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Digitalisierung verbindet Käsereien und Labore LIMS im Einsatz: Wie man aus Kuhmilch Daten macht

| Autor / Redakteur: Mark Schneider* / Dr. Ilka Ottleben

Die Digitalisierung ist im Labor angekommen – sogar bis hoch hinaus in den Alpen. Wodurch Käser von einem Laborinformations- und Managementsystem profitieren können und wie sich aus Milch Daten machen lassen, zeigt das Beispiel eines Schweizer Dienstleistungslabors.

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Abb.1: Die Digitalisierung ist auch in den Schweizer Alpen angekommen. Käsereien nutzen dort LIM-Systeme zur Organisation ihrer Laboraufträge.
Abb.1: Die Digitalisierung ist auch in den Schweizer Alpen angekommen. Käsereien nutzen dort LIM-Systeme zur Organisation ihrer Laboraufträge.
(Bild: Labeco)

Die Digitalisierung umfasst mittlerweile sämtliche Lebensbereiche und ist zu einem stetig wachsenden Impulsgeber unserer Gesellschaft geworden. In der Laborbranche heißt die Digitale Transformation Labor 4.0 – analog zu Industrie 4.0. Der Wunsch nach integrierten Laborprozessen, Modifikationen von grundlegenden Rahmenbedingungen und die Zunahme der gesetzlichen Regelungen haben den Wandel vorangetrieben. Ein Laborinformations- und Managementsystem (LIMS) ist aus dem Arbeitsalltag der Laboranalytik nicht mehr wegzudenken.

Selbst den etwas weiteren Weg auf die Schweizer Alpen ist die Digitalisierung gegangen. Sie macht auch vor dem Käser nicht Halt. Wie die Käser damit umgehen und wie die Laboranalytik deren Milch in Daten verwandelt, zeigt das Beispiel des Dienstleistungslabors Labeco.

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Milch, Wasser, Lebensmittel

„Am Anfang überwiegen meist Respekt und Zurückhaltung. Mit der Zeit steigt die Akzeptanz gegenüber dem neuen LIMS und die Vorteile werden rasch erkannt. Dann beginnt es Spaß zu machen“, fasst Labeco-Geschäftsführer Hans Bühler zusammen. Labeco ist ein Dienstleistungslabor in Alberswil und steht ganz im Zeichen der Milch-, Wasser- und Lebensmittelanalytik. Gegründet wurde Labeco in den 1940er Jahren als reines Käserei­labor. Die Kernzielgruppe waren Käsereibetriebe. Seit der neuen Milchmarktordnung (Einführung im Mai 1999) hat die Zahl der Käsereien um rund 60% abgenommen. Gleichzeitig stieg die verarbeitete Milchmenge pro Betrieb um 29%. „Der Rückgang hat bei uns eine Neuorientierung ausgelöst. Wir konnten in die Wasseranalytik einsteigen und unseren Kundenstamm ausbauen. Die Käsereien sind uns aber bis heute geblieben und machen noch immer rund 80% unseres Umsatzes aus. Davon sind 7.5% Alpbetriebe“, erklärt Bühler.

Doch wie gelangen nun die Daten von den Alpbetrieben ins Labor und wieder zurück? Hat die Digitale Welt tatsächlich auch die Schweizer Alpen erobert? „Seit 2006 nutzen wir das Laborinformationssystem Limsophy LIMS der Firma AAC Infotray. Dieses bildet die Basis für die Inte­gration der Kunden in unsere Laborprozesse. Der Versand von Prüfberichten erfolgt bereits zu 98% elektronisch“, erklärt Bühler.

Neue Komfortzone

Die Einführung eines Laborinformationssystems wie dem Limsophy LIMS erfordert eine gewisse Bereitschaft, die bisherige Komfortzone zu verlassen und Neues zu lernen. Bei Labeco hat man das LIMS Schritt für Schritt eingeführt, was dank des modularen Aufbaus problemlos möglich war. Nach nur drei Monaten waren die ersten drei Module (Analyseergebnisse, Prüfberichte und Rechnungen) bereits produktiv. „Schon nach kurzer Zeit konnten wir eine deutliche Ressourcenoptimierung feststellen. Auch die Fehlerquote konnten wir auf ein Minimum reduzieren und es hat eine deutliche Effizienzsteigerung stattgefunden“, sagt der Labeco-Geschäftsführer.

Diese positiven Effekte konnten mit der Einbindung von Limsophy-Web weiter verstärkt werden. Dank des kontrollierten und sicheren Web-Zugangs auf die Labeco-Datenbank kann der Käser jetzt seine Aufträge einfach und schnell selber erfassen. Der ganze Prozess bis zum Versand der Prüfberichte überzeugt durch eine deutliche Ressourceneinsparung. Die Hemmungen seitens der Kunden konnten von Labeco rasch abgebaut werden: „Wir begleiten unsere Kunden bei der Einarbeitung und führen sie langsam an das Limsophy-Web heran. Die meisten erkennen schon nach kurzer Zeit den Nutzen und freuen sich über die erfolgreiche Digitalisierung ihrer Prozesse“, ergänzt Bühler.

Ein konkretes Beispiel dafür ist die Nachkontrolle von Lieferantenmilch mit ungenügenden Ergebnissen. Nach den getroffenen Maßnahmen ist es wichtig, dass die Ergebnisse der Nachkontrollen möglichst schnell zum Milchverarbeiter und Milchlieferanten kommen. Früher wurde das Prüfergebnis aufwändig per Post oder telefonisch mitgeteilt, was immer wieder zu Verzögerungen führte, z.B. weil der entsprechende Ansprechpartner gerade nicht verfügbar war. Dank Limsophy LIMS erhalten nun der Milchverarbeiter und der Milchlieferant gleichzeitig und zeitnah das Prüfergebnis per SMS und/oder Email.

Ein weiteres Beispiel sind die Prozessanalysen. Auch hier hilft die Laborsoftware Limsophy LIMS zuverlässig den Überblick zu behalten und rechtzeitig zu reagieren.

Flexibel und ausbaubar

Die Digitalisierung ist also definitiv auf den Schweizer Alpen angekommen. Die Transformation von der Kuhmilch zu den Daten, hin zu Information und Wissen ist gelungen. „Besonders überzeugt hat uns die große Flexibilität von Limsophy LIMS und die Ausbaumöglichkeiten. Dazu kommt eine kompetente Beratung der Herstellerfirma AAC Infotray. Jede Einführung von neuen Modulen wird von fachkundigen Projektleitern begleitet“, so die abschließende Beurteilung von Bühler. Labeco hat bereits weitere Module geplant und hofft, bis in ein paar Jahren nahezu alle Kundenprozesse zu integrieren. Eine intelligente Laborsoftware wirkt also bis hoch auf die Alp – Käsereibedürfnisse werden in die Unternehmenspro­zesse von Labeco integriert, unterstützen die Aufgaben und erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Käse­betriebes.

* M. Schneider, AAC Infotray, 8400 Winterthur/Schweiz

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