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Multiresistente Keime

Kampf gegen multiresistente Keime in Krankenhäusern

| Redakteur: Doris Popp

Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Klinisch-infektiologische Forschung muss an Krankenhäusern verankert werden, damit Infektionskrankheiten auch in Zukunft heilbar bleiben.“ (Bild: BMBF)
Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Klinisch-infektiologische Forschung muss an Krankenhäusern verankert werden, damit Infektionskrankheiten auch in Zukunft heilbar bleiben.“ (Bild: BMBF)

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dem Universitätsklinikum Jena 2,3 Millionen Euro für den Aufbau einer klinisch-infektiologischen Forschergruppe zur Verfügung. Dies soll dazu beitragen, Mängel in Abläufen zu erkennen und zu beseitigen, die die Verbreitung von multiresistenten Keimen bzw. Infektionskrankheiten fördern.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 400 000 bis 600 000 Patienten an einer Infektion, die sie im Krankenhaus erworben haben. Bis zu 15 000 Menschen sterben daran, wie in jüngster Zeit die Babys an einer Frühgeborenen-Intensivstation in Bremen. Besonders gefährlich sind die so genannten multiresistenten Keime, gegen die Antibiotika kaum noch helfen. Sie entwickeln sich insbesondere in Krankenhäusern, weil hier von außen ständig neue Erreger eingeschleppt werden und andererseits Patienten je nach ihrer Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden müssen. In einem derartigen Biotop können die Erreger gut verschiedenste Resistenzen ausbilden und damit zum Problem werden.

„Unser Ziel muss es sein, Infektionen mit solchen Erregern nach Möglichkeit zu vermeiden und sie im Falle ihres Auftretens gezielt bekämpfen zu können. Deshalb müssen wir die Forschung auf diesem Gebiet weiter mit aller Kraft vorantreiben. Nur so können Infektionskrankheiten auch in Zukunft heilbar bleiben“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dem Universitätsklinikum Jena deshalb in den kommenden drei Jahren 2,3 Millionen Euro für den Aufbau einer klinisch-infektiologischen Forschergruppe zur Verfügung.

Diese Forschergruppe wird eine Ambulanz und einen klinikweiten Beratungsdienst zum Thema Infektionen für das ärztliche Personal aufbauen und betreuen. Damit wird sie dazu beitragen, Mängel in Abläufen zu erkennen und zu beseitigen, die die Verbreitung von Infektionen fördern. Außerdem werden am Universitätsklinikum Jena zehn Betten für Patienten eingerichtet, die mit multiresistenten Erregern infiziert sind.

Diese strukturellen Maßnahmen werden aber auch genutzt, um konkrete Forschungsfragen zu bearbeiten. So werden von der Jenaer Forschergruppe vier Projekte durchgeführt, die Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien erforschen. Die Wissenschaftler wollen die Mechanismen ergründen, die Bakterien resistent werden lassen. Nur wenn diese Vorgänge verstanden sind, können neue Wirkstoffe gefunden beziehungsweise bewährte Substanzen entsprechend modifiziert werden – damit diese gefährlichen Infektionen behandelbar werden.

„Die Einrichtung der Gruppe in Jena ist eines von deutschlandweit mehreren Pilotvorhaben zur klinischen Infektiologie. Wir hoffen, dass das Modell in Zukunft auch von anderen Universitätskliniken übernommen wird“, betonte Schavan. „Mit dieser Maßnahme stärken wir also nicht nur die Infektionsforschung. Ziel unserer Förderung ist es vor allem, dass die klinisch-infektiologische Forschung an Krankenhäusern strukturell verankert wird, sodass dort Forschungsergebnisse gezielt in diagnostische und therapeutische Maßnahmen umgesetzt werden können.“

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