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Unterschätztes Risiko

Langzeitwirkung polarer Stoffe im Trinkwasser noch zu wenig erforscht

| Redakteur: Alexander Stark

Die Hochschule Fresenius weist auf den Forschungsbedarf bei polaren Stoffen im Trinkwasser hin.
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Die Hochschule Fresenius weist auf den Forschungsbedarf bei polaren Stoffen im Trinkwasser hin. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Hochschule Fresenius wies in einer aktuellen Mitteilung, auf den hohen Forschungsbedarf bei polaren Stoffen in Trinkwasser hin. Diese sind sehr gut wasserlöslich und können deshalb leicht in den Kreislauf des Wassers geraten. Prominente Vertreter sind Glyphosat oder auch der künstliche Süßstoff Acesulfam.

Idstein – Polare Stoffe sind den Worten von Daniel Zahn zufolge noch zu wenig erforscht. Mit gängigen analytischen Methoden könnten sie gar nicht nachgewiesen werden, erklärt der Doktorand von Prof. Dr. Thomas Knepper, der Direktor am Institute for Analytical Research (Ifar) an der Hochschule Fresenius ist. Viele seien noch nicht identifiziert und bei denen, die bereits bekannt seinen, gäbe es meist lediglich Anhaltspunkte für deren Bewertung. Auf dieser Basis sei eine Vorhersage der Langzeitwirkung nicht möglich. Das sei aber zur Einschätzung möglicher Risiken unabdingbar.

Was bekannt ist: Sie sind sehr gut wasserlöslich und dabei teilweise schwer abbaubar, wodurch sie die vielen Schutzbarrieren in Wasserkreisläufen - zum Beispiel Kläranlagen – überwinden und somit bis ins Leitungswasser gelangen können. Sie können sich schnell weit verbreiten und in erhöhten Konzentrationen vorkommen. Keinesfalls wolle die Hochschule Panik verbreiten und die aktuelle Faktenlage deutete auch nicht darauf hin, dass eine Bedrohung bestehe. Aber aus der Sicht der Forscher sei eine Erhebung weiterer Daten unerlässlich um sicherzustellen, dass keine Gefährdung bestehe – beziehungsweise, um geeignete Aufbereitungstechniken zu entwickeln und zu implementieren. Die Hochschule Fresenius selbst nimmt an europäisch und national geförderten Forschungsprojekten teil.

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Das Ifar befasst sich seit 2013 im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte mit dem Thema. Eines davon mit dem Namen „Promote“ (Protecting Water Resources from Mobile Trace Chemicals) ist bereits abgeschlossen. Es diente der Ermittlung und Identifizierung polarer Stoffe – und damit der Schaffung notwendiger Grundlagen für weitere Nachforschungen. Dabei wurde beispielsweise mit der Trifluormethansulfonsäure ein bisher wenig beachteter polarer Stoff erstmals im Trinkwasser nachgewiesen. Anhaltspunkte für irgendeine Gefährdung haben sich nicht gezeigt.

Kürzlich hat die Hochschule Fresenius mit ihren Partnern das Nachfolgeprojekt „Protect“ in Angriff genommen. Mit dem Namen wird der Projekttitel „Perresistente mobile Organische Chemikalien in der aquatischen Umwelt: Quellen, Vorkommen, Technische Möglichkeiten zu deren Entfernung in der Trinkwasseraufbereitung“ abgekürzt. Der Startschuss fiel am 1. Februar dieses Jahres, erste Ergebnisse werden 2022 erwartet. Hier stehen Vorkommen, Mengen und vor allem mögliche Risiken und Folgen im Fokus der Wissenschaftler. Mit den Resultaten aus diesem Projekt hoffen die Forscher ein klareres Bild über polare Stoffe im Wasser zu erhalten und auf die wichtigen Fragen nach Wirkung und Verbreitung klare Antworten geben zu können.

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