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Studie

Industriespionage für Unternehmen gefährlicher als Wirtschaftskriminalität

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Bezogen auf die in den vergangenen zwei Jahren entdeckten kriminellen Handlungen, entfielen 34 % auf Vermögensdelikte wie Betrug, Unterschlagung oder Diebstahl, 10 % der Delikte seien Verstöße gegen Patent- und Markenrechte und jeweils 6 % der Delikte seien Korruptions- und Kartellfälle.

Korruption und Kartellabsprachen verursachen indirekte Schäden

„Allerdings dürfte das Dunkelfeld der nicht entdeckten Straftaten gerade im Bereich von Korruption und Kartellabsprachen relativ groß sein. So ist immerhin jedes vierte Unternehmen der Ansicht, in den vergangenen zwei Jahren mindestens einen Auftrag auf Grund von Korruption durch Wettbewerber verloren zu haben“, erläutert Prof. Kai Bussmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Auch wettbewerbswidrige Vereinbarungen sind nach Einschätzung vieler Befragter verbreitet, wie es heißt. Knapp jedes fünfte Unternehmen gehe davon aus, dass in seiner Branche mindestens 20 % des Marktvolumens von Preis- oder Marktabsprachen betroffen sind.

Im Durchschnitt seien den Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren durch Wirtschaftskriminalität unmittelbare finanzielle Schäden von knapp 3,2 Mio. Euro entstanden. Mit Abstand die höchsten Schäden verursachten Wettbewerbsdelikte mit durchschnittlich rund 20 Mio. Euro je betroffenes Unternehmen. Die finanzielle Belastung durch Korruptionsfälle sei mit rund 530.000 Euro je Schadensfall zwar deutlich geringer. Allerdings seien sowohl Korruptions- als auch Wettbewerbsdelikte typischerweise mit erheblichen indirekten Schäden wie Reputationsverlust (jeweils 24 %) verbunden. Bei 40 % beeinträchtigten aufgedeckte Korruptionsfälle zudem die Beziehungen zu Geschäftspartnern erheblich, während die juristische Aufarbeitung von Kartellverstößen bei zwei von drei Unternehmen (65 %) einen hohen Zeit- und Kostenaufwand verursachten und bei jedem zweiten Befragten (52 %) erhebliche Managementkapazitäten binde.

Unternehmen tun zu wenig für die Prävention

Angesichts der erheblichen Schäden durch Kartellabsprachen und Korruption seien spezifische Präventionsmaßnahmen überraschend schwach ausgeprägt. Über ein Antikorruptionsprogramm verfügen laut Mitteilung nur gut 52 % der Befragten. Selbst von den Unternehmen, die zumindest potenziell von der strengen Gesetzgebung in den USA (Foreign Corrupt Practices Act) und in Großbritannien (UK Bribery Act) betroffen sind, hätten nur 63 % ein Antikorruptionsprogramm. Eine spezifische kartellrechtliche Compliance gebe es lediglich bei 29 % der Unternehmen.

„Mindestens genauso bedenklich wie die Lücken bei der Compliance sind allerdings Defizite bei der Integritätskultur. Noch immer herrscht in vielen Unternehmen ein einseitig ergebnisorientiertes Klima, das dem erfolgreichen Abschluss im Zweifel den Vorrang vor der Einhaltung von Regeln und Grundsätzen guter Unternehmensführung gibt. Compliance funktioniert aber nur dann, wenn sie Teil der Unternehmens-DNA wird“, sagt Salvenmoser. Nach Einschätzung der Befragten (84 %) kritisierten zwar die meisten Vorgesetzten einen Richtlinienverstoß ihrer Mitarbeiter. Doch in fast jedem vierten Unternehmen (22 %) folgten Führungskräfte zumindest nicht immer den Grundsätzen, die sie von anderen einfordern.

Weitere Informationen:

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* Der Autor ist Redakteur bei MM Maschinenmarkt. E-Mail: stephane.itasse@vogel.de

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