dennoch sei es wichtig, die Biomarker-Forschung zu unterstützen, da sich der Mehrnutzen der personalisierten Medizin letztlich lohnen werde. Forschungsprojekte, wie sie etwa im Rahmen des Münchner Spitzenclusters m4 ermöglicht werden, können dazu einen Teil beitragen. Für Domdey ist die personalisierte Medizin ganz klar die Medizin der Zukunft: „Das Gesundheitssystem wird lernen müssen, dass eine scheinbar teure Therapie, die bei fast 100 Prozent der behandelten Patienten wirklich wirkt, die Gesellschaft unterm Strich billiger kommt als die klassischen Blockbuster-basierten Therapien, die oftmals statt einer Wirkung nur vielfältige Nebenwirkungen erzeugen und letztendlich zu viel teurerer Intensivmedizin führen können.“ n

* Y. Eißler: Pressebüro Gebhardt-Seele, 80636 München

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