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Porträt

Keine Zeit zum Aufhören

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In die Gründung hat er sein gesamtes Vermögen gesteckt. Aber auch seine Freizeit fiel der Sache zum Opfer, seine Kinder hat er kaum gesehen, gibt er zu. Aber seine Frau war davon überzeugt, dass er es schafft. „Meine Frau ist toll“, stellt er in bewundernd-ernstem Ton fest. Und fügt lachend an: „Aber manchmal schimpft sie auch.“

1984: Ein Umzug und der Trick mit den Katalogen

Es hat sich viel verändert, seit er RCT gründete. Die kleinste Änderung war der Umzug in das neue Firmengebäude, bereits sechs Jahre nach der Gründung. Hier befindet sich RCT immer noch, auf einer Bürofläche von rund 600 m² und einer Lagerfläche von 1200 m². Natürlich ist alles schneller geworden und damit auch hektischer und nicht mehr so persönlich wie früher. „Angefangen haben wir mit dem Fernschreiber“, erinnert er sich, „und heute bedienen wir das schnelle Internet. Der Betriebsablauf wird über eine große Datenbank gesteuert, die gleichzeitig den gesamten Warenfluss vom Auftragseingang bis zur Auslieferung organisiert.“ Das ist das Signal für eine Führung durch die heiligen Hallen des Vertriebssystems. Im Lager zeigt Reichelt mir seine zwei „Hightech-Hochregallager für kleine Mengen.“ Eine Mitarbeiterin gibt die Nummer der gerade bestellten Ware ein und die Maschine fährt das Fach, in dem das entsprechende Produkt gelagert ist, an die Ausgabestelle.

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Er setzt immer noch auf Kataloge. Aber nicht die fetten Wälzer, sondern Arbeitskitteltaschen-geeignete Handbücher, die thematisch sortiert das 80.000 Artikel große Portfolio des Programms wiedergeben. Natürlich steht auch alles online. Aber nur ein Drittel der Bestellungen kommt über das Web. Der Onlineshop gehört auch zu seinen Aufgaben. Mit dem Hausinformatiker kümmert er sich ums Google-Ranking. Sein Part ist es, die Inhalte zu erstellen – für 80.000 Produkte. Aber er begibt sich auch auf die Suche nach neuen Produkten, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Marktforschung und damit Produktforschung ist eine strategische Aufgabe, die langfristig die Unternehmenssicherung verantwortet, ist Reichelt sich sicher. Der Trick mit den gedruckten Katalogen ist, sie Fachmagazinen beizulegen, so erreichen sie ein breites Spektrum genau der Personen, die sie auch benötigen.

Mit Sport, Öl und Arbeit wird man 117

Es ist Zeit für das Mittagessen. Eigentlich isst er ja mittags nicht viel, nur ein wenig Obst. Trotzdem fahren wir zu dem Italiener, zu dem er seine Belegschaft immer einlädt. Dort erfahre ich sein Geheimrezept für ein langes Leben: gesunde Ernährung, viel Öl, Gemüse und Fisch, kein Fleisch. Sodann gibt er auch zusätzlich Olivenöl auf sein Fischgericht. Und natürlich Sport. Jeden Vormittag mache er eine Stunde Yoga und laufe eine Stunde mit leichten Hanteln. Mit diesen Tricks will er 117 Jahre alt werden. Was ihn anscheinend auch noch fit hält, ist seine Arbeit: „Ich habe so viel zu tun, ich habe gar keine Zeit für den Ruhestand!“, erklärt Reichelt strahlend.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke devicemed.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung