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Life Science Forum 2009 Life Science Forum bietet Plattform für interdisziplinären Austausch

| Redakteur: Olaf Spörkel

Rund 1000 Teilnehmer informierten sich auf dem Life Science Forum 2009 über Entwicklungen und neue Wege in Pharma, Ernährung und chemischer Industrie.

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Das Forum Life Science 2009 fand vom 18. bis 19. März 2009 auf dem Campus der Technischen Universität München in Garching statt.
Das Forum Life Science 2009 fand vom 18. bis 19. März 2009 auf dem Campus der Technischen Universität München in Garching statt.
( Bild: Bayern Innovativ )

Garching - Der 6. internationale Kongress Forum Life Science vom 18. bis 19. März 2009 an der Technischen Universität in Garching brachte Experten und Anwender aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Insgesamt 63 Referenten aus elf Ländern präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse, neue marktreife Entwicklungen und zukünftige Trends im Bereich Pharma und Biotechnologie, Ernährung und Pflanzentechnologie, Chemie und Verfahrenstechnik. In Verbindung mit der begleitenden Ausstellung mit über 100 Unternehmen und Instituten bildete der Kongress eine Plattform für den Austausch von Ergebnissen und Erfahrungen. Darüber hinaus bot sich die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen für zukünftige Entwicklungen zu initiieren.

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Pressegespräch Forum Life Science

(Archiv: Vogel Business Media)

Dr. Peter Heinrich, Gründer und Vorstandsvorsitzender von MediGene sowie Vorstandssprecher der Biotechnologie-Industrie-Organisation (Bio) Deutschland hob in Anlehnung an einem aktuellen Gutachten der Expertenkommission für Forschung und Innovation die Bedeutung forschender kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Spitzentechnologien und wissensintensiven Dienstleistungen hervor: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind der Motor für die Schaffung von Innovationen und Arbeitsplätzen und können so die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft sichern helfen.“ „Wir sehen in Deutschland sehr viel versprechende und hoch innovative Geschäftsideen und Firmengründungen im Bereich der pharmazeutischen und der industriellen Biotechnologie, aber es hapert zunehmend an den Rahmenbedingungen, z.B. steuerliche Forschungsförderung oder der von der EU-Kommission empfohlene Young Innovative Company Status. Das Marktpotenzial beider Bereiche ist enorm und sollte unbedingt genutzt werden“, so Dr. Heinrich.

(Archiv: Vogel Business Media)

Prof. Dr. Günther Wess, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer, Helmholtz Zentrum München, beurteilte die Rolle Deutschlands in der Gesundheitsforschung. Derzeit stehe der Pharma- und Gesundheitsmarkt vor großen Herausforderungen. In der Gesundheitsforschung sei ein Paradigmenwechsel notwendig. Da die klassischen Disziplinen der Pharmaindustrie zu kurz greifen, sei u.a. eine stärkere Ausrichtung auf die Grundlagenforschung erforderlich. Neues Wissen müsse generiert und durch neue Methoden integriert werden. „Früher galt das Paradigma ein Molekül = eine Krankheit, heute wird das gesamte System betrachtet“, sagt Prof. Wess. Große Chancen sieht er besonders für die öffentliche Forschung, die sich zur treibenden Kraft für Innovationen entwickle. Prof. Wess sagte: „Bund und Länder müssen den Standort Deutschland zielgerichtet entwickeln. Die Attraktivität des Standorts, vor allem auch für große Unternehmen, muss erhöht werden. Zudem muss ein funktionierendes Netzwerk der Unternehmen aufgebaut und gefördert werden.“ Darüber hinaus hob er hervor, dass die Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Forschung gesichert werden müsse.

Dr. Günter Wich, Leiter Biotechnologie, zentrale Konzernentwicklung bei Wacker Chemie beschrieb die Biotechnologie als einen Innovationstreiber in der chemischen Industrie. Es zeige sich, dass Biotechnologie das Potenzial habe, langfristig die klassische Petrochemie im Bereich der großvolumigen Grundchemikalien zu ergänzen und teilweise zu ersetzen. Moderne biotechnologische Methoden ermöglichen zunehmend erdölunabhängige und Kohlendioxid-neutrale Synthesen von Basischemikalien und chemischen Grundbausteinen aus nachwachsenden Rohstoffen. „Die weiße Biotechnologie wird einen enormen Beitrag zur Ressourceneinsparung und zum Klimaschutz leisten. Bis zu einem ökologisch und ökonomisch erfolgreichen Einsatz der weißen Biotechnologie besteht in vielen Bereichen noch hoher Innovationsbedarf, der jedoch langfristig gesehen dem Industriestandort Deutschland große Chancen eröffnet“, sagte Dr. Wich.

Zukunftsweisende Strategien in den Plenarvorträgen

In den Plenarvorträgen wurden Ansätze für die Life Sciences aus Politik, Hochschulen sowie den Anwenderbranchen Chemie, Pharma und Lebensmittelindustrie aufgegriffen. Den Kongress eröffnete Staatssekretärin Katja Hessel, die in ihrer Rede die politischen Rahmenbedingungen zur Stärkung von Innovationen skizzierte. Sie demonstrierte, wie die Technologiepolitik der Bayerischen Staatsregierung die Entwicklung des Hightech-Standortes Bayern nachhaltig unterstützen will. Prof. Dr. Klaus Lindpaintner, F. Hoffmann-La Roche, Basel, stellte in seinem Vortrag Strategien für eine personalisierte Medizin vor. Basierend auf einem umfassenden Verständnis der molekularen Grundlagen von Krankheiten können diese immer gezielter behandelt werden. Diversifizierung und Individualisierung finden sich auch in der Ernährung wieder. Die Entwicklung maßgeschneiderter Ernährungskonzepte und deren Akzeptanz beim Verbraucher stellte Prof. Dr. Hannelore Daniel von der TU München, Freising-Weihenstephan vor. Dr. Günter von Au, Vorstandsvorsitzender der Süd-Chemie, stellte Strategien der chemischen Industrie vor, die nachwachsende Rohstoffe für eine umweltschonende Produktion nutzen und eine sukzessive Substitution von Erdöl erreichen.

In den drei parallelen Themenreihen Pharma Development, Food and Nutrition und Industrial Biotechnology wurden Wege aufgezeigt, biowissenschaftliche Erkenntnisse in technologische Entwicklungen und innovative Produkte umzusetzen.

(ID:293854)