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Studie zum Abfallmanagement

Klare Stoffströme sollen Eintrag von Kunststoffabfällen in die Umwelt entgegenwirken

| Redakteur: Alexander Stark

Um die Stoffströme für Kunststoffabfälle gezielt lenken und optimieren zu können, müssen die Materialströme bekannt sein. Ausgehend von diesem Ziel haben sechs Verbände und Organisationen der Kunststoffwertschöpfung eine Pilot-Studie zu den weltweiten Kunststoffströmen veröffentlicht.

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Kunststoffe sind eine wichtige Ressource, die im Kreislauf geführt werden muss und nicht als Abfall in die Umwelt gelangen darf.
Kunststoffe sind eine wichtige Ressource, die im Kreislauf geführt werden muss und nicht als Abfall in die Umwelt gelangen darf.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bad Homburg – Mit der Global Plastics Flow Studie wurden erstmalig Daten und Fakten zur Kreislaufwirtschaft in 44 Ländern der Welt einheitlich und umfassend dokumentiert sowie die bisherigen Schwachstellen bei der Abfallsammlung und -verwertung identifiziert. Dr. Jürgen Bruder, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und Projektleiter der Studie betonte, dass Abfallmanagement in all seinen Varianten das gemeinsame politische Ziel sein müsse. Hot Spots mit erhöhtem Handlungsbedarf zur Reduzierung ungeordneter Abfallbehandlungen seien durch die Studienergebnisse klar erkennbar.

Die Studienergebnisse wurden über umfangreiche regionale Erhebungen ermittelt. Während in einigen Regionen der Welt die Abfallsammlung Priorität haben muss, ist Europa beispielsweise beim Ausbau des Recyclings und Durchsetzen des Deponieverbots gefordert. Die Studie wurde von Conversio Market & Strategy in enger Zusammenarbeit mit Verbänden der Global Plastics Alliance sowie weiteren zahlreichen Institutionen durchgeführt.

Zentrale Erkenntnisse zu Stoffströmen im Jahr 2018

Die umfangreiche Studie liefert Zahlen zur weltweiten Produktion von Kunststoffen, zu deren Kreislaufführung aber auch zu den Wertstoffverlusten. Auf globaler Ebene ergeben sich die folgenden Kernergebnisse:

  • Produktion: Weltweit werden 360 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt.
  • Verarbeitung: Zu den 360 Millionen Tonnen Neuware kommen weitere 30 Millionen Tonnen Rezyklat, mithin werden insgesamt 390 Millionen Tonnen Kunststoffe jährlich verarbeitet.
  • Post-Consumer-Abfälle: Aus der Summe der gebrauchten Kunststoffgüter entstehen rund 250 Millionen Tonnen verbrauchernahe Kunststoffabfälle pro Jahr.
  • Abfallmanagement: Davon werden 173 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gesammelt.
  • Abfalleinträge in die Umwelt: 63 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle werden unsachgemäß entsorgt, beispielsweise auf wilden Deponien und 14 Millionen Tonnen werden achtlos weggeworfen (Leckage).

Die Studie liefert wichtige Zahlen zur weltweiten Produktion von Kunststoffen, zu deren Kreislaufführung aber auch zu den Wertstoffverlusten.
Die Studie liefert wichtige Zahlen zur weltweiten Produktion von Kunststoffen, zu deren Kreislaufführung aber auch zu den Wertstoffverlusten.
(Bild: IK Industrievereingiung Kunststoffverpackungen)

Prelimenary Results Global Plastics Flow Study 2018

Während geschlossene Kreisläufe weltweit unterschiedlich definiert werden, besteht innerhalb der an der Studie beteiligten Partner Einigkeit darüber, dass das Sammeln, Sortieren und Verwerten von Post-Consumer-Abfällen aus Kunststoff oberste Priorität haben muss, um Einträge des Werkstoffs in die Umwelt grundsätzlich zu verhindern. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass auch durch den Handel mit Abfällen keine zusätzlichen Einträge in die Umwelt entstehen.

Gleichzeitig soll die Studie als Ausgangsbasis für zukünftige Studien dienen, um Fortschritte beim weltweiten Abfallmanagement zu dokumentieren. Auch deshalb ist eines der Ziele der an der Studie beteiligten Organisationen, weitere Akteure einzubinden und so die Breite und Tiefe der vorliegenden Daten auszubauen.

Die zusammengefasste Studie steht als Download zur Verfügung.

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