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Vorsorgende Wasseranalytik Internationale Fahndung nach unbekannten Molekülen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Experten etablieren weltweite Strategie zur Untersuchung von Wasserproben im Rahmen der vorsorgende Wasseranalytik

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Neue Analyseverfahren erkennen unbekannte Substanzen im Wasser (im Bild eine Probennahme).
Neue Analyseverfahren erkennen unbekannte Substanzen im Wasser (im Bild eine Probennahme).
(Bild: Analytische Forschungsgruppe/ Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft / TUM )

Schadstoffe versickern im Boden, Reinigungsmittel laufen in den Abguss: Wir alle bringen Chemikalien in den Wasserkreislauf ein. Dazu kommen noch Stoffe aus der Natur: In einer einzigen umweltrelevanten Wasserprobe befinden sich so bis zu einigen tausend unterschiedlicher organischer Moleküle. Doch um welche Stoffe handelt es sich dabei? Sind sie harmlos oder gefährlich? Bislang war es nur eingeschränkt möglich, unbekannte Moleküle im Wasser schnell zu identifizieren. Doch das Prinzip der vorsorgenden Analytik ist gerade bei der Prüfung von Oberflächengewässern wichtig, sind diese doch oft die Quelle für Trinkwasser. Um dieses Problem zu lösen, haben Wasserspezialisten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, des Zweckverbandes Landeswasserversorgung sowie der TUM zunächst eine neue Datenbank namens „Stoff-Ident“ entwickelt. Sie entstand im Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts „Risk-Ident“ (Abschluss: März 2015) und enthält inzwischen mehr als 8000 Substanzen. Diese vorsorgende Wasseranalytik wird nun international ausgeweitet: Das Nachfolgeprojekt „For-Ident“, das vom BMBF bis 2017 gefördert wird, hat das Ziel, die Datenbank um die jeweils vor Ort zugelassenen und verwendeten Chemikalien zu erweitern. Auch wollen die Wissenschaftler die international zum Einsatz kommenden Auswertestrategien erfassen, bündeln und harmonisieren. In das Projekt sollen auch weltweit Hersteller von Analysegeräten sowie Laboratorien eingebunden werden. Im Laufe des Projektes wird eine offene Softwareplattform entstehen, in der die unterschiedlichen Auswertestrategien kombiniert oder verlinkt werden können. Die „Open-Access“-Idee stellt dabei sicher, dass die Auswertetools oder Datenbanken langfristig von Unternehmen, Behörden und Wissenschaft kostenlos und uneingeschränkt genutzt werden können.

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