English China

Wettbewerb zu Digitalisierung im Chemieunterricht Informatik trifft Chemie: drei ausgezeichnete Schülerprojekte

Autor / Redakteur: Monika von Zedlitz* / Christian Lüttmann

Ein Klimamodell zum Treibhauseffekt, eine VR-Visualisierung des Atomaufbaus und ein Escape-Lernlabor. Diese Schülerprojekte wurden im Wettbewerb „Digitalisierung im Chemieunterricht der Sekundarstufe I“ des Fonds der Chemischen Industrie ausgezeichnet. Bis zum 10. Dezember 2021 können nun Teams der Sekundarstufe II Projekte in den Wettbewerb einreichen.

Firmen zum Thema

Beim FCI-Wettbewerb „Digitalisierung im Chemieunterricht“ wurden drei Schüler-Teams für ihre Projekte ausgezeichnet (Symbolbild).
Beim FCI-Wettbewerb „Digitalisierung im Chemieunterricht“ wurden drei Schüler-Teams für ihre Projekte ausgezeichnet (Symbolbild).
(Bild: Foto 2013 von www.ChristianSchwier.de)

Frankfurt a. M. – Das Engagement von drei Schulen in Deutschland wird belohnt: Sie haben sich mit ihren Projekten im bundesweiten Wettbewerb „Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge im naturwissenschaftlichen Unterricht in der Sekundarstufe I“ des Fonds der Chemischen Industrie (FCI) gegenüber 27 Wettbewerbern durchgesetzt. „Es ist großartig, wie sich Schülerinnen und Schüler für eine stärkere Digitalisierung im Chemieunterricht begeistern und hierfür neue Ideen entwickeln. So tragen sie auch für andere zu einem spannenden und motivierenden Chemieunterricht bei“, sagt Fonds-Geschäftsführer Gerd Romanowski.

Und der Gewinner ist…

Der erste Preis geht an das Team des Robert-Havemann-Gymnasiums. Dort bauten Schüler selbstständig ein Klimamodell, um den Treibhauseffekt experimentell nachzuweisen.
Der erste Preis geht an das Team des Robert-Havemann-Gymnasiums. Dort bauten Schüler selbstständig ein Klimamodell, um den Treibhauseffekt experimentell nachzuweisen.
(Bild: VCI)

Der erste Preis, mit 1.500 Euro dotiert, geht an das Robert-Havemann-Gymnasium, Berlin, für das Projekt „Klimamodell zum experimentellen Nachweis des Treibhauseffektes“. Schüler bauten selbstständig ein Klimamodell, um den Treibhauseffekt experimentell nachzuweisen.

Hierfür wurden Sensoren zur Messung des CO2-Gehaltes, der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit, der Bestrahlungsstärke sowie des Gehaltes an organischen Gasen in einem Glaskasten installiert und die zugehörige Hard- und Software zum Auslesen der Messwerte programmiert. So kann man verfolgen, wie sich die einzelnen Parameter verändern – sowohl bei Wärmeeinstrahlung als auch wenn sich der CO2-Gehalt im Glaskasten ändert. Das Projekt eignet sich ebenfalls gut im Biologieunterricht, um die Photosynthese zu veranschaulichen. Den ersten Preis erhielt das Projekt aufgrund der kreativen Umsetzung, der Möglichkeit für variable Fragestellungen zu aktuellen Themen und der intensiven Einbindung von Schülern in den Bau und die Integration digitaler Methoden wie Programmierung und digitaler Messtechnik.

Zwei Sonderpreise für Digital-Projekte

Der zweite Preis geht an Schüler der Integrierten Gesamtschule Kandel. Sie haben eigenständig eine Webseite programmiert, auf der eine 3-D-Visualisierung von Atomen und Kugelwolkenmodellen mit und ohne 3-D-Brille möglich ist.
Der zweite Preis geht an Schüler der Integrierten Gesamtschule Kandel. Sie haben eigenständig eine Webseite programmiert, auf der eine 3-D-Visualisierung von Atomen und Kugelwolkenmodellen mit und ohne 3-D-Brille möglich ist.
(Bild: VCI)

Einen Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro erhält die Integrierte Gesamtschule Kandel für ihr Projekt „Visualisierung des Atomaufbaus und des Kugelwolkenmodells“.

In diesem Projekt haben Schüler eigenständig eine Webseite programmiert, auf der eine 3D-Visualisierung von Atomen und Kugelwolkenmodellen mit und ohne 3D-Brille möglich ist. Zusätzlich kann über ein Smartphone Augmented Reality (AR) genutzt werden. Prämiert wurde das Projekt für den zeitgemäßen Einsatz von Virtual-Reality- und AR-Anwendungen, um die Welt auf Teilchenebene zu visualisieren und begreifbar zu machen sowie gleichzeitig Erfahrungen mit digitalen Tools zu sammeln.

Ebenfalls auf Platz zwei ist die Projektgruppe des Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken. Dort haben Schüler ein komplett digitales Escape-Labor für den Einstiegsunterricht Chemie in der Klassenstufe 8 erstellt.
Ebenfalls auf Platz zwei ist die Projektgruppe des Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken. Dort haben Schüler ein komplett digitales Escape-Labor für den Einstiegsunterricht Chemie in der Klassenstufe 8 erstellt.
(Bild: VCI)

Mit einem weiteren Sonderpreis (1.000 Euro) wird das Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken für das Projekt „Interaktive Chemie: Escape-Labor-Lernumgebung“ ausgezeichnet. In diesem Vorhaben wurde ein komplett digitales Escape-Labor für den Einstiegsunterricht Chemie in der Klassenstufe 8 erstellt. Die Schüler verschafften sich einen Überblick über die wichtigsten Themen für den Einstieg in den Chemieunterricht und erstellten dazu passende Rätsel. Zusätzlich gibt es Rätsel zu Sicherheitsmaßnahmen im Labor und Experimentierregeln. Die zugehörigen Experimente wurden gefilmt und Labore fotografiert, damit die Escape-Welt in Kombination mit dem realen Experiment, aber auch komplett digital für den Distanzunterricht zur Verfügung steht. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Escape-Labor“ für die gelungene Umsetzung als interaktive Webseite, welche intuitiv bedienbar ist. Ein aufwändiges und interessantes Projekt, das den Chemieunterricht spannender macht und lernmotivierend für Schüler ist.

Ergänzendes zum Thema
Der Wettbewerb

Der zweistufige Wettbewerb „Digitalisierung im Chemieunterricht“ wurde 2019 zum ersten Mal für die Sekundarstufe I ausgeschrieben. Begutachtet wurden die 30 Einreichungen von einer Jury – bestehend aus Chemielehrkräften und -didaktikern. Aktuell ist der Wettbewerb erneut ausgeschrieben für die Sekundarstufe II. Beiträge können noch bis zum 10. Dezember 2021 eingereicht werden. Alle Informationen zur aktuellen Ausschreibung gibt es auf den Seiten des VCI.

* M. von Zedlitz, Verband der Chemischen Industrie, 60329 Frankfurt a. M.

(ID:47696647)