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Wider die Hinterlist

Krebs: Der Metastasenbildung mit Fluoreszenz-gelabelten Biomarkern auf der Spur

| Autor / Redakteur: Anne Wesche* / Dr. Ilka Ottleben

Eine Erhöhung der Zellzahl deutet auf eine verstärkte Tumoraktivität hin und ist mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Eine Abnahme der CETC/CTCs hingegen weist auf eine erfolgreiche Behandlung und eine gute Prognose hin (s. Abb. 3). Am Beispiel von Brustkrebspatientinnen wurde gezeigt, dass die Frauen, die eine deutliche Verringerung der CETC/CTCs aufwiesen, seltener ein Rezidiv entwickelten [1].

Tumorzellen besitzen die Fähigkeit, sich unter Therapie zu verändern oder sich nach Abschluss der Behandlung wieder zu vermehren. Deshalb ist es sinnvoll, eine dauerhafte Überwachung der CETC/CTCs durchzuführen, um durch einen erneuten Anstieg der Zellzahl eine erneute Tumoraktivität frühzeitig zu erkennen.

Ergänzendes zum Thema
 
Begriffsdefinitionen: Von CETC bis Her2/neu

Therapeutische Testung

Die Medikation wird üblicherweise durch pathologische Untersuchungen des Tumors oder der Metastase bestimmt. Die Tumor-Eigenschaften sind von Patient zu Patient verschieden und beeinflussen maßgeblich die Therapie.

In Bayreuth wird getestet, welcher Wirkstoff effektiv den program­mierten Zelltod (Apoptose) in den CETC/CTCs auslöst und damit die Zahl der Tumorzellen reduziert. Therapien mit im Vorwege nachgewiesen effektiven Wirkstoffen ersparen den Patienten starke Nebenwirkungen von Medikamenten, die gar nicht wirken können, weil sie nicht gegen die ganz individuellen Tumoreigenschaften und die Empfindlichkeit der Tumorzellen gerichtet sind.

Im Labor werden Chemosensitivitäts-Testungen direkt im Patientenblut durchgeführt, um realistische Situationen darzustellen. Das funktioniert gut, allerdings nur mit Wirkstoffen, die intravenös verabreicht werden können. Oral eingenommene Präparate durchlaufen verschiedene Stufen der Metabolisierung, bevor die Wirkstoffe schließlich in der Blutbahn ankommen. Deshalb ist für sie die Maintrac-Sensitivitätstestung nur bedingt geeignet. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass ausschließlich cytotoxische Substanzen getestet werden können, die also direkt die Tumorzellen angreifen, ohne dass sie über andere Mechanismen ihre Wirkung entfalten.

Aus einer Blutprobe werden CETCs/CTCs wie vorher schon beschrieben, zusammen mit den Leukozyten isoliert und über verschiedene Zeiträume mit der zu testenden Substanz inkubiert. Der Wirkstoff wird dafür in einer Konzentration eingesetzt, die einer Therapie-Tagesdosis entspricht. Beim anschließenden Monitoring wird die Absterbe-Rate der Tumorzellen im Vergleich zu einer Probe ohne Wirkstoff berechnet. Färbt sich bei der Fluoreszenzmessung der Zellkern durch das Propidiumiodid rot, hat die Zelle die Apoptose eingeleitet und stirbt ab. Für dieses Therapeutikum ist eine Wirkung nachgewiesen. Zeigt sich keine Rotfärbung in den Zellkernen, interagiert der Wirkstoff nicht mit den CETC/CTCs, was bedeutet, dass das Therapeutikum höchstwahrscheinlich für diesen Patienten wirkungslos ist (s. Abb. 4).

Dieser Test kann auch therapiebegleitend als Erfolgskontrolle durchgeführt werden, um zu beobachten, ob sich möglicherweise Resistenzen in den Tumorzellen unter diesem Wirkstoff entwickeln und das Medikament damit seine anfängliche Wirksamkeit verliert. Allerdings sehen die medizinischen Leitlinien einen Wechsel der Medikation aufgrund eines Anstiegs von CETC/CTCs bisher noch nicht vor. Dabei verspricht eine individuelle medikamentöse Therapie dem Patienten die höchste Wahrscheinlichkeit, möglichst lange rezidivfrei und mit einer hohen Lebensqualität zu leben [2].

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