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Assay-Validierung Kooperation zwischen Cetics und Universität Konstanz in der Assay-Validierung

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Messung von DNA-Strangbrüchen und ihrer Reparatur ist von zentraler Bedeutung bei der Klassifizierung von genotoxischen Substanzen. Um die Validierung seines selbstentwickelten Assays für neue Anwendungen weiter voranzubringen, hat das Unternehmen Cetics jetzt eine Kooperation mit der Universität Konstanz geschlossen.

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Dr. Martin Winter, Direktor Sales und Marketing bei Cetics: „Ziele der Kooperation sind die Validierung des FADU-Assays für die EU-Chemikalienverordnung und die Erschließung neuer Marktsegmente in der Medizin.“
Dr. Martin Winter, Direktor Sales und Marketing bei Cetics: „Ziele der Kooperation sind die Validierung des FADU-Assays für die EU-Chemikalienverordnung und die Erschließung neuer Marktsegmente in der Medizin.“
(Bild: Cetics)

Esslingen, Konstanz – Cetics Healthcare Technologies hat einen Kooperationsvertrag mit dem Lehrstuhl "Molekulare Toxikologie" der Universität Konstanz geschlossen. Gemeinsam mit Dr. María Moreno-Villanueva und Prof. Dr. Alexander Bürkle wird Cetics neue Anwendungsgebiete für den FADU-Assay (Fluorimetric Detection of Alkaline DNA Unwinding) erschließen, zum Beispiel in den Bereichen Chemikaliensicherheit und der Medizin. Dazu Dr. Martin Winter, Director Marketing & Sales bei Cetics: „Ziele der Kooperation sind die Validierung des FADU-Assays für die EU-Chemikalienverordnung und die Erschließung neuer Marktsegmente in der Medizin.“ Die Dauer des Projekts ist bis Mitte 2016 geplant. Darüber hinaus sind künftig weitere Kooperationsvorhaben zwischen Cetics und der Universität Konstanz vorgesehen.

Mit dem automatisierten FADU-Assay können DNA-Strangbrüche und ihre Reparatur sehr schnell und reproduzierbar nachgewiesen werden. Die Messung von DNA-Strangbrüchen und ihrer Reparatur ist von zentraler Bedeutung bei der Klassifizierung von genotoxischen Substanzen und deshalb wichtig für die Chemikalienbewertung nach der REACH-Verordnung. In der Medizin könnte die FADU-Methode ein weiterer Schritt in Richtung „personalisierte Medizin“ bedeuten. Zum Bespiel indem einem bestimmten Krebspatienten ausschließlich die jeweils wirksamen Zytostatika verabreicht werden können.

Funktionsprinzip des FADU-Assays

DNA-Strangbrüche entstehen bei der natürlichen Zellteilung, aber auch durch freie Radikale, Bestrahlung oder DNA-schädigende Chemikalien. Der FADU-Assay quantifiziert DNA-Strangbrüche und die DNA-Reparaturkapazität von Zellen. Die Detektion von Strangbrüchen basiert auf der progressiven DNA-Entwindung unter kontrollierten Bedingungen (pH, Zeit, Temperatur). DNA-Strangbrüche sind dabei die Startpunkte der DNA-Entwindung. Ein Fluoreszenzfarbstoff markiert doppelsträngige DNA. Eine Abnahme der Fluoreszenzintensität zeigt so eine steigende DNA-Entwindung an, die ihrerseits proportional zur Anzahl der DNA-Strangbrüche ist. Positiv- und Negativkontrollen laufen parallel zur Bestimmung der DNA-Schädigung mit.

Kopplung mit Metabolomics-Modul

Weiteres Ziel der Kooperation ist die Reduktion von Tierversuchen. In Zukunft können aus den weiterhin notwendigen Tierversuchen erheblich mehr Informationen gewonnen werden. Dazu werden automatisierte FADU-Systeme mit AquaSpec-Modulen kombiniert. Mit der AquaSpec-MIR-Spektroskopie können aus biologischen Proben wie Blutserum, Liquor und Zellkulturüberständen kostengünstig hochpräzise Infrarot-Spektren gewonnen werden. Mit elektronischen Auswertealgorithmen werden aus einem einzigen Spektrum zum Beispiel zahlreiche Blutwerte quantitativ bestimmt. Darüber hinaus können Krankheitszustände über charakteristische Muster im Spektrum diagnostiziert werden – auch bei bisher nicht in vitro diagnostizierbaren Krankheiten.

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