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Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren Langfristiges Ziel: Tierversuche komplett ersetzen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Alleine in Deutschland werden nach wie vor im Jahr rund 3 Mio. Versuchstiere im Rahmen wissenschaftlicher Forschung getötet. Warum Vermeidung, Verringerung und Verminderung die Kernfaktoren einer Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz beim Thema Tierversuche sind, lesen Sie in diesem Beitrag.

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„Unser Ziel war und ist es, den Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf das unerlässliche Maß zu beschränken“, sagt Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, anlässlich der Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren.
„Unser Ziel war und ist es, den Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf das unerlässliche Maß zu beschränken“, sagt Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, anlässlich der Eröffnung des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren.
(Bild: BMEL/photothek.net/Thomas Köhler )

Berlin – Im Rahmen der Initiative „Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz wird die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch zum Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) ausgebaut. Am 25. September 2015 hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel das Zentrum eröffnet.

„Mein langfristiges Ziel ist es, Tierversuche komplett zu ersetzen. Kurzfristig will ich Alternativmethoden noch stärker fördern. Mit dem Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren nimmt Deutschland bei der Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen eine Vorreiterrolle ein“, so Bundesminister Christian Schmidt bei der Eröffnung.

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Die Bundesregierung macht sich dafür stark, Versuchstieren den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten. So wird der Bereich des Tierschutzes bei Versuchstieren in Deutschland und international umfassend verstärkt.

Deutschland leiste innerhalb der Europäischen Union bereits zum jetzigen Zeitpunkt einen hohen Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und die Entwicklung von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind, heißt es in einer Pressemitteilung. Weiterhin wird das Ziel verstärkt verfolgt, Tierversuche auf ein unerlässliches Maß zu beschränken und Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln.

(Im LP-Interview beschreibt Dr. Uwe Marx von der TU Berlin, wie der Einsatz von Multi-Organ-Chips die Anzahl von Tierversuchen verringern kann.)

Tierversuche: Vermeidung, Verringerung, Verminderung

Im Bereich der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch kommt dem so genannten 3R-Prinzip eine besondere Bedeutung zu:

  • Replace – Vermeidung von Tierversuchen durch den Einsatz von Alternativmethoden
  • Reduce – Verringerung der Anzahl der Versuchstiere auf das Minimum
  • Refine – Verminderung des Leidens der Versuchstiere

Internationale Anerkennung

Durch fundierte wissenschaftliche Arbeit hat die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden seit 1989 großen Beitrag dazu geleistet, Tierversuche so weit wie möglich durch Alternativmethoden zu ersetzen.

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren soll bundesweit alle Aktivitäten mit den Zielen koordinieren, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Versuchstieren den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Auf diese Weise sollen durch die Arbeit des Zentrums weltweit Forschungsaktivitäten angeregt und der wissenschaftliche Dialog gefördert werden.

Folgende Aufgaben soll das Zentrum wahrnehmen:

  • Ausbau der Ersatz- und Ergänzungsmethodenforschung,
  • Intensivierung der Aktivitäten im Bereich der Anerkennung von Alternativmethoden auf nationaler und internationaler Ebene,
  • Verbesserung der Bedingungen für Versuchstiere und
  • effektive Umsetzung der neuen gesetzlichen Aufgaben durch Beratung der Behörden und Forschungseinrichtungen sowie
  • Information der Öffentlichkeit über dessen Arbeit und Intensivierung des Dialogs mit den verschiedenen Interessengruppen zu wissenschaftlichen und ethischen Herausforderungen des Themas „Schutz von Versuchstieren“.

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