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Forschungsprojekt In-situ-Coating In-situ-Coating für Nahrungsmittel und Tabletten

| Redakteur: Marion Henig

Tabletten oder Dragees werden bisher erst nach der Herstellung beschichtet. Forscher aus Halle entwickeln jetzt ein In-situ-Verfahren, das das Coating in den Herstellungsprozess integrieren und dadurch Zeit, Kosten und Materialien sparen soll.

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Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollen ein Verfahrenentwickeln, das die Beschichtung von Tabletten in den Herstellungsprozess integriert. Im Bild: Dr. Torsten Stelzer und Projektleiterin Sandra Petersen untersuchen eine Tablette mit dem Lichtmikroskop. (Bild: Maike Glöckner)
Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollen ein Verfahrenentwickeln, das die Beschichtung von Tabletten in den Herstellungsprozess integriert. Im Bild: Dr. Torsten Stelzer und Projektleiterin Sandra Petersen untersuchen eine Tablette mit dem Lichtmikroskop. (Bild: Maike Glöckner)

Halle – Mit 750.000 Euro wird das Projekt „in situ coating“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. An Keksen und Süßigkeiten wollen die Wissenschaftler das Verfahren in Zusammenarbeit mit einem Mentor aus der Industrie zunächst testen. „In-situ-Coating soll dann aber vielseitig einsetzbar sein – zum Beispiel in der Pharmazie oder zur Herstellung von Düngemitteln“, sagt Projektleiterin Sandra Petersen vom Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik der MLU. Welche Stoffe bei der Herstellung denkbar sind, werden drei Doktoranden im Team erforschen.

Die entscheidende Innovation im Herstellungsprozess: Die Tablette wird in einem Schritt – am selben Ort – geformt und beschichtet. „Das Stoffgemisch wird so gesteuert gekühlt, dass es von außen nach innen zur Kristallisation kommt“, erläutert Prof. Joachim Ulrich. Gemeinsam mit dem Verfahrenstechniker Dr. Torsten Stelzer und Moritz Bradler vom Gründernetzwerk Univations hatte Ulrich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Projektantrag gestellt. Vor kurzem wurde das Vorhaben in der Förderlinie „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung“ bewilligt. „Die einzelnen Verfahrensschritte funktionieren bereits. Für uns liegt die Herausforderung jetzt darin, diese Schritte in einen Gesamtablauf zu übertragen und zu perfektionieren“, sagt Torsten Stelzer.

Bis zum Frühjahr 2012 will das Team aus Pharmazeuten, Verfahrenstechnikern und Physikern verschiedene Modellsysteme entwickeln und damit erste Nahrungsmittel herstellen. In zwei Jahren wird das BMBF über die Fortführung des Projekts entscheiden.

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