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Studie: Risikobewertung Jede zweite Chemikalienregistrierung ist unvollständig

| Redakteur: Tobias Hüser

Mehr als die Hälfte der Registrierungen für wirtschaftlich wichtige Chemikalien erfüllt mindestens eine der sieben überprüften Datenanforderungen nicht. Dazu zählen beispielsweise Informationen zu erbgutverändernden Effekten. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) durchführte.

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Knapp 60 % der Chemikalienregistrierungen seit 2010 erfüllen mindestens eine von sieben REACH-Anforderungen nicht.
Knapp 60 % der Chemikalienregistrierungen seit 2010 erfüllen mindestens eine von sieben REACH-Anforderungen nicht.
(Bild: © Schlierner - Fotolia )

Berlin – 58 % der 1814 geprüften Dossiers der ersten REACH-Registrierungsperiode (2010) für wirtschaftlich wichtige Chemikalien erfüllen mindestens eine von sieben geprüften Anforderungen nicht, 27 % sogar zwei oder mehr. Zu diesen Anforderungen zählen Informationen zum Abbau in der Umwelt oder zu Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit. Ohne ausreichende Informationen können Gefährdungen von Mensch und Umwelt übersehen werden.

Link zur Studie Die komplette Studie „REACH Compliance: Data Availability of REACH Registrations“ können Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes in englischer Sprache herunterladen.

„Die Informationen in den Registrierungsdossiers sind entscheidend, um mögliche Risiken für Mensch und Umwelt zu bewerten. Hier müssen die Unternehmen nachbessern - die Studie zeigt, an welchen Stellen“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Die EU-Chemikalienverordnung REACH verpflichtet die Europäische Chemikalienagentur Echa, 5 % aller Registrierungsdossiers auf Vollständigkeit zu prüfen.

Registrierungsdossiers für Gefahrenanalyse

„Um die Qualität der Registrierungsdossiers zu verbessern, müssen fehlende oder ungenügende Daten zu den toxikologischen und ökotoxikologischen Endpunkten unbedingt ergänzt werden“, so BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel. Und Krautzberger fügt hinzu: „Die Echa benötigt zusätzliche Ressourcen für die Prüfung der Registrierungen. Die Situation wird sich nur verbessern, wenn ausreichend Dossiers geprüft und unzureichende Registrierungen nicht akzeptiert werden.“

Die Informationen aus der Registrierung sind entscheidend, damit industrielle und gewerbliche Verwender der Stoffe das Gefahrenpotenzial einschätzen und gegebenfalls Maßnahmen zum Schutz von Menschen und Umwelt treffen können. Unerlässlich sind die Informationen auch für die Hersteller von Verbraucherprodukten, die die Sicherheit ihrer Produkte verantworten. Die Behörden benötigen verlässliche Daten aus den Registrierungen, um regulierungsbedürftige Stoffe zu identifizieren.

Datenverzicht wegen Tierversuche

42 % der geprüften Dossiers bewertet das BfR als „komplex“. Hier wurden Möglichkeiten des Datenverzichts in Anspruch genommen, z.B. unter Hinweis auf Daten zu ähnlichen Stoffen. Dies geschieht auch, um Tierversuche zu vermeiden. In einer Folgestudie wird nun detailliert geprüft, ob die Gründe hierfür wissenschaftlich plausibel sind.

Seit 2010 müssen Hersteller und Importeure ihre Chemikalien bei der Europäischen Chemikalienagentur Echa registrieren. Eine Registrierung muss Informationen enthalten, die es erlauben, die Risiken für Mensch und Umwelt zu bewerten. Das fordert die EU-Chemikalienverordnung REACH. In begründeten Fällen fordert die Echa weitere Studien oder die gesetzliche Regulierung des Stoffeinsatzes. Unvollständige Informationen im Dossier können also zu nicht belastbaren Bewertungen der Chemikalien führen.

Link zur Studie Die komplette Studie „REACH Compliance: Data Availability of REACH Registrations“ können Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes in englischer Sprache herunterladen.

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