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Chemikalien und Reagenzien Ist die Kostenoptimierung in der Analyse optimal?

| Autor / Redakteur: Marc Platthaus / Dr. Ilka Ottleben

Spart man am richtigen Ende, wenn man versucht, möglichst wenig Geld für Chemikalien und Reagenzien auszugeben? Warum kann eine Kostenoptimierung in der Analyse ein Problem sein? LP im Gespräch mit Dr. Andreas Rauh von Merck Millipore. Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus

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Dr. Andreas Rauh Senior Vice President Lab Essentials Merck Millipore
Dr. Andreas Rauh Senior Vice President Lab Essentials Merck Millipore
(Bild: Merck Millipore)

LP: Die Analytik ist für viele globale Fragestellungen wie sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel ohne Rückstände oder sicheres Spielzeug essenziell geworden. Welche Komponenten sind aus Ihrer Sicht für die richtigen Analyseergebnisse wichtig?

Dr. Andreas Rauh: Dies sind zertifizierte, validierte und dokumentierte Produkte sowie global harmonisierte Analysenmethoden, die es Kunden und Verbrauchern ermöglichen, objektive, eindeutige und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Solche Maßnahmen machen die Analytik sicher und effizient.

LP: Die richtigen Reagenzien sind für diese Analysen immer wichtiger geworden Wie hat sich die Laboranalytik in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Rauh: Die Laboranalytik benötigt weniger Chemikalien und Reagenzien und auch weniger Probenmaterial als früher. Heute werden wesentlich mehr Analysen in kürzerer Zeit von weniger Personal durchgeführt. Dabei werden genauere Ergebnisse verlangt und auch erzielt. Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf uns als Hersteller.

LP: Welche Rolle spielen Kosten derzeit in der Analytik und welche Rolle sollten sie aus Ihrer Sicht spielen?

Rauh: Die Bereitschaft, die Kosten für Chemikalien und Reagenzien zu optimieren, ist hoch. Auch die Einkäufer oder Verwender von Chemikalien für die Analytik unterliegen dem Zeitgeist der „Geiz ist geil“-Mentalität, und das, obwohl lediglich zwischen sechs bis acht Prozent der Kosten einer Analyse für Chemikalien und Reagenzien veranschlagt werden müssen. Bereits der Sozialphilosoph John Ruskin beschrieb dies um 1900 mit dem Statement „Gesetze der Wirtschaft“ wie folgt: „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“

LP: Kommen wir zurück zur aktuellen Laborarbeit: Hat die zunehmende Wichtigkeit von vorgefertigten Test-Assays auch etwas mit dem Ausbildungsstand der Mitarbeiter zu tun?

Rauh: Das ist absolut der Fall, häufig werden in der täglichen Laborarbeit Analysen von geringer qualifiziertem Personal durchgeführt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Tests, Assays und Protokolle einfach und sicher anzuwenden sind.

LP: Welche Punkte sind für Ihre Kunden die wichtigsten?

Rauh: Da geht es vor allem um Dinge wie Verlässlichkeit, Produktqualität, Reproduzierbarkeit oder auch das Thema Liefertreue/-sicherheit: Können wir auch noch in zehn Jahren Produkte mit der gleichen Qualität liefern? Außerdem geht es um Unterstützung und Beratung bei schwieriger Aufgabenstellung im regulatorischen Umfeld.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Dr. Rauh.

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