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Auszeichnung KIT-Wissenschaftler erhält Alfried-Krupp-Förderpreis

| Redakteur: Doris Popp

Prof. Christian Koos vom KIT erhält den diesjährigen Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer. Das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entschied sich einstimmig für den Ingenieurwissenschaftler, der in der photonischen Kommunikationstechnik lehrt und forscht.

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Professor Christian Koos arbeitet an nanophotonischen Bauelementen, die das Internet schneller und energieeffizienter machen können.
Professor Christian Koos arbeitet an nanophotonischen Bauelementen, die das Internet schneller und energieeffizienter machen können.
(Bild: Eva Pailer )

Karlsruhe – Damit setzte sich Koos gegen 65 ebenfalls für den Preis vorgeschlagene Nachwuchswissenschaftler durch. Die Auszeichnung ist mit einer Million Euro dotiert.

Prof. Koos beschäftigt sich am Institut für Photonik und Quantenelektronik (IPQ) und am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) des KIT mit nanophotonischen Bauelementen, die Kommunikationsvorgänge schneller und energieeffizienter machen können. Mit den Bauelementen lassen sich leistungsfähige optische Schaltungen auf Mikrochips integrieren, die Datenraten von einigen Terabit pro Sekunde senden und empfangen können – entsprechend rund einer Milliarde Telefongesprächen. Zur Herstellung der Chips werden keine teuren und seltenen Verbindungshalbleiter verwendet, sondern Silizium. Dieses Element hat sich bereits als Ausgangsmaterial für elektronische und elektromechanische Mikrosysteme etabliert. Es ist auf der Erde nahezu unbegrenzt verfügbar.

Im Zentrum der Arbeiten von Prof. Koos stehen hybride Integrationsverfahren, die Lichtwellenleiter aus Silizium mit organischen Materialien kombinieren. Die optischen Eigenschaften dieser Materialien lassen sich durch den molekularen Aufbau gezielt einstellen, sodass sich auf einem einzigen Chip eine große Vielfalt verschiedenartiger Bauelemente realisieren lässt. Da die verwendeten Lichtwellenleiter extrem klein sind – bis zu 1000 Mal dünner als ein menschliches Haar – lässt sich eine hohe Zahl von Bauteilen auf kleinstem Raum unterbringen.

Die Forschungsarbeiten von Christian Koos können wesentlich dazu beitragen, den Energiebedarf des Internets zu verringern. Bereits heute verbraucht die Informations- und Kommunikationstechnik mehr als zehn Prozent des gesamten Stroms in Deutschland und der Datenverkehr wächst unaufhörlich.

Der Alfried Krupp-Förderpreis wird von der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung seit 1986 jährlich an Nach-wuchswissenschaftler verliehen, die in Natur- oder Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hochschule innehaben. Er gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das Preisgeld von einer Million Euro soll den Forschern ermöglichen, sich innerhalb von fünf Jahren unabhängig von öffentlichen Geldern ein verbessertes Arbeitsumfeld zu schaffen und damit ihre Tätigkeit in Forschung und Lehre voranzutreiben.

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