Suchen

Lagersysteme Lagersystem für Biobank in Graz soll neue Qualitätsstandards setzen

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Eine der größten Biobanken Europas befindet sich an der Medizinischen Universität Graz. Dort wurde in Kooperation mit einem Automationsspezialisten ein neues Lagersystem für biologische Proben entwickelt, das neue Qualitätsstandards bei der Aufbewahrung von Zellen in flüssigem Stickstoff setzen könnte.

Firmen zum Thema

Das neue Lagersystem für biologische Proben der Medizinischen Universität Graz könnte bereits Ende 2012/Anfang 2013 auf dem Markt erhältlich sein.
Das neue Lagersystem für biologische Proben der Medizinischen Universität Graz könnte bereits Ende 2012/Anfang 2013 auf dem Markt erhältlich sein.
(Bild: APA (M&R Automation))

Wien – In Biobanken werden biologische Proben und dazu gehörige Daten gesammelt, bearbeitet und gelagert. Das Material, vor allem Blut- und Gewebeproben, dient der Erforschung von Krankheiten und ist auch die Basis für eine auf die Patienten zielgerichtet zugeschnittene Therapie.

Die Med-Uni Graz verfügt mit ihrer Biobank über rund 4,5 Millionen Proben von erkranktem und gesundem Gewebe, Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Um die Qualität der Proben langfristig erhalten zu können, ist die hochwertige Lagerung besonders wichtig. Durch das Einfrieren der Proben in flüssigem Stickstoff bei Temperaturen unter 150 Grad Celsius ist es möglich, die Vitalität der Zellen nahezu unbegrenzt aufrechtzuerhalten.

Reduzierung der Proben möglich

Die Entnahme aus dem Lagersystem und damit die Unterbrechung der optimalen Bedingungen stellt jedoch ein Problem dar. Man muss sehr schnell sein, um die Qualität der Proben zu erhalten. Bei herkömmlichen Lagersystemen für kryokonservierte Zellproben werde beim Zugriff auf eine Probe ein ganzer Probenblock mit rund 720 Einzelproben aus der schützenden Atmosphäre des Flüssigstickstofftanks entnommen. Das neue Lagersystem ermöglicht den gezielten Zugriff auf einige wenige - nämlich elf - Proben. Damit könne die Zahl der Proben, die Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, extrem eingegrenzt werden.

Die Laboranten schaffen den Entnahmeprozess in eineinhalb statt der bisher durchschnittlich drei Minuten. Der gezielte Probenzugriff führt zu kürzeren Deckelöffnungszeiten und damit geringerem Kälteverlust. Dies verringert den Stickstoffverbrauch, was insgesamt Kosten spart. Das neue System könnte bereits in einem halben Jahr auf dem Markt erhältlich sein.

Standort ist einer der Schlüssel

Das Lagersystem wurde im Rahmen des K-Projektes "BioPersMed" entwickelt, das neben der Med-Uni 18 weitere akademische und industrielle Partner umfasst. Im Fokus des Großprojektes stehen Biomarker. Diese biologisch messbaren Anzeiger und Kriterien sollen in Zukunft die Diagnostik und damit auch die Therapie individueller gestalten und damit verbessern.

Der Standort bietet optimale Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Technologien bis zur Marktreife und ist ein Schlüsselbereich des Forschungsplatzes Österreichs. Eine breite Vielfalt an Unternehmen von multinationalen Pharmakonzernen, kleinen und mittleren Biotech-Unternehmen bis hin zu expandierenden Start-ups hat sich in Österreich niedergelassen. „Sie profitieren von der konsistenten Forschungsförderung sowie der unternehmensfreundlichen Ausgestaltung der steuerlichen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, sagt René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedlungsagentur ABA-Invest in Austria.

(ID:34769650)