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Arzneimittelausgaben Krankenkassen geben mehr Geld aus

Redakteur: Anke Geipel-Kern
Laut DAV-Vorsitzendem Fritz Becker erkläre die Entscheidung des Gesetzgebers zur Absenkung des Herstellerabschlags auf patentgeschützte Arzneimittel einen Teil des Ausgabenanstiegs für Arzneimittel.
Laut DAV-Vorsitzendem Fritz Becker erkläre die Entscheidung des Gesetzgebers zur Absenkung des Herstellerabschlags auf patentgeschützte Arzneimittel einen Teil des Ausgabenanstiegs für Arzneimittel.
(Biild: PX1 Berlin)

Berlin – Obwohl die Ärzte im letzten Jahr fast genauso viele Rezepte ausgestellt haben wie im Jahr zuvor, mussten die Kassen in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sind die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 31,4 Mrd. Euro angestiegen. Und dass obwohl Ärzte gar nicht mehr verschrieben haben, wie das Jahr zuvor.

Mehr innovative Medikamente

Als Hauptursache für den Ausgabenanstieg macht der Apothekerverband zwei Faktoren aus: Es sind mehr innovative und damit deutlich teurere Medikamente verschrieben worden und den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel und der Einsatz innovativer Medikamente.

„Die Entscheidung des Gesetzgebers zur Absenkung des Herstellerabschlags auf patentgeschützte Arzneimittel erklärt einen Teil des Ausgabenanstiegs für Arzneimittel", sagte dazu der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. Apotheker haben nach Angaben des Verbandes hingegen nicht mehr verdient, weil auch die Zahl abgegebener Packungen nicht gestiegen sei.

Alle Verbände haben den Preisanstieg erwartet. GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten in ihren Rahmenvorgaben für 2014 bereits einen Anstieg von 7,9 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig erwarten die Verbände Rekordeinsparungen durch Rabattverträge die noch nicht in die Rechnung eingeflossen sind und das Jahresergebnis deutlich verbessern werden. Allein in den ersten drei Quartalen 2014 betrugen sie bereits mehr als 2,2 Mrd. Euro.

Seit 2013 gibt es für Apotheker einen Zuschlag für Notdienste, von dem hauptsächlich Apotheken auf dem Land profitieren sollen, die häufiger Notdienst machen müssen. Pro rezeptpflichtiger Packung wird ein Festzuschlag von 8,35 Euro zzgl. 3 Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis erhoben.

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