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Neuer Forschungshub Life Sciences: Gründen – zur Miete

Autor / Redakteur: Svenja Hodel* / Dr. Ilka Ottleben

Viel Zeit für Forschung und Entwicklung – das ist gerade in der Gründungsphase junger Life-Sciences-Unternehmen und Start-ups essenziell. Ein neuer Forschungshub in Göttingen will Unternehmensgründer durch zentrale Dienste und Community-Flächen entlasten.

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1 Eröffnet im Januar 2022 in Göttingen: Die Life Science Factory im Sartorius Quartier bietet flexible Labore und Communityflächen und übernimmt zahlreiche organisatorische und administrative Funktionen für Forscher und Gründer.
1 Eröffnet im Januar 2022 in Göttingen: Die Life Science Factory im Sartorius Quartier bietet flexible Labore und Communityflächen und übernimmt zahlreiche organisatorische und administrative Funktionen für Forscher und Gründer.
(Bild: Holzer Kobler Architekturen)

Eine gute Idee ist für Gründer und Start-ups zunächst einmal alles. Ohne sie geht nichts. Doch ebenso wenig geht ohne die passende Infrastruktur, um diese Idee auch umzusetzen. Ist das Geld dazu vorhanden, fehlt es oft an den passenden Räumlichkeiten; außerdem fressen Planungs- und/oder Bauzeiten wertvolle Zeit. Zeit, die schon in die Forschung und Entwicklung gesteckt werden könnte. Doch welche Alternativen gibt es?

In Göttingen bietet die Life Science Factory ab Januar 2022 mit einem neuen Forschungshub auf über 3.200 Quadratmetern Start-ups, Forschern und Entwicklerteams komplette Laborumgebungen und alles Notwendige aus einer Hand: Ausstattung, Einrichtung, Medienzugang, Sicherheit und Nachhaltigkeit sowie Austausch und Mentoringprogramme. Mieter profitieren zudem vom Coworking-Bereich und von der Übernahme von adminis­trativen Diensten durch die Life Science Factory.

„Wer im Life-Science-Bereich gute Ideen und Projekte umsetzen will, hat es in Göttingen bald viel leichter. Mit unserem Rundum-Service sorgen wir dafür, dass Forschende und Start-ups ohne lange Planungs-, Bau- und Wartezeiten sofort mit ihren Projekten starten können”, erklärt Irina Reimer, Program Director bei der gemeinnützigen Life Science Factory.

Der Forschungshub im Sartorius Quartier ist derzeit noch im Bau und wird ab Januar 2022 auf vier Stockwerken über modernste S1- und S2-Labore, eine Proto­typing-Werkstatt (Dry Lab) sowie über Büro-, Veranstaltungs-­ und Community-Räumlichkeiten verfügen. Zusätzlich wird es allgemein nutzbare Flächen geben, beispielsweise Geräteräume für Zentrifugen, Bioreaktoren oder zur Zellkultivierung. Größe und Ausstattung der Labore werden flexibel und modular auf die jeweiligen Bedürfnisse der künftigen Mieter anpassbar sein.

Die Idee – Laborinfrastrukturen und mehr

Göttingen nennt sich selbst „Die Stadt, die Wissen schafft”. Genau an diesem Punkt setzt die Life Science Factory an und will Göttingen als zentralen Forschungsstandort stärken. Neben der intelligenten Vernetzung von Geräten und Abläufen im zukünftigen Labor 4.0, ist die Zusammenarbeit und der interdiszipli­näre Austausch eine der wichtigsten Grundlagen für zukunfts- und marktfähige Entwicklungen.

Wer im Life-Science-Bereich gute Ideen und Projekte umsetzen will, hat es in Göttingen bald viel leichter.

Irina Reimer, Programm Director, Life Science Factory

Während ihrer Forschungsarbeiten und -projekte werden die künftigen Mieter der Life Science Factory von den Mentoringprogrammen und der Community vor Ort profitieren, Synergien nutzen sowie neue Formen der Kollaboration ausprobieren können. Erklärtes Ziel ist es dabei, anwendungsnahe Wissenschaft und Forschung in den Life Sciences zu fördern sowie die Forschung und Entwicklung neuer Technologien mit klarem Anwendungsfokus zu stärken und Zukunftstechnologien in den Life Sciences zu identifizieren.

„On demand” – Fertig und flexibel

In der Life Science Factory profitieren Forscher und Gründer u.a. auch davon, dass sie sich um bau- oder sicherheitsrechtliche Vorgaben keine Gedanken machen müssen. Alles ist fertig, „on demand” verfügbar und ermöglicht nach Vertragsabschluss den „direct start” – meist innerhalb von 24 Stunden. „Nicht zuletzt Corona hat uns gezeigt, wie schnell es manchmal gehen muss. Flexibilität ist gefragt und es ergeben sich oft ,über Nacht’ ganz neue Anforderungen an das Laborlayout oder an seine Größe. Wir können da schnell reagieren und durch das Einziehen von Wänden Privatlabore schaffen oder das Labor einfach vergrößern, wenn das Team wächst”, erklärt Reimer.

Vorteile für Gründer

Neben dem Vorteil der flexiblen Flächennutzung und der Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben, wie den Verwaltungskosten zur Inbetriebnahme eines S1-Labors, sind es oft die kleinen Dinge, die in der Gründungsphase viel Zeit fordern und organisiert sein wollen. Bei der Life Science Factory können die zukünftigen Mieter daher zusätzlich profitieren durch:

  • Senkung der Investitionsausgaben durch vollausgestattete Labore mit Laborgeräten
  • Einsparung von zeitlichen Verzögerungen wie Warte- und Lieferzeiten oder Inbetriebnahmen
  • Einsparung von Kosten für Wartung und Service der Laborgeräte
  • Zeitersparnis durch vorgehaltene Ersatzgeräte
  • Senkung der Personalkosten, z. B. durch zentrales Spülen von Equipment und einem Kittelwaschservice
  • Einsparung von Einrichtungskosten, beispielsweise durch gemeinsam genutzte Meeting- und Sanitärräume
  • Einsparung von Personalkosten für administrative Dienste wie Empfang, Reinigung, Einkauf sowie Entsorgung von Laborabfällen
  • Senkung von Lizenzkosten bei ausgewählter Software

Das Leuchtturmprojekt Life Science Factory startet ab Januar 2022. Unterdessen wird unter Hochdruck daran gearbeitet, Forschern, Gründern und Start-ups genau die Struktur bereitzustellen, die sie als Sprungbrett für ihre Ideen und Forschungen brauchen. „Forschende und Start-up-Gründer sollten sich schon früh über das Angebot und die Konditionen der Life Science Factory informieren – für gut die Hälfte der Flächen gibt es bereits Interessenten”, empfiehlt Reimer.

* S. Hodel, Life Science Factory, 37073 Göttingen

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