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Auszeichnung Krebsforschungspreis für HZI-Wissenschaftler

Redakteur: Doris Popp

Für seine Forschungsarbeiten über die Tumor-Entstehung erhielt der Mediziner Prof. Dr. Lars Zender am 16.01.2011 den Johann-Georg-Zimmermann-Preis. Die Auszeichnung würdigt Zenders Erkenntnisse zu den Entstehungsmechanismen von Leberkrebs, der auch durch Virusinfektionen und Störungen der körpereigenen Immunantwort begünstigt werden kann.

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Prof. Dr. Lars Zender Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig wurde für seine Forschungsarbeiten über die Tumor-Entstehung mit dem Johann-Georg-Zimmermann-Preis ausgezeichnet. (Bild: K. Kaiser/MHH)
Prof. Dr. Lars Zender Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig wurde für seine Forschungsarbeiten über die Tumor-Entstehung mit dem Johann-Georg-Zimmermann-Preis ausgezeichnet. (Bild: K. Kaiser/MHH)

Braunschweig – Der mit 10 000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Preis zählt zu den höchsten Auszeichnungen für Krebsforscher in Deutschland und wird jährlich von der Deutschen Hypothekenbank verliehen. Zender leitet eine Arbeitsgruppe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und ist Professor für Experimentelle Gastrointestinale Onkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Für seine Forschung hat Zender neueste molekularbiologische Methoden des RNA-Interferenz-Screenings weiterentwickelt.

Prof. Zender arbeitet mit so genannten RNA-Interferenz-Screens an neuen therapeutischen Möglichkeiten zur Bekämpfung des Leberzellkrebses. Die RNA-Interferenz ist ein komplexer molekularbiologischer Mechanismus, bei dem Gene „stillgelegt“ werden. Dieser Mechanismus bestimmt zu einem wesentlichen Teil, welche Gene aus der Fülle der vorhandenen Erbinformation wirklich genutzt werden – und bietet damit auch vollkommen neue Möglichkeiten, in die Regulation der Gene einzugreifen, ohne sie zu verändern. Zusammen mit nur wenigen anderen Gruppen weltweit hat Zender in seinem Labor die technische Expertise entwickelt, bestimmte RNA-Interferenz-Untersuchungen in den Tumoren von Mäusen vorzunehmen und neue therapeutische Zielstrukturen somit direkt in lebenden Organismen ausfindig zu machen. Probleme, wie sie bei der Durchführung von RNA-Interferenz-Screens in Zellkulturen menschlicher Tumore auftreten können, werden so vermieden. Auf diese Weise identifizierte neue therapeutische Zielstrukturen besitzen ein großes Potenzial, die Behandlung und Prognose von Patienten mit Leberkrebs zu verbessern.

Prof. Zender erhielt 2009 eine W1-Professur für Gastrointestinale Onkologie an der MHH, außerdem betreut er das Projekt „Leberregeneration“ im Exzellenz-Cluster Rebirth und ist Projektleiter im SFB/TRR 77 zum Thema „Hepatozelluläres Karzinom“. Prof. Zender ist Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am HZI und an der MHH. Zender wurde für seine erfolgreiche Forschungsarbeit bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die gleichzeitig vergebene Johann-Georg-Zimmermann-Medaille, verbunden mit einem Preisgeld von 5000 Euro, ging an Prof. Dr. Peter Krammer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet des programmierten Zelltods, der Apoptose. Prof. Krammers Arbeiten gelten als Schlüssel zum Verständnis der Signalwege, die den Zelltod-Mechanismus kontrollieren. Prof. Krammer ist Sprecher des Forschungsschwerpunktes „Tumorimmunologie“ und Leiter der Abteilung „Immungenetik“ am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

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