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Lithium-Schwefel Batterie Leistungsstarke Batterien aus Schwefelabfall

Redakteur: Tobias Hüser

Forscher der Universität Hamburg, aus den USA und Südkorea haben in einer gemeinsamen Forschungsarbeit einen chemischen Prozess entdeckt, mit dem sich ein neuer Kunststoff aus dem Element Schwefel gewinnen lässt. Der Kunststoff mit dem wissenschaftlichen Namen „inverse-vulkanisierte Schwefelpolymere“ kann aus Schwefelabfällen hergestellt in Batterien genutzt werden, deren Leistungsstärke im Vergleich zu bisherigen Batterien fünfmal so hoch sein soll.

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Raffinerien häufen meterhohe Mengen ungenutzten Schwefelabfalls an.
Raffinerien häufen meterhohe Mengen ungenutzten Schwefelabfalls an.
(Bild: Fotoquelle: The Library of Congress)

Hamburg – Aus dem Schwefelpolymer konnten die Wissenschaftler bereits erfolgreich Lithium-Schwefel Batterien mit beachtlichen Kapazitäten herstellen, wie die Universität Hamburg berichtet. So sollen die neuen Speicher um das Fünffache leistungsstärker als bisherige Batterien sein.

„Die nächste Generation von Lithium-Schwefel Batterien wird durch das neue chemische Verfahren Verbesserungen für elektrische und Hybrid-Fahrzeuge bieten, da die Batterien sehr viel effizienter, leichter und insbesondere preiswerter sein werden. Und der Kunststoff kann einfach und preiswert im industriellen Maßstab hergestellt werden“, so Prof. Dr. Patrick Theato vom Fachbereich Chemie der Universität Hamburg.

Die Herstellung des Schwefelpolymers, den das Team als „Inverse Vulkanisation“ bezeichnet, benötigt überwiegend elementaren Schwefel und kleine Mengen eines Additivs. Die Vulkanisation ist ein chemischer Prozess, in dem Kautschuk mit geringen Mengen Schwefel zur Reaktion gebracht und so beständiger wird, damit dieser z. B. in Gummi-Reifen eingesetzt werden kann. Elementarer Schwefel entsteht als Abfallprodukt bei der Benzin-Raffination aus fossilen Brennstoffen. Die so produzierten Mengen Schwefel übertreffen den gegenwertigen Bedarf bei weitem. Einige Raffinerien häufen gigantische gelbe Berge an Schwefelabfall an.

In Zukunft werden die Wissenschaftler die Eigenschaften des neuen Polymers mit etablierten Kunststoffen vergleichen, modifizierte Varianten des Stoffs herstellen und andere praktische Anwendungsgebiete sondieren.

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