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Vorbericht ACHEMA 2012

Labortechnik als wichtiger Ausstellungsteil der ACHEMA 2012

| Autor/ Redakteur: Marc Platthaus* / Matthias Back

Auch 2012 werden die Unternehmen der Labor- und Analysentechnik wieder eines der größten Ausstellerkontingente der ACHEMA stellen. Und die Branche blickt mit Zuversicht nach Frankfurt: Die Veranstaltung verspricht ein Highlight dieses Jahres zu werden.

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(Bild: ACHEMA)

Vor dem Start einer großen Messe wünscht sich vermutlich jeder Veranstalter die berühmte Glaskugel, die den Blick auf das Messegeschehen der Zukunft freigibt und ihn von dem Quentchen Unsicherheit befreit, das trotz guter Prognosen bleibt. Bei der ACHEMA, die in der kommenden Woche in Frankfurt ihre Pforten öffnet, ist das auch nicht anders, zumal in Deutschland das Konjunkturbarometer Schönwetter zeigt, aber im Rest der Europäischen Union die Aussichten durch die Eurokrise überschattet sind.

Erschwerend kommt gerade auch für die Labor- und Analysentechnik der traditionelle „Sechs-Jahre-Effekt“ hinzu: Mit Analytica und ACHEMA buhlen zwei Schwergewichte in diesem Jahr um Besucher und Aussteller. Doch dies ficht die Messeverantwortlichen nicht an, ihre Prognosen niedriger anzusetzen.

Erwartungen der Verantwortlichen sind hoch

Klar ist jedenfalls: Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sind die Erwartungen an das Flaggschiff der Prozessindustrie hoch gesteckt. Nicht zuletzt, weil auch der Veranstalter selbst die Messlatte hochlegt und auf der traditionellen Dechema-Wirtschaftspressekonferenz im April die Prognose wagte, die Besucherzahlen würden leicht über der letzten ACHEMA liegen, zu der immerhin 173.000 Besucher kamen. Zweistellige Zuwachsraten bei den Ausstellern aus China und Indien (ingesamt 120 bzw. 190), Südkorea, Taiwan und Osteuropa haben kräftig zugelegt, bei den Besuchern mehr als die Hälfte internationales Publikum – die Fakten, die Dr. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der neugegründeten Dechema Ausstellungs-GmbH aufzählte, sprechen für sich.

Auch für Mathis Kuchejda, Vorsitzender des Fachverbandes Analysen-, Bio und Labortechnik bei Spectaris, ist die Internationalität ein wichtiger Faktor für den hohen Stellenwert der ACHEMA: „Mit ihrer internationalen Ausrichtung ist die ACHEMA das „Schaufenster zur Welt“ für die Analysen-, Bio- und Labortechnik. Hier treffen die Aussteller nicht nur auf ihre Kunden und Händler aus aller Welt, hier zeigt die Branche auch ihre neuesten Trends. Damit fungiert die ACHEMA als Leitmesse, auf der auch langfristige Technologietrends sichtbar werden.“

Labortechnik in neuer Halle

Gerade für die Besucher und Austeller der Labor- und Analysentechnik werden sich auf der ACHEMA 2012 zuerst einmal neu orientieren müssen. Waren bei den vergangenen Veranstaltungen die Hallen 5 und 6 die Orte, wo Besucher sich über die Produkte und Dienstleistungen rund um die Labor- und Analysentechnik informieren konnten, so haben die Messeverantwortlichen die Aussteller nun in den beiden Stockwerken der Halle 4 gebündelt. Ein Konzept, das vor dem Hintergrund der älteren Halle 6 des Messegeländes, durchaus Vorteile für Besucher und Aussteller bringt.

Zunehmender Trend zur Prozessanalytik

Neben den weiter wichtigen Trends zur Automatisierung und Miniaturisierung verkörpert vor allem das Thema Prozessanalysentechnik den besonderen Bezug der Analysen-, Bio- und Labortechnik zur Leitmesse für die Prozessindustrie. Hierbei geht es um innovative Prozessanalysentechniken zur zeitnahen Erfassung stoffspezifischer Parameter in verfahrenstechnischen Produktions- und Umweltprozessen. Diese Messtechniken und Methoden werden für die Prozessoptimierung, für die konstante Produktqualität sowie für die Einhaltung von Umweltauflagen bereitgestellt und führen zu einer deutlichen Reduzierung der Laboranalytik-Kosten in der Prozessindustrie.

Besonders im Bereich der kontinuierlichen prozessintegrierten Inline- und Online-Messtechnik sieht die Labor- und Analytikbranche große Potenziale und Wachstumsmöglichkeiten. Dabei werde in der Regel die Laboranalytik nicht obsolet, sondern übernimmt wichtige Validierungs- und Kontrollfunktionen der Prozessanalytik, ist sich Spectaris-Vorstand Kuchejda sicher.

Doch auch auf das 2012 immer wieder auftauchende Thema Energieeffizienz liefert die Labortechnik Antworten: Zunehmend wichtiger werde der Einbezug von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten in der Geräteentwicklung, wie Spectaris-Vorstand Kuchejda betont. Hier kommen Anforderungen der Kunden (niedrigerer Stromverbrauch, leise Geräte), aber auch rechtliche Vorgaben (Ökodesign-Richtlinie, RoHS) zum Tragen.

* *M. Platthaus: Redaktion LABORPRAXIS, E-Mail: marc.platthaus@vogel.de

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