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Lebensmittel und Bedarfsgegenstände

Kinder als Konsumenten und Verbraucher besonders schützen

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Kennzeichnung Azofarbstoffe – „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen”

Seit dem 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel mit den wasserlöslichen Azofarbstoffen Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Allurarot AC (E 129), Tartrazin (E 102), Cochenillerot A (E 124) sowie Chinolingelb (E 104) zusätzlich mit dem Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen” versehen werden. Im Rahmen des BÜp 2012 wurden die bei Kindern besonders beliebten Produktgruppen Speiseeis, Süßwaren, Feine Backwaren und alkoholfreie Getränke dahingehend untersucht, ob die Vorschrift eingehalten wird. In 22 Prozent der 863 untersuchten Proben wurde mindestens einer der Farbstoffe nachgewiesen, wobei der Anteil nicht richtig gekennzeichneter Proben 65 Prozent bei Feinen Backwaren, 64 Prozent bei Speiseeis, 37 Prozent bei Süßwaren und 21 Prozent bei alkoholfreien Getränken betrug.

Schutz vor Verbrauchertäuschung als weiterer Fokus

Mehrere Programme des Bundesweiten Überwachungsplans 2012 verfolgten das Ziel, mögliche Verbrauchertäuschungen festzustellen.

Bestimmte Duftstoffe mit allergenem Potential (wie zum Beispiel Limonen oder das für Rosen charakteristische Eugenol) sind kennzeichnungspflichtig. Auf das Nichtvorhandensein dieser Stoffe weisen Hersteller auf den Verpackungen oft werbewirksam hin. „Verbraucher müssen sich auf diese Angaben verlassen können“, betont Dr. Viola Neuß, Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV). „Unsere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass in vielen Fällen mehr drin ist als drauf steht.“ So wurden im Rahmen des BÜp 2012 186 Körperpflegemittel, die als „parfümfrei“ ausgelobt waren, auf allergene Stoffe hin untersucht. Bei ca. einem Fünftel wurden Duftstoffe nachgewiesen.

2013 machte vor allem das Pferdefleisch Schlagzeilen. Aber auch andere Tierarten sind in manchen Produkten zu finden, wo sie so nicht zu erwarten sind. Entsprechend der allgemeinen Verkehrsauffassung und Verbrauchererwartung ist in Brühwürsten nur die Verarbeitung von Rind- und Schweinefleisch zulässig. Geflügelfleisch darf nur bei entsprechender Kennzeichnung verwendet werden. 858 Proben von Brühwurst, in denen die Verarbeitung von Geflügelfleisch nicht gekennzeichnet war, wurden im Rahmen des BÜp untersucht. Huhn und/oder Pute wurden in 10,1 Prozent der Proben nachgewiesen, wobei Pute häufiger festgestellt wurde als Huhn.

Der Pferdefleischskandal mit seinen vielfältigen Verflechtungen und Beteiligungen von Firmen in der gesamten EU hat gezeigt, dass Betrug an keiner Grenze halt macht. „Die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug ist daher auch auf europäischer Ebene ein prioritäres Thema“, erklärte Dr. Gerd Fricke, Leiter der für Lebensmittel zuständigen Abteilung des BVL. „Alle Mitgliedstaaten haben gegenüber der Europäischen Kommission nationale Kontaktpunkte benannt – für Deutschland nimmt diese Funktion das BVL wahr.“ Die nationalen Kontaktpunkte dienen dem schnellen Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission und sollen Strategien für eine schnelle Erkennung von Betrugsfällen und deren effiziente Bekämpfung erarbeiten. Häufig laufen Betrügereien nach ähnlichen Mustern ab, so dass Erkenntnisse in einem Mitgliedstaat helfen können, Fälle in anderen Ländern aufzudecken.

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