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VCI-Quartalsbericht I/2015 Leichte Belebung im deutschen Chemiegeschäft

| Redakteur: Jörg Kempf

Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 1,9 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die Chemikalienpreise um 2,7 Prozent gesunken. Das sind zentrale Aussagen aus dem aktuellen Quartalsbericht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI).

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VCI-Präsident Marijn Dekkers
VCI-Präsident Marijn Dekkers
(Bild: VCI/Mendel)

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ist im ersten Quartal 2015 auf einen moderaten Wachstumskurs zurückgekehrt. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. Demnach stieg die Produktion in Deutschlands drittgrößter Branche von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal wieder an. Die Chemie konnte dabei von der stabilen Weltkonjunktur und der wirtschaftlichen Erholung in Europa profitieren. Mittlerweile erfasst die Belebung auch die Grundstoffsparten. Der Branchenumsatz ging dennoch zurück. Wegen des Wettbewerbsdrucks waren die Unternehmen gezwungen, ihre Preise für Chemieprodukte den gesunkenen Rohstoffkosten anzupassen.

Weitere Geschäftsbelebung erwartet

VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers erklärte zur konjunkturellen Entwicklung der Branche: „Wir erwarten eine weitere Belebung des Chemiegeschäfts. Der derzeit niedrige Ölpreis, der schwache Euro und günstige Zinsen stützen die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und Europa. Diese Sonderfaktoren wirken aber nur kurzfristig. Der Aufwärtstrend wird nur von Dauer sein, wenn ihm die Bundesregierung mit wachstumsfördernden Reformen Substanz verleiht.“

Kernaussagen des Berichts

  • Für das laufende Jahr geht der VCI von einem Anstieg der Chemieproduktion um 1,5 Prozent aus. Die Preise für chemische Erzeugnisse werden dabei um 2 Prozent sinken, sodass der Branchenumsatz um 0,5 Prozent auf 189,9 Milliarden Euro zurückgeht.
  • Im ersten Quartal 2015 ist die Chemieproduktion in Deutschland im Vergleich zum Vorquartal um 1,9 Prozent gestiegen. Das entsprechende Vorjahresniveau wurde dabei um 0,2 Prozent verfehlt. Die Kapazitätsauslastung der Branche legte im ersten Quartal leicht zu und erreichte 84,1 Prozent.
  • Die Chemikalienpreise sind im ersten Quartal 2015 erneut kräftig gesunken. Im Vergleich zum Vorquartal gaben sie um 2,7 Prozent nach. Gegenüber Vorjahr betrug der Rückgang sogar 3,5 Prozent. Auslöser waren die niedrigen Rohölpreise.
  • Die sinkenden Preise führten dazu, dass der Chemieumsatz im ersten Quartal trotz steigender Produktionsmengen nachgab. Mit 46 Milliarden Euro lagen die Erlöse der Branche 1,3 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals.
  • Die Chemie- und Pharmaindustrie bietet momentan 444.800 Menschen einen Arbeitsplatz. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche ist damit im Vergleich zum vierten Quartal 2014 konstant geblieben.

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